„Wir müssen mutiger werden!“ – Daniel Vukovic von Munich Venture Partners
© Munich Venture Partners

„Wir müssen mutiger werden!“ – Daniel Vukovic von Munich Venture Partners

Worauf es Investoren bei einem Startup ankommt und wie mehr Venture Capital nach Deutschland gelockt werden kann, darüber haben wir mit Daniel Vukovic von Munich Venture Partners geredet. Er hat uns außerdem verraten, was beim Gründen als absolutes No-Go gilt.

Stell Dich doch nochmal kurz vor. Wer bist Du und was machst Du bei Munich Venture Partners?

Als Investment Associate bin ich in vielen Prozessen auf Investmentebene als auch Fondsebene involviert, unter anderem unterstütze ich Unternehmen wie die Electrochaea GmbH und die Prolupin GmbH. Zudem bin ich als Scout für das Dealflow Sourcing zuständig und besuche, wie meine Kollegen, Events in Deutschland und Europa, um neue Startups kennenzulernen und Trends aufzuspüren.

Daniel Vukovic von Munich Venture Partners

Daniel Vukovic © Munich Venture Partners

Immer flexibel bleiben!

Welche Faktoren sind für Dich entscheidend, wenn es darum geht, in ein Startup zu investieren?

Über allem steht das Team. Hier kommt es auf verschiedene Faktoren an. Neben fachlicher und unternehmerischer Kompetenz braucht es auch operative Exzellenz. Saubere Strukturen und Prozesse sind essentiell, damit Visionen schnell verwirklicht werden können, das Unternehmen wachsen kann und im Bedarfsfall Anpassungen on-the-fly und lean vorgenommen werden können. Die Idee an sich muss durch eine herausragende Technologie gestützt sowie skalierbar sein und vom Timing her passen. Ist das gegeben, kann das Startup seine Entwicklung selbst bestimmen und an den internen Stellschrauben drehen, um sich stetig weiterzuentwickeln. Wenn die angestrebte Lösung dann noch nachhaltig bestehende Wertschöpfungsketten aufbricht und neu gestaltet, dann zählen wir von Munich Venture Partners dies zu Transformative Technologies und sehen ein Potenzial für ein mögliches Investment.

 Was ist der größte Fehler, den ein Startup allgemein machen kann?

Mangelnde Flexibilität — nichts darf bei der Unternehmensentwicklung heilig sein und man sollte sich auch stetig hinterfragen. Daher ist die Bereitschaft sich und seine Lösung weiterzuentwickeln bzw. neu zu erfinden ein Schlüssel zum Erfolg. Zum Beispiel kann es sein, dass der Markt Geschäftsmodelle nicht wie geplant annimmt bzw. Marktbedürfnisse sich während des Entwicklungszyklusses ändern. Und auch wenn gute Konzepte greifen, ist es unabdingbar, dass das Startup sich stetig anpasst, um am Markt dran zu sein und seinen Vorsprung weiter auszubauen.

Um erfolgreich zu sein, muss ein Startup…

…drei Eigenschaften mitbringen:

  • leidenschaftlich an sich selbst und seine Idee glauben,
  • gut verkaufen können und
  • ausdauernd sein — egal ob beim Produkt oder während Finanzierungsrunden

„Wir brauchen deutschland- und europaweit große Exits“

Was sind für Dich aktuell die vielversprechendsten Trends in der Startup-Welt?

Zu den heißesten Trends zählt ganz klar das Internet der Dinge (IoT) in Bezug auf verschiedene Verticals. Aber auch Themen wie Artificial Intelligence, BlockChain oder Robotics sind im Moment sehr spannend.

Was muss sich ändern, um mehr Venture Capital nach Deutschland zu locken?

Wir brauchen unbedingt deutschland- und europaweit große Exits. Nur so stellen wir sicher, dass das VC-Ecosystem sich entfaltet und weiter wächst. Exits sorgen für mehr Know-how und Kapital, was die Qualität der Startup-Landschaft weiter verbessert und somit alle Beteiligten im Ecosystem stärkt. Diese Erfolgserlebnisse sind wichtig. Ein Kreislauf, der gefüttert werden will. Wir müssen mutiger werden, Startups zu großen Playern aufzubauen, die sich dann in der Zukunft daran erinnern, was der Ursprung ihres Erfolgs war und wissen, dass das Startup-Ecosystem weitere vielversprechende Lösungen bereithält. Zudem muss die inländische Wirtschaft an sich mutiger werden, wenn es um das Thema „Trade Sales“ geht, ansonsten geht der Ausverkauf von zukunftsträchtiger Technologie in Europa weiter.

München bietet alles, was das Startup-Herz begehrt

Warum und für wen sind in der heutigen Zeit Startups so wichtig?

Startups sind der Motor für unsere Gesellschaft von morgen. Die Startups sind ein zentraler Faktor, damit Deutschland seine Innovationskraft am Laufen hält.

 Warum ist München ein guter Nährboden für Startups? Was schätzt Du besonders?

München bietet einem Startup alles, was es wünscht — ein großes VC-Netzwerk sowie viele Incubatoren/Acceleratoren, eine gute Infrastruktur (z.B. Universitäten), viele Blue-Chip-Konzerne, aber auch zahlreiche Talente bzw. Gründer und eine Kultur, die Fleiß und Bodenständigkeit fördert.

Bei welchem Eurer Investments seht Ihr im Moment das größte Potenzial?

Unser Portfoliounternehmen relayr zählt zu den Rockstars unter den IoT Plattformen. Mit dessen Industrielösungen sorgen sie mächtig für Furore. Ein weiteres Highlight unter unseren Investments ist das Allgäuer Unternehmen sonnen. Das Team bereitet einigen etablierten Firmen Kopfzerbrechen, da sie die Wertschöpfung im Energiemarkt neu definieren und dabei sind, den Markt völlig auf den Kopf zu stellen. Neben unseren anderen tollen Firmen im Portfolio kann auch Electrochaea aus Planegg an dieser Stelle genannt werden. Mit ihren Power-to-Gas Lösungen zählen sie zu den Marktführern beim Thema biologischer Methanisierung und sind eine Antwort für großskalige Energiespeicher sowie CO2-Recycling. Ich bin mir sicher, auch hier werden wir noch viele positive Nachrichten hören.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München
und die Region, das von der Stadt München, der IHK für München und Oberbayern und dem Zusammenschluss 4Entrepreneurship entwickelt wurde. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH). Unterstützt wird die Initiative u.a. vom Freistaat Bayern.