Livestreaming der nächsten Generation – 7 Fragen an… HIGGS!
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Livestreaming der nächsten Generation – 7 Fragen an… HIGGS!

Wie können Live-Videos auf Facebook & Co optimiert werden? Sagen wir beispielsweise durch die Möglichkeit eines Perspektivwechsels, ohne, dass die Kosten dafür explodieren. Ganz einfach: Mit HIGGS.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Euer Produkt bitte kurz vor!

Wir sind ein Team von mittlerweile zehn Personen, das jeden Tag dafür arbeitet, die nächste Generation von Livestreaming einzuläuten. Die vier Gründer haben sich während ihrer Studienzeit an der TU München über das Manage&More Stipendium der UnternehmerTUM kennengelernt. Genauso wie der Rest unseres Teams, haben wir sehr unterschiedliche fachliche Hintergründe: Jakob Bodenmüller (TUM-BWL & Informatik), Lucas Jacobson (Wirtschaftsinformatik), Glenn Glashagen (Physik) und Leon Szeli (Psychologie, Kommunikation & Consumer Affairs).

HIGGS Teambild

Das Team von HIGGS scheint eine gute Zeit zu haben… (© HIGGS)

Mit der Software von HIGGS kann man mehrere Kameraperspektiven von Smartphones in einem Livestream verbinden. Konkret können z.B. auf einer Konferenz einige Smartphones auf Stativen platziert oder mit der Hand gehalten werden. Diese Perspektiven werden dann auf einem Tablet gebündelt. Dort kann man dann wie ein Regisseur die beste Perspektive mit einem einfachen Fingertippen wählen. Diese wird dann live auf die Plattform der Wahl wie z.B. Facebook, Youtube oder die eigene Website gestreamt. Es entsteht also ein Live-Video mit Perspektivwechseln wie man es zum Beispiel von einer Übertragung eines Fußballspiels aus dem TV kennt.

Wir nutzen hierfür eine patentierte Technologie und sind die erste Software, die Livestreams aus mehreren Perspektiven auf Android ermöglicht. Was früher noch jede Menge Know-how, kilometerweise Kabel, einen Bildmischer, Übertragungswägen und extrem teure Kameras erfordert hat, können wir deutlich unkomplizierter und günstiger anbieten.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Das ist richtig, professionelle Filmteams bieten diesen Service auch an. Für circa 10.000€ pro Eventtag. Das können wir für ein Zehntel der Kosten anbieten. Auch wenn mit teuren Kameras in 4K gefilmt wird, hilft dies bei der Vermarktung über Facebook wenig, da das Video komprimiert wird.

Zudem ist unsere Vision, dass jeder Besucher eines Events mitfilmen kann und so seine eigene Perspektive zum Stream beisteuern kann. Somit bietet unsere Lösung neben dem immensen Kostenvorteil auch eine größere Authentizität und Flexibilität.

Größte Herausforderung: Die Netzabdeckung in Deutschland

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Die Netzabdeckung in Deutschland. Aktuell entscheiden wir individuell – je nach Eventlocation, ob wir auf das WLAN vor Ort setzen oder über LTE gehen. Prinzipiell ist Deutschland hier leider alles andere als ein Vorreiter.

Director Mode (© HIGGS)

Wir tun, was wir können um auch bei schlechterer Netzabdeckung vor Ort einen stabilen Stream liefern zu können. Wir arbeiten daran, die Qualität des Videos durch adaptive Bitrates an die aktuelle Internetverbindung anzupassen um Livestreams überall möglich zu machen. Trotzdem kann der für 2020 geplante Launch von 5G in Deutschland aus unserer Sicht natürlich nicht früh genug kommen.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir arbeiten mit mehreren ausgewählten Pilotkunden wie Sky Deutschland, Vodafone und der UNO zusammen. Es gibt eine hohe Nachfrage nach kostengünstigen Livestreams, die für Social Media optimiert sind. Der Markt wächst jährlich um 18%. Unser Vorteil ist, dass wir zusätzlich eine neue Zielgruppe erschließen, für die ein Livestream bis dato das Budget gesprengt hätte.

5. Was bedeutet München für Euch? 

München ist für High Tech Startups aus unserer Sicht aktuell die attraktivste Stadt in Deutschland. Wer eine Plattform aufbauen will geht nach Berlin, wer den Fokus auf Tech hat, sollte sich auf jeden Fall mit München befassen. Mit zwei exzellenten Universitäten, einer FH, der UnternehmerTUM, Manage&More, dem CDTM, dem LMU EC und vielen weiteren studentischen Initiativen wie Academy Consult bietet München ein einzigartiges Ökosystem. Insbesondere der Zugang zu Talenten ist unglaublich in München. Der Großteil unserer Mitarbeiter stammt aus dem Master in Informatik an der TUM.

HIGGS in Action (© HIGGS)

Wir strecken zwar auch gerade unsere Fühler ins Silicon Valley aus – ich (Leon) gehe für ein Forschungsprojekt nach Stanford – dennoch ist und bleibt München die Heimat und das Herzstück von HIGGS.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Indem wir es jedem Menschen auf der Welt ermöglichen ein kostengünstiges und dennoch qualitatives Live-Video zu erstellen. Entscheidend wird, dass wir den Schritt vom Service zur reinen Software-Lösung schaffen. Aktuell schicken wir Freelancer – ausgestattet mit unserer Technologie – auf die Events. Hierfür muss das Produkt noch leichter und intuitiver bedienbar sein, damit die Kunden selbst und irgendwann auch die Eventbesucher kinderleicht einen Stream mit mehreren Perspektiven erstellen können.

7. Club oder Boazn? 

Erst Boazn und im Anschluss in den Club.

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München und die Region, das von der Landeshauptstadt München entwickelt wurde. Mitinitiatoren bzw. Kooperationspartner sind die UnternehmerTUM, das Entrepreneurship Center der LMU, das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) und die IHK für München und Oberbayern. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH).