© National Cancer Institute / Unsplash

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung: Wie Münchner Startups die Digital Health Revolution vorantreiben

Dem Gesundheitssystem in Deutschland stehen schwere Zeiten bevor: Fachkräftemangel, Altersstruktur, Volkskrankheiten und mehr stellen das System und die einzelnen AkteurInnen vor bisher unbekannte Herausforderungen. Wie gut, dass zahlreiche Startups hierfür Lösungen entwickeln. In Episode 77 des Munich Startup Podcasts stellen wir vier Digital Health Startups vor.

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Die Digital-Health-Branche gilt weltweit als eine der dynamischsten und vielversprechendsten. Denn laut Zahlen von Statista wird für 2024 global mit einem Umsatz von 177 Milliarden Euro für den Markt mit digitalen Gesundheitslösungen gerechnet. Das entspräche einem Umsatzwachstum von 13,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis 2028 soll der globale Umsatz dann im Schnitt um 9,2 Prozent pro Jahr auf 252 Milliarden Euro steigen.

Dieses Umsatzwachstum lässt sich aber nicht nur auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung zurückführen, die durch die neuen digitalen Lösungen erwartet wird. Denn immer mehr von ihnen dienen auch dem Zweck, einer bevorstehenden Verschlechterung entgegenzuwirken. Aber warum sollte das Gesundheitssystem an Qualität einbüßen? Probleme gibt es aktuell viele, etwa den Fachkräftemangel: Laut einer PwC-Studie aus dem Jahr 2022 sollen allein in Deutschland im Jahr 2035 knapp 1,8 Millionen offene Stellen im Gesundheitswesen nicht mehr besetzt werden können, weil qualifizierte Kräfte fehlen.

Zugleich gehen in den nächsten Jahren zahlreiche ÄrztInnen in Ruhestand. Die Bundesärztekammer weist darauf hin, dass 28 Prozent aller FachärztInnen 60 Jahre und älter sind. Von allen niedergelassenen ÄrztInnen sind 41 Prozent über 60 Jahre alt. Gehen diese in Rente, ohne NachfolgerInnen zu finden, werden zahlreiche Praxen, vor allem im ländlichen Raum, geschlossen werden. Die Verfügbarkeit von ärztlicher Versorgung würde dadurch also abnehmen. Zugleich wird die zunehmende Verbreitung sogenannter Volks- und Zivilisationskrankheiten das Gesundheitssystem stärker belasten. Hierzu zählen Leiden, die aufgrund des modernen Lebensstