Gastbeitrag: Praktische Social Media Tools für Startups

Gastbeitrag: Praktische Social Media Tools für Startups

Von Julia Leutloff, Online-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Bloofusion Germany GmbH

Insbesondere junge, neu gegründete Unternehmen haben die enorme Wichtigkeit von Social Media als Kommunikationskanal erkannt und sind mit Inbrunst von Anfang an dabei. Doch bleibt im Startup-Alltag letztendlich doch nur begrenzte Zeit, Kreativität und vor allem auch Budget für die Betreuung der einzelnen Kanäle. Im Folgenden werden praktische und kostenlose Social-Media-Tools vorgestellt, die sich in der täglichen Praxis bewährt haben und das Leben jedes Social-Media-Verantwortlichen, speziell in kleinen Unternehmen deutlich vereinfachen werden.

Tool-Tipp Kreativ: Canva und Pablo

Dass visuelle Inhalte gerade im Social-Media-Bereich eine extrem wichtige Rolle spielen, werden die meisten erkannt haben. Trotzdem können kleine Unternehmen nicht unbedingt von Anfang an in einen Grafiker  — sei es intern oder extern — investieren. Eine andere smarte Lösung muss her, um visuell ansprechende Postings selbst zu kreieren. Das browserbasierte sowie als App verfügbare Designtool Canva ist mit seiner großen Auswahl an Layouts und der intuitiven Bedienung eines der stärksten und vor allem größtenteils kostenfrei nutzbaren Tools in diesem Bereich.

Canva bietet seinen Nutzern nicht nur alle gängigen Social-Media-Formate als Designvorlagen an, sondern auch viele weitere wichtige Dokumente wie Briefvorlagen, Präsentationen oder Flyer (Abbildung 1). Darüber hinaus können Nutzer auf eine große Auswahl an Grafiken, Bildern, Textelementen und Hintergründen zurückgreifen und individuell anpassen. Dazu können auch eigene Bilddateien und Logos hochgeladen werden, die dann als Grafikelement verwendet werden können. Die komplette Gestaltung erfolgt dabei einfach über Drag & Drop. Insbesondere wer kein Photoshop-Profi ist und trotzdem mit geringem Zeitaufwand ansprechende Layouts für seine Social-Media-Beiträge erstellen möchte, kann sich hier kreativ ausleben.

Abb. 1: Canva bietet dem Nutzer eine sehr große Auswahl an vordefinierten Formaten sowie die Möglichkeit, eine benutzerdefinierte Abmessung zu nutzen.

Wer es noch schneller und einfacher braucht und weniger komplexe Grafiken benötigt, dem sei Pablo von Buffer empfohlen. Vor allem, um schnell ein Blogpost-Bild für die Social-Media-Kanäle zu erstellen, ist dieses Tool wohl das effektivste. Es gibt bewusst nur drei Formate, die angewählt werden können und die sich dabei auf die Vorgaben von Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest stützen (Abbildung 2). Auch die Textfelder sind fest vorgeben und der Nutzer hat die Auswahl zwischen drei unterschiedlichen Platzierungen und ca. 25 Schriftarten. Wer ein gutes Zitat sucht, kann sich hierzu auch an einer großen Auswahl berühmter Sprüche und Redewendungen (in englischer Sprache) bedienen.

Durch das Anzapfen verschiedener freier Bilddatenbanken bietet Pablo dabei über 600.000 freie Bilder und Grafiken, die als Hintergrund genutzt werden können. Um das Ganze dennoch zu individualisieren, können die Bilder mit einem Filter und zusätzlich mit einem eigenen Logo versehen werden. Eine schnellere Möglichkeit eine Grafik für Social-Media-Postings zu erstellen, gibt es kaum.

Abb. 2: Pablo ist das wohl einfachste und schnellste Tool zum Erstellen von Grafiken.

Tool-Tipp Advertising: Facebook Creativ Hub und Audience Insights

Spätestens wenn die organische Reichweite nicht die Zahlen erreicht, die vom Unternehmen gewünscht sind, oder aber Social Media auch als Vertriebskanal genutzt werden will, kommen Startups nicht um die Bewerbung ihrer Beiträge herum. Gerade für einen Einstieg in die Welt der Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram sei hier das Facebook-eigene Tool Creativ Hub empfohlen. Zuallererst gibt es dort eine sehr gute und große Auswahl an verschiedenen Anzeigenformaten und -beispielen anderer erfolgreicher Unternehmen. Diese geben eine erste Inspiration, was möglich ist und wie Botschaften über Werbeanzeigen transportiert werden können (Abbildung 3).

