MUST Summit 2017 – gute Aussichten für Tech-Startups

MUST Summit 2017 – gute Aussichten für Tech-Startups

Bei strahlendem Sonnenschein ging der MUST Summit 2017 mit einer Runde B2B-Speeddating und persönlichen Einzelgesprächen zu Ende.

Partner finden, um gemeinsam Innovationen voranzutreiben

Fokus der Konferenz lag auf dem Deal-Making von Tech-Startups mit Industrie, Investoren, Wissenschaft und anderen wichtigen Stakeholdern. Rund 400 Teilnehmer bahnten sich den Weg in die Eisbach-Studios, um sich über Themen wie Künstliche Intelligenz, Autonome Maschinen, Energieeffizienz, Mobilität und digitalen Handel auszutauschen.

Klaus Sailer, Geschäftsführer des Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE), zum Event:

Ich freue mich, dass bei MUST Summit diese Vielzahl an Stakeholdern aus dem Ökosystem vertreten sind, bei einer Konferenz, die von den Entrepreneurship Zentren der Münchner Unis initiiert wurde. Das zeigt, dass für das Ökosystem Academia auch als Enabler sehr wichtig ist.

Die Teilnehmer erwartete ein gut gefülltes Programm: Panels thematisierten Fragen wie die Vor- oder Nachteile von Corporate Venturing, wie disruptive Vorgehensweisen aussehen könnten oder wie Großkonzerne mit Startups im digitalen Zeitalter kooperieren sollten.

Bridging the cultures und unterschiedliche Blickwinkel der Startups und Corporates

Spannend war hier insbesondere die gemischte Besetzung der Panels mit Corporates und Startups, aus denen bereichernde Diskussionen entstanden. So sprach beispielsweise Nikolay Hvvid, CEO von Bragi, gemeinsam mit Peter Schwarzenbauer, Vorstandsmitglied der BMW AG und mit Alexander Schlaubitz, Vizepräsident Marketing von Lufthansa, über die strategische Zusammenarbeit von Startups mit Global Players.

Wie schwierig es in Konzernen manchmal sei, nach links und rechts zu schauen, konnte Hvvid beobachten. Und ergänzte, dass Deutschlands Konzerne gerade auch im Vergleich zu den USA oder China eindeutig Nachholbedarf hätten und wesentlich mehr von den Startups profitieren könnten.

Hvvids Rat an die Großunternehmen:

„Let the small ones do the work. Let them make the errors.“

„Wir kämpfen ums Überleben“

Peter Schwarzenbauer beschrieb die Situation von BMW gar als Überlebenskampf und erklärte, wieso der Konzern angewiesen sei auf innovative Startups:

„Ich bin überzeugt, dass wir uns in einer Phase befinden, wo es in den nächsten 10 Jahren mehr Veränderungen in der Automotive Industrie geben wird als es in den letzten 100 Jahren gegeben hat.

Vor allem die Geschwindigkeit der Veränderung ist für uns ein Thema. Hier suchen wir bewusst nach Startups, die uns bei der Entwicklung von Technologien, bei Ideen in der Umsetzung helfen können, diese Transformation auch wirklich zu verstehen.“

MUST 2017 Schwarzenbauer BMW

Peter Schwarzenbauer, BMW, und Dan Ram, Moderator, auf dem Panel zu „Strategic Collaboration between Industry Players and Startups“ (v.l.n.r.)

Gleichzeitig erklärten die Corporates, wie sie den Startups helfen könnten: Durch langjährige Expertise, bestehende Strukturen und Netzwerke — und natürlich auch beim Markteintritt in andere Länder.

Nicht zu unterschätzen sei vor allem aber der Vertrauensvorschuss der Kunden in etablierte Unternehmen. Schließlich würden sich beim Kunden bei Themen wie dem ‚Autonomen Fahren‘ folgende Fragen stellen: Wenn man in ein autonomes Fahrzeug einsteigt, wem vertraut man da eher sein Leben an? Jemandem, der das zum ersten Mal macht? Oder dem, der viele Jahre Erfahrung im Bauen von Fahrzeugen hat?

Eine Arena für das Publikum und eine Bühne, die sich dreht

Ebenfalls spannend, besonders für die Panelists, war die Drehbühne inmitten der Veranstaltungsarena. Einige hatten wohl Sorge, seekrank zu werden — was sich glücklicherweise als unbegründete Angst erwies.

Must Panel

MUST Panel zu „Disruptive Technologies require Disruptive Approach“

 

In knapp 100 Pitches konnten außerdem die internationalen und nationalen Startups ihre Innovationen darstellen, den Investoren ihre Geschäftsmodelle erklären und potentielle Partner auf sich aufmerksam machen.

Überraschungsdeals

Sebastian Dominguez, Geschäftsführer des Münchner Startups Caala, sucht bei MUST Kontakt zu Investoren für die Seed-Runde und potentielle Kunden. Was die Konferenz für ihn besonders attraktiv macht:

„Hier haben wir die Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre in Kontakt zu treten und zu erfahren, was wird benötigt, was müssen wir liefern, damit wir interessant sind als Partner.“

Der lockere Austausch stand auch abends beim sogenannten ‚Dinner Crawl‘ im Vordergrund. Beim ‚Crawlen‘ lernten die kunterbunt zusammengewürfelten Gruppen nicht nur jeweils drei unterschiedliche Münchner Restaurants, sondern vor allem neue Gesprächspartner kennen. Ebenso wie bereits bei MUST 2016 ergaben sich hier überraschende Matchings. So will ein spanisches Startup künftig die Technologie eines deutschen Startups zur verbesserten Herstellung seiner Produkte einsetzen.

Das Vernetzen und Deal-Making standen beim MUST Summit im Fokus. Nicht zuletzt könnte aber auch die Abschlusslocation beim B2B-Speeddating noch das ein oder andere internationale Startup davon überzeugen, eine Geschäftsstelle in München zu gründen.

must summit 2017 aussicht highlight towers

Blick aus den Towers bei den MUST Summit One-on-ones und dem Business Speeddating.

Wo sonst hat man solch gute Aussichten!?

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München
und die Region, das von der Stadt München, der IHK für München und Oberbayern und dem Zusammenschluss 4Entrepreneurship entwickelt wurde. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH). Unterstützt wird die Initiative u.a. vom Freistaat Bayern.