Die ganze Welt kann dir gehören! – Crowdfunding & Internationalisierung
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Die ganze Welt kann dir gehören! – Crowdfunding & Internationalisierung

Gerade junge, innovative Unternehmen nutzen Crowdfunding immer häufiger um den ersten Schritt aufs internationale Parkett zu wagen. Das kann eine super Chance sein, schon sehr früh eine weltweite Kundenbasis aufzubauen und als deutsches Startup sichtbar zu werden. Gleichzeitig ist es aber auch eine echte Herausforderung. Denn der Aufwand, den eine internationale Kampagne mit sich bringt, sollten Projektstarter, die auf Kickstarter, Indiegogo und Co. Geld für ihr Produkt einsammeln, nicht unterschätzen.

Schließlich kommen mit der internationalen Vermarktung jede Menge Aufgaben auf die Gründer zu. Eine produkt-basierte Crowdfunding-Kampagne mit dem klassischen Charakter eines Vorabverkaufs muss letztlich viele Regularien beachten, wie sie auch für das herkömmliche Auslandsgeschäft gelten. Generell bieten die Industrie- und Handelskammern hier einen guten Anlaufpunkt für alle unternehmerischen Fragen mit Auslandsbezug.

Keine Angst vor Zoll, Steuern und Co. – gute Vorbereitung ist alles

Wer zum Beispiel Waren aus Deutschland in Nicht-EU-Länder verschickt, muss sich über die geltenden Zölle informieren. Eine Übersicht über die aktuell geltenden Tarife liefert die Datenbank der Europäischen Kommission. Wichtig ist, solche Kosten rechtzeitig in die Preise der als Dankeschöns verschickten Waren einzukalkulieren und auch für die Unterstützer transparent darzustellen. Das verhindert beim Versand der Produkte böse Überraschungen für beide Seiten.

Außerdem können abhängig von Produkt und Zielland verschiedene Einfuhrbestimmungen gelten. Auch hier hilft euch die Datenbank der EU zu klären, was für Bestimmungen für das jeweilige Zielland gelten. Sind diese für einzelne Länder bzw. Produkte nur sehr aufwendig zu erfüllen (wie es z.B. für Lebensmittel der Fall sein kann), solltet ihr also überlegen, ob sich der Aufwand lohnt und ihr euer Produkt wirklich in diese Länder versenden möchtet. Wenn nicht, sollten Unterstützer schon während der Kampagne darauf hingewiesen werden, dass keine Dankeschöns dorthin verschickt werden können, um Enttäuschung zu vermeiden.

Auch das Thema Steuern sollten Crowdfunder rechtzeitig in Angriff nehmen. Der Gang zum Steuerberater ist hier dringend zu empfehlen. Denn eine Crowdfunding-Kampagne kann steuerlich sehr komplex werden, erst recht wenn sie international ausgerichtet ist. Zwar stellt der Branchenverband German Crowdfunding Network eine Steuer-Broschüre bereit, diese ist aber lediglich eine Orientierung und ersetzt nicht den Steuer-Experten.

Internationalisierung kann gefördert werden

Wer clever ist, kann sich bei seiner zuständigen IHK erkundigen, welche Fördermöglichkeiten es für Unternehmen gibt, die ein Auslandsgeschäft starten möchten. Wenn die (Förder-)Bedingungen auf eurer Seite sind, kann eine weltweite Crowdfunding-Kampagne sogar als Internationalisierungsstrategie gelten und förderfähig sein.

Für Bayerische Startups ist z.B. das Programm „Go International!“ spannend. Go International ist ein Förderprogramm der bayerischen IHKs und Handwerkskammern. Es soll KMUs in Bayern bei der Erstellung und Umsetzung einer Internationalisierungsstrategie zur Erschließung neuer ausländischer Märkte unterstützen. Seit Kurzem können nun auch junge Unternehmen von dem Programm profitieren.

Ihre Maßnahmen in einem oder zwei neuen Zielmärkten lassen sich jeweils mit bis zu 20.000 Euro fördern. Das können Messebeteiligungen, Internetauftritte, Produktzertifizierungen, Mitarbeiterschulungen oder neue Prospekte für den Auslandsmarkt sein. Auch eine internationale Crowdfunding-Kampagne kann zu Teilen unter diese Förderung fallen, so wäre z.B. die Erstellung eines englischsprachigen Produktvideos förderfähig.

Die genauen Bedingungen für eine Förderung findet ihr auf der Website „Go International“ oder können bei den bayerischen IHKs direkt angefragt werden. Diese erteilen auch nähere Auskünfte zum Projektablauf und den Förderbestimmungen und unterstützen die Unternehmen bei der Beantragung und dem Ausfüllen der Formulare.


Diesen Artikel könnt Ihr auch im MUCrowd Blog von Linette Heimrich lesen. Dort findet ihr regelmäßig spannende Blogartikel und Interviews rund um das Thema Crowdfunding und Crowdsoursing.

Falls ihr eine Crowdfundingkampagne plant, könnt ihr auch gerne einen Beratungstermin bei Linette Heimrich vereinbaren und euch wertvolle Tips und Informationen zum Thema Crowdfunding geben lassen.

Auch findet drei bis vier Mal im Jahr die Crowdfunding Night statt. Haltet Euch am besten in der Crowdfunding Facebookgruppe darüber auf dem Laufenden!

 

Ein Artikel von

IHK für München und Oberbayern

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