Zum anderen bietet das Tool Einsteigern die Möglichkeit, Anzeigen als Mock-ups zu gestalten – ohne, dass diese wirklich schon im Werbeanzeigenmanager geschaltet werden. Besonders hilfreich ist dabei, dass alle angelegten Test-Anzeigen auch direkt auf den eigenen mobilen Newsfeed gesendet werden können. So hat man als Einsteiger direkt einen guten Eindruck wie die Anzeige beim Nutzer tatsächlich wirkt. Sollen Anzeigen später tatsächlich „live gestellt“ werden, können sie in den Werbeanzeigenmanager verschoben werden.

Abb. 3: Durch die Beispiele anderer Unternehmen erhält man Inspiration und kann nach diesen Vorlagen eigene Mock-ups erstellen.

Ebenfalls von Facebook ist das Tool Audience Insights, welches eine sehr detaillierte Auskunft zu aktuellen oder auch potenziellen Zielgruppen gibt und damit Werbetreibenden hilft, Nutzer besser zu verstehen. Das Tool liefert aktuelle Daten von Nutzern, die in den letzten 30 Tagen aktiv waren und gibt zu einer gewählten Auswahl (beispielsweise nach Interesse) weitere Fakten über das Aussehen der Zielgruppe aus (Abbildung  4). Insbesondere für Recherchezwecke zu potenziellen Zielgruppen sind die Audience Insights eine großartige Orientierung, um wichtige Merkmale zu identifizieren und diese in die Anzeigengestaltung auch mit einfließen zu lassen.

Abb. 4: Das Audience-Insights-Tool zeigt umfangreiche Daten und Merkmale der Zielgruppe.

Tool-Tipp Monitoring: Hootsuite und Fanpage Karma

Für Unternehmen, die nicht nur gelegentlich auf einem Kanal posten und interagieren, sondern darüber hinaus auch Aktivitäten überwachen und steuern möchten, sei Hootsuite als eine praktische Komplettlösung empfohlen. Hootsuite ist eines der beliebtesten Social-Media-Management-Tools, welches auch gleichzeitig eines der wenigen ist, das auch ein (limitiertes) kostenfreies Angebot zur Verfügung stellt.

In der kostenfreien Version können von einem Account drei Social-Media-Profile eingepflegt werden und so das Veröffentlichen, Überwachen, Analysieren und Planen von Nachrichten gesteuert werden (Abbildung 5). Das Tool ermöglicht es, Postings wahlweise in allen drei Netzwerken oder jeweils einzeln zu veröffentlichen – und dies auch als Vorausplanung, bspw. für Wochenenden. Auch die Kommunikation kann über Hootsuite erfolgen und alle Erwähnungen, Kommentare oder Nachrichten können direkt im Dashboard beantwortet werden.

Abb. 5: Bereits die kostenlose Version bietet die Möglichkeit, drei Social-Media-Profile zu überwachen und zu steuern.

Für einen kleinen Konkurrenz-Check bietet sich darüber hinaus Fanpage Karma an. Eigentlich ein kostenpflichtiges Engagement- und Monitoring-Tool, welches Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und Pinterest abdeckt. Doch auch die freie Version bietet die Möglichkeit, zumindest eine Seite genauer zu analysieren. Wer hier testweise den größten seiner eigenen Mitbewerber prüfen möchte, kann herausfinden welche Posting besonders erfolgreich, welche Art von Inhalten beliebt und welche Zeiten zum Veröffentlichen geeignet sind.

Abb. 6: Fanpage Karma ermöglicht es, schnell Konkurrenten zu überprüfen.

Fazit

Nicht jedes der vorgestellten Tools wird für alle Social-Media-Verantwortlichen in Startups gleichermaßen sinnvoll sein. Trotzdem bieten sie vor allem durch ihre kostenlosen Versionen und die einfache Bedienung insbesondere kleinen Unternehmen eine effektive Möglichkeit, Beiträge kreativ zu gestalten und zu überwachen sowie auch Werbekampagnen einfach zu managen. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall!