Datenkontrolle, aber sexy! – 7 Fragen an… Emvolution

Datenkontrolle, aber sexy! – 7 Fragen an… Emvolution

Emvolution

Sebastian Wolfsteiner, einer der Gründer von Emvolution (© LMU EC)

Das Münchner Startup Emvolution hat kürzlich mit personiq eine Personalisierungssoftware für den Internetnutzer auf den Markt gebracht. Damit können User sicherer und direkter die Inhalte im Internet sehen, die sie wirklich interessieren.

Das Startup möchte eine Alternative zu dem verbreiteten Geschäftsmodell „Tausche Daten gegen kostenlose Dienste“ anbieten und Usern die Möglichkeit geben, ihre Daten besser zu verstehen, deren Wert realistisch einzuschätzen und selbst kontrollieren zu können, wer die Daten nutzen darf.

Mehr dazu hat uns einer der Gründer, Sebastian Wolfsteiner, in unseren „7 Fragen an Münchner Startups“ verraten.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir haben eine Plattform entwickelt, die es dem User ermöglicht seine digitalen Dienste und Inhalte für sich zu personalisieren und damit relevanter zu machen.

Mit Hilfe eines Plugins erkennen wir die Interessen des Users und bieten ihm darauf basierend Inhalte, die zu ihm passen und ihn gleichzeitig inspirieren sollen. Als ersten Dienst personalisieren wir auf personiq.de Nachrichten und Artikel für den User.

Bestimme über Deine Daten

screenshot_personiq_2Zusätzlich geben wir jedem Nutzer die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Informationen bei der Personalisierung verwendet werden dürfen. Das heißt, der User erhält im ersten Schritt Transparenz darüber, welche Interessensgebiete in seinem täglichem Surfverhalten die größte Rollen spielen und im zweiten Schritt kann er festlegen, ob und welche Information für die Anpassung seiner Nachrichten verwendet werden darf. Die Kontrolle der eigenen Daten und wie sie verwendet werden ist für uns dabei entscheidend.

 

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Personalisierung ist heute in vielen Fällen ungenau, meist kompliziert einzustellen oder eher oberflächlich. Es gibt bereits einige Dienste, die die Anpassung ihrer Inhalte ermöglichen. Dabei muss der User aber entweder selbst manuell auswählen, welche Themen für ihn relevant sind oder sein Surf- und Klickverhalten wird einfach ohne seine explizite Zustimmung oder Freigabe ausgewertet.

Wir selbst lieben personalisierte Inhalte und Webseiten, möchten jedoch mehr Transparenz darüber, welche Informationen dafür genutzt werden oder sie sogar korrigieren können – denn Algorithmen ziehen auch manchmal die falschen Rückschlüsse und nerven die User somit mit falsch ausgewählten Inhalten.

Datenkontrolle ist nicht sexy …

… oder doch?

 

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Entscheidend ist, dass der User ein Bewusstsein für den Umgang mit seinen Daten entwickelt und aktiv beeinflussen möchte,  wie und wann die Daten verwendet werden dürfen.

Bei Emvolution erleben wir täglich die Ambivalenz der User in Bezug auf den Umgang mit ihren Daten – alle wollen tolle Dienste nutzen und gleichzeitig ist Datenschutz und -kontrolle ein wichtiges, aber eher langweiliges und unsexy Thema. Emvolution möchte dem User eine Möglichkeit bieten, auf einfache Weise die Verwendung seiner Daten selbst zu steuern und zu kontrollieren.

Wir sehen daher Transparenz über die eigenen Daten und Kontrolle durch den User als zentralen Mittelpunkt von personiq und glauben, dass das Teilen von Informationen zu einem cooleren Erlebnis innerhalb des jeweiligen Dienstes führt.

… wird aber leidenschaftlich diskutiert

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Datenkontrolle und die Verwendung der eigenen Daten ist in Deutschland ein sehr leidenschaftlich diskutiertes Thema. Zum Glück weckt es auch bei vielen das Interesse, an dem heutigen Umgang etwas zu ändern. Gleichzeitig erleben wir, dass auf jeden einzeln maßgeschneiderte Inhalte den Spaß und die Relevanz erhöhen.

Wir sind derzeit in der Beta-Phase und optimieren das Produkt täglich, bekommen viele Rückmeldungen und haben interessante Gespräche mit Usern, die bereits eine gewisse Sensibilität für das Thema haben, aber auch mit potenziellen Nutzern, die eher eine lockere Einstellung dazu haben. Von beiden lernen wir extrem viel und lassen dies in die Produktentwicklung einfließen.

Auch (potenzielle) Investoren führen diese Diskussionen meist erst auf einer leidenschaftlich-persönlichen Ebene, bevor wir wirklich zum Geschäftlichen kommen.

5. Was bedeutet München für Euch?

Ob Siemens, BMW oder Augustiner: München steht für Technologie mit Kundenbezug und Freude an Ingenieurskunst. Wir haben exzellente Unis und interessante Menschen hier, die alle mit Wissen und Leidenschaft viel bewegen.

Zusätzlich haben wir anstelle des Berghain echte Berge mit viel Lebensqualität. Wer ist nicht lieber in einer Stunde in Garmisch-Partenkirchen als in Greifswald. Gleichzeitig ist München für uns die schönste Stadt Deutschlands und mit Giesing haben wir den idealen Stadtteil für uns erwischt. Mit dem Giesinger Bräu als Nachbarn sind wir kulinarisch bestens versorgt und sind am See genauso schnell wie am Eisbach.

Der richtige Umgang mit Daten betrifft jeden Einzelnen

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn?

Wir entwickeln ein Produkt mit dem User für den User und möchten ihm eine Alternative zu den bestehenden Methoden der Datenkontrolle und Personalisierung ermöglichen. Der richtige Umgang mit Daten ist nicht nur für Unternehmen wichtig, sondern auch für jeden Einzelnen. Daher bietet Emvolution den Nutzern eine einfache und schnelle Möglichkeit, ihre persönlichen Daten selbst zu steuern und zu kontrollieren.

screenshot_personiq_1

7. Helles oder Prosecco?

Definitiv Helles – jeden Montag nach dem Team-Meeting treffen wir uns auf ein schnelles Helles, um auch mal vom Daily Business abzuschalten und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Stößchen! 😉

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München
und die Region, das von der Stadt München, der IHK für München und Oberbayern und dem Zusammenschluss 4Entrepreneurship entwickelt wurde. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH). Unterstützt wird die Initiative u.a. vom Freistaat Bayern.