Gastbeitrag: Der Brexit und die Folgen

Gastbeitrag: Der Brexit und die Folgen

Ein Artikel von Alessandra Maino

Mit dem Brexit-Votum wurde vor kurzem eine der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft der Europäischen Union und der dazugehörigen Länder getroffen. Die ersten Folgen des Brexits — wie etwa der Absturz von Pfund und Aktien sowie der Rücktritt des britischen Premier David Cameron — sind schon zu spüren, aber die mittel- bis langfristigen Konsequenzen des Austritts Großbritanniens werden sich erst in den nächsten zwei bis fünf Jahren zeigen.

Fest steht, dass der Brexit weitreichende Konsequenzen auf die Märkte und auf die wirtschaftliche Dynamik Europas haben wird. Für die deutsche Startup-Szene sei die unerwartete politische Wende nach Meinung von Christoph Gerlinger, CEO der German Startup Group, „eine gute Nachricht“. Die Meinung Gerlingers wird von vielen deutschen Entrepreneuren geteilt: nach dem Ausritt des wichtigsten Startup-Zentrums Europas, London, werden allerseits positive Auswirkungen für die deutsche Tech-Startup-Szene erwartet. Insbesondere Berlin wird als potentieller nächster Startup-Hub Europas betrachtet. Auch Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Startups, stimmt dieser Meinung zu: „Berlin wird der Gewinner und London der Verlierer sein.”

Ist Berlin die einzige deutsche Stadt, die das Potenzial hat, Londons Rolle zu beziehen? Wie steht’s um München?

Obwohl sich die deutschen Medien bisher auf Berlin und seinen potentiellen Aufstieg zu Europas Startup-Metropole fokussiert haben, gibt es in Deutschland viele andere Städte, die ein großes digitales Potenzial haben, sich in den nächsten Jahren zu wichtigen Startup-Zentren zu verwandeln – in erster Linie München.

München als Digitalstandort

Laut einer EU-Studie von 2014 liegt München auf dem ersten Platz unter den europäischen Städten, die am meisten Risikokapital im Technologiesektor anzogen. Außerdem ist München – nach Berlin – die Stadt mit der größten Startup-Dichte in Deutschland. Zu den erfolgreichsten Startups mit Sitz an der Isar zählen das Vergleichsportal Check24 und der Carsharing-Service DriveNow. Außerdem nennt die Internationale Beratungsgesellschafft Deloitte — anhand aussagekräftiger Daten — München Deutschlands Digitalstandort Nummer eins.

Für junge Unternehmen und ihre Gründer hat München viel anzubieten: in erster Linie die Nähe zu Investoren, da viele Venture Capitalists und Business Angels in München sitzen. Außerdem bietet die Stadt an der Isar verschiedene Beratungen und Coachings für Gründungswillige, diverse Förderungen und internationale Events, unter anderen das dreitägige Bits & Pretzels Festival. Die Präsenz zahlreicher etablierter Industrie-Unternehmen – und damit mögliche Kunden – und hochqualifizierte junge Fachkräfte aus den Universitäten runden das Angebot ab.

Ob die Münchener oder Berliner Startup-Szene nach dem Brexit das größte Wachstum erleben wird, wird sich zeigen. Fest steht, dass die Tech Branche eine große Chance für Deutschland darstellt und dass die Startup-Szene eine allmählich größere Rolle in Sachen Wirtschaft und Innovation spielen wird. Florian Nöll kommentiert dazu:

„die Startups sind nicht mehr aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft wegzudenken. Sie werden der Mittelstand von morgen und ich bin sicher, dass sich unter den 6000 Startups in Deutschland heute schon Weltmarktführer von morgen befinden.“

Alessandra Maino

Alessandra 99designs

Alessandra Maino ist Digital Marketing Manager bei 99designs.