„Vergesst Trends und tut, was Ihr für richtig haltet“ – Nachgefragt beim… Impact Hub
© Impact Hub

„Vergesst Trends und tut, was Ihr für richtig haltet“ – Nachgefragt beim… Impact Hub

Warum es viele Münchner Social Entrepreneure nach Sendling verschlägt? Weil sich dort eine Anlaufstelle für all diejenigen befindet, die sich mit gemeinwohl-orientierten Unternehmungen und Initiativen befassen: Der Impact Hub. Ein Ort voller spannender Geschichten und innovativer Ideen, den wir uns etwas genauer angesehen haben.

Wer steht hinter dem Impact Hub? Und wen trifft man dort?

Der Impact Hub München ist der Ort, an dem gemeinwohlorientierte Entrepreneure und Unternehmer/innen zusammenkommen. Mit einem Team von ca. 15 Leuten bieten wir unseren Mitgliedern nicht nur einen professionellen Arbeitsraum, sondern vor allem die Möglichkeit, Teil einer stark vernetzten weltweiten Community zu werden.

Impact Hub Gründer

Hub-Gründer Joscha Lautner und Johann Schorr (© Impact Hub)

Bei uns treffen sich Startups in der Vor- oder Nachgründungsphase, aber auch aus bereits etablierte Unternehmen, selbstständige Berater, CSR-Mitarbeiter, Projektmitarbeiter oder Nichtregierungsorganisationen.  Alle verbindet das Ziel,  für eine bessere Welt zu wirtschaften.

Unsere Mitglieder erhalten je nach ihrem individuellen Bedarf zielorientierte Unterstützung und Beratung, nicht nur durch unser Netzwerk, sondern auch durch unsere Programme.

Mehr als nur ein Co-Working Space

Das Impact Hub ist wesentlich mehr als ein klassischer Co-Working Space, sondern ein Netzwerk, ein Ökosystem! Es ermöglicht einen unglaublich kreativen Wissensaustausch und gibt Raum für eine Kultur der kooperativen Zusammenarbeit. Als Rahmen- und Impulsgeber bauen wir eine Community auf, die für die Leute zu Verfügung steht, die diese mitgestalten wollen. Die jährlich durchgeführte global Member Survey (Mitgliederbefragung) ergab, dass unsere Mitglieder in München das Impact Hub besonders für die Teilhabe an einer größeren Gemeinschaft (80,9% Zufriedenheit) und der ko-kreativen Zusammenarbeit mit anderen Membern (86,4% Zufriedenheit) schätzen.

Hinzu kommen unsere Förder- und Beratungsprogramme. Unser Ziel ist es, diesbezüglich Startups ein breites und qualitativ hochwertiges Angebot bieten zu können. Wir befinden uns auf bestem Wege, dieses Vorhaben umzusetzen. Beispielsweise kooperieren wir in unserem Programm „Business Clinics“ mit der Boston Consulting Group, damit diese mit vier Startups in den kommenden drei Monaten gemeinsam an gezielten Unternehmensfragen und Problemstellungen arbeiten können. Eine Teilnahme an diesem Angebot steht für alle Member, die sich beworben haben und ausgewählt wurden, kostenfrei zu Verfügung.

Ein Meetingraum im Impact Hub (© Impact Hub)

Ein Meetingraum im Impact Hub (© Impact Hub)

Ein weitaus größeres Programm, welches wir momentan mit der Münchner Rückversicherung implementieren, ist das Fellowship Eight Billion Lives. Dieses einjährige Programm begleitet gemeinwohlorientierte Startups in ihrer Inkubationsphase mit maßgeschneiderten Coachings und Trainings, einem ersten Seed-Funding (ohne Eigenkapitalbeteiligung), einem Arbeitsraum und Zugang zu unseren weltweiten Netzwerk. So bieten wir ihnen den idealen Rahmen, damit sie mit ihren Unternehmungen loslegen können. Die ersten Erfolge des Programmes zeichnen sich bereits aus. Useley hat beispielsweise seine Bestellungen im Laufe die letzten Monate verdreifachen können, Querfeld haben ihr erstes Großhandelsprodukt auf den Weg gebracht und einige Preise gewonnen. Hawa Dawa gewinnt zunehmend an medialer Aufmerksamkeit und Seeds of Hope startet mit ihrem ersten großen Projekt in Indien. Dabei setzen wir die Rahmenbedingungen auf und geben die nötigen Impulse, die Arbeit müssen die Startups immer noch selber machen.

Besondere Challenge: Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften

Um erfolgreich zu sein, muss ein Startup…

Ein klassisches Startup braucht zahlende Kunden, muss Wachstumskapital akquirieren und Umsatz generieren. Bei gemeinwohlorientierten Startups sieht das noch etwas anders aus. Es braucht zusätzlich eine klare Definition davon, was gemeinwohlorientiertes Wirtschaften für sie bedeutet und wie sie dies in ihrer Art zu wirtschaften reflektieren  wollen. Im den Sinne haben Social Startups sozusagen eine doppelte Herausforderung, weil sie nicht nur wissen müssen, wie sie Geld in die Kasse bringen werden, sondern auch, wie sie ihr Vorhaben mit ihrer Gemeinnützigkeit unter einen Hut bringen wollen. Dies ist sicherlich etwas schwieriger als in anderen Sektoren. Dennoch ist es wichtig, dass sich Startups auch im sozialen Unternehmertum langfristig gesehen selbstständig tragen können, d.h. nicht dauerhaft von Spenden leben müssen. Dass dies durchaus funktioniert, kann man an zahlreichen erfolgreichen Unternehmen sehen, wie zum Beispiel Kuchentratsch, Shoemates, Sichtbarmacher oder Polarstern Energie.

Blick von oben (© Impact Hub)

Blick von oben (© Impact Hub)

 

Warum braucht ein gutes Startup überhaupt einen Ort wie den Impact Hub im Rücken?

Der Impact Hub stellt Startups einen Biotop mit Unterstützungsstrukturen zur Verfügung. Dabei sind wir mit unserem Angebot in München einzigartig. Die IHK beispielsweise bietet noch nicht genügend Unterstützung für gemeinwohl-orientierte Unternehmungen an. Dabei ist es für Startups gerade in der Anfangsphase wichtig, in einem geschützten Raum ihre Geschäftsidee testen zu können, sich von anderen inspirieren zu lassen, Erfahrungen auszutauschen und  ihre Fähigkeiten zu festigen. Der Impact Hub hilft diesen Unternehmern, ihre PS auf die Straße zu bringen!

Diese „Community Norms“ spiegeln sich auch in unserer Member Survey wieder. Unsere Mitglieder profitieren von den geteilten kollaborativen Werten und dem gegenseitigen Vertrauen. Fast ¾ der Member finden es leicht, untereinander um Hilfe zu bitten und fühlen sich gut dabei, neue Ideen mit anderen Membern durchzusprechen.

Zusätzlich bieten wir einen internationalen Arbeitsraum an. Unsere Mitglieder haben nämlich die Möglichkeit, in jedem der weltweit 90 Hubs zu arbeiten.

Was ist der größte Fehler, den ein Startup machen kann?

Die Konsequenzen der Entscheidung einer Finanzierungsquelle zu Unterschätzen. Meistens setzt diese nämlich die zukünftige Entwicklung einer Unternehmung bereits im Anfangsstadium fest. Ein Bankkredit hat beispielsweise ganz andere Auswirkungen als ein Investor.

Das Impact Hub selbst, als etwa 4 Jahre altes Startup basiert auf unabhängiger Finanzierung durch Bank- und Kleinkredite. All das ist in unserer Gemeinwohlbilanz nachzulesen.

Impact Hub Arena (© Impact Hub)

Impact Hub Arena (© Impact Hub)

Ein weiterer Fehler ist es, ein exponentielles Wachstum zu erwarten. Die Realität zeigt nämlich, dass Wachstum alles andere als exponentiell verläuft. Es ist wichtig, von dieser Erwartungshaltung wegzukommen um ein organisches Wachstum zu ermöglichen.

Letztendlich ist es sehr wichtig, eine richtige Chance von einem reinen „Zocken“ unterscheiden zu können. Wenn man nicht in der Lage ist, die Situation zu beeinflussen und man sich lediglich auf etwas stürzt, weil man beispielsweise gerade ein paar Kunden in einem Bereich gefunden hat, kann es sein, dass man sich verzockt und am Ende leer ausgeht.

Der Trend des Jahres ist…

… auf Trends zu scheißen! Natürlich weiß jeder, dass Themen wie Klimawandel, Smart Cities, Flüchtlinge und Lebensmittelverschwendung aktuell wichtige Themen sind. Aber viel wichtiger als Trends zu folgen ist es, das zu tun, was man für richtig und wichtig empfindet.

Erfolgsrezept: Von Beginn an professionell Arbeiten

Welche Eigenschaften macht die Münchner Startup Szene so besonders?

© Impact Hub

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Obwohl Berlin immer noch die größte Gründungsregion in Deutschland ist, erlebt Bayern gerade einen regelrechten Startup-Boom. Hier in München ist es vor allem wichtig, von Anfang an professionell an die Arbeit heran zu gehen. Da Bayern eine wirtschaftlich starke Region mit hoher Kaufkraft aber auch teuren Preisen ist, müssen Startups in der Lage sein, hier mitzuhalten.

 

Last but not least: Wie kommen Startups mit Euch ins Gespräch?

Indem sie einfach in den Hub kommen und uns ansprechen! Ihr könnt das zum Beispiel jeden zweiten Donnerstagmittag zum „Sexy Salad“ oder bei einer Hub Tour. Schaut einfach auf unserer Homepage unsere Events an und kommt vorbei.

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München
und die Region, das von der Stadt München, der IHK für München und Oberbayern und dem Zusammenschluss 4Entrepreneurship entwickelt wurde. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH). Unterstützt wird die Initiative u.a. vom Freistaat Bayern.