Der Freistaat Bayern als Startup Hochburg – Top-Klima für Gründer

Der Freistaat Bayern als Startup Hochburg – Top-Klima für Gründer

Geht es um den Standort, entscheiden sich Jungunternehmer immer häufiger für den ‎Freistaat. Hier finden sie optimale Bedingungen von qualifizierten Mitarbeitern bis hin zu ‎Investoren – und einen starken Mittelstand, der gerne Starthilfe leistet.‎

Wenn es um neue Unternehmen geht, muss sich Bayern hinter der deutschen Start-up-Hochburg Berlin nicht verstecken. Nur lautet im Freistaat die Devise nicht „arm, aber sexy“ wie in der Hauptstadt, sondern eher „reich vernetzt und deshalb sexy“. Wer in Bayern gründet, den erwarten wertvolle Beratungs- und Finanzierungsnetzwerke, eine ausgeprägte Investorenszene, ein starker Mittelstand, eine inspirierende Nähe zu Hochschulen und Forschungsinstituten sowie versierte Fachkräfte aus allen Bereichen.

Diese Pluspunkte gleichen offensichtlich bei weitem jene Nachteile aus, die hohe Mieten, Pachten und Lebenshaltungskosten mit sich bringen. So hat sich eine lebendige Gründer- und Start-up-Szene etabliert. Nicht nur in München und Oberbayern, sondern auch in Friedberg, Georgensgmünd oder im Altmühltal machen Firmengründer von sich reden, die mit ihren Innovationen weltweit Märkte erobern.

Die Nähe zu Kunden und Investoren weiß auch Andreas Gölkel in Mühldorf am Inn zu schätzen. Mit den beiden IT-Spezialisten Richard Michel und Christoph Trautbeck gründete der Betriebswirt und Hobbyfotograf im März 2015 die pixx.io GmbH, die Hard- und Softwarelösungen zur professionellen Medienverwaltung für Mittelständler, Agenturen und Behörden entwickelt. „Unsere Bildverwaltung kombiniert die Vorteile einer lokalen Lösung mit der Flexibilität der Cloud“, erklärt Gölkel. Die Software erleichtert Anwendern die tägliche Arbeit mit Bild-, Grafik-, und Videodateien. Damit überzeugten die drei Geschäftsführer bereits zahlreiche Kunden. „Vor allem auch produzierende Mittelständler aus der Region, die Bilder und Videos in ihren Entwicklungs-, Marketing- und Dokumentationsabteilungen nutzen, gewannen wir als Neukunden“, erzählt er.

Die Finanzierung war kein Problem

Anfangs griffen die Gründer auf Eigenmittel zurück. Rasch jedoch fanden sie Investoren, insbesondere über das Finanzierungsnetzwerk BayStartUP in München, die das Wachstum überhaupt möglich machten. Erst vor kurzem schloss pixx.io eine Finanzierungsrunde über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo erfolgreich ab. Das Kapital will die Firma nutzen, um weiter zu expandieren – zunächst in Österreich, der Schweiz und Finnland, später auch in Großbritannien. „Gerade in Oberbayern haben viele wettbewerbsstarke Familienunternehmen ihren Sitz, das erleichterte uns den Start enorm“, skizziert Gölkel die Vorteile des Standorts: „Uns gefällt es hier so gut, dass wir gerne Wurzeln schlagen.“

So geht es offensichtlich vielen Jungunternehmern. Zwar liegt Berlin mit den beiden anderen Stadtstaaten Hamburg und Bremen bei den Gründerquoten im bundesweiten Vergleich vorn, wie der KfW-Gründermonitor zeigt. Gleich darauf folgen die Flächenstaaten Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern. Ein Vergleich zwischen München und Berlin zeigt, dass in der bayerischen Landeshauptstadt zwar weniger Firmen pro Jahr gegründet werden als in der Hauptstadt. In München allerdings überlebt der Großteil der jungen Unternehmen auch die schwierigen Anfangsjahre. Anders in Berlin: Dort halten sich viele Start-ups nicht einmal zwölf Monate. In der Hauptstadt scheitern mehr Gründer als anderswo, bestätigte auch die Investitionsbank Berlin (IBB) vor zwei Jahren: Mit 36 Betriebsaufgaben pro 10 000 Beschäftigte gibt es dort mehr aufgelöste Unternehmen als in anderen Städten. Immerhin: Der stetige Strom an Neugründungen gleiche den hohen Schwund mehr als aus, resümierten die Forscher.

Die Überlebenschance ist hoch

Der Ländervergleich der absoluten Zahlen zeigt, was die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) immer wieder gerne betont: „Bayern ist Gründerland Nummer eins.“ Beim Saldo aus Gründungen und Schließungen von Betrieben liegt der Freistaat 2014 nach den Daten ihres Ministeriums mit einem Plus von 13 372 Betrieben an der Spitze, gefolgt von Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Das entspricht auch der Erfahrung von Annemarie Grund, Leiterin der Start-up-Unit der IHK für München und Oberbayern: „Wer bei uns ein Unternehmen gründet, hat gute Chancen, auch in einigen Jahren noch erfolgreich zu sein.“ Angesichts der höheren Lebenshaltungskosten ist in Oberbayern der Druck höher, erfolgreich zu wirtschaften. „Und daraus entstehen oft verborgene Schätze und Hidden Champions“, so Grund.

Angesichts der wachsenden Zahl von Gründungen, insbesondere im innovativen digitalen Umfeld, eröffnete die IHK für München und Oberbayern bereits 2014 die Start-up-Unit. „Dabei verstehen wir uns als One-Stop-Shop für Gründer, als erste Anlaufstelle, ganz gleich, ob es um Finanzierungs-, Förderungs-, Rechts- oder Steuerfragen geht“, erläutert die Expertin. „Wir als IHK verfügen über die entsprechenden Kompetenzen – alle unter einem Dach vereint.“ Damit bietet die IHK eine umfassende kostenlose Starthilfe: Neben der Erstberatung zu Fragen des Businessplanes und zu rechtlichen Themen erfahren Gründer und Jungunternehmer auch, wie sie sich auf die Internationalisie-rung vorbereiten. Zudem gibt es Informationen zu Finanzierungswegen – zum Beispiel Crowdfunding –, Fördermöglichkeiten und Anlaufstellen.

Bayern will die Gründerszene weiter anschieben. Mit dem Wachstumsfonds stellt der Freistaat aussichtsreichen Start-ups seit einigen Monaten Wagniskapital zur Verfügung. Über den Fonds sollen via Kofinanzierung 250 Millionen Euro an Investitionen mobilisiert werden. Zudem wollen die LfA Förderbank Bayern und der Europäische Investitionsfonds (EIF) mit einem neuen Angebot Investitionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro aktivieren: Zum einen investiert die LfA 75 Millionen Euro in einen EIF-Dachfonds, der Wachstumskapital in Höhe von 375 Millionen Euro für bayerische Start-ups bietet. Zum anderen baut die LfA eine Ausfallgarantie des EIF in ihre Förderkredite ein, so dass sie für 1 200 Betriebe neue Kredite in Höhe von 150 Millionen Euro zur Verfügung stellen kann.

Bei der Start-up-Messe Bits & Pretzels im September in München stellte Ministerin Aigner außerdem den Digitalbonus vor. Dieser soll auch Mittelständler einfach und unbürokratisch bei der Digitalisierung ihrer Prozesse und Geschäftsmodelle unterstützen und die Kooperation mit Start-ups als Anbieter digitaler Lösungen stärken. Der Bonus in Höhe von 5 000 Euro ist einsetzbar für alle Bereiche der Digitalisierung, einschließlich Software und IT-Sicherheit.

Dieser Artikel wurde gekürzt und ist erstmalig im IHK Magazin 12/2015 (Ausgabe Dezember 2015) erschienen (Autorin: Monika Hofman).


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Ein Artikel von

IHK für München und Oberbayern

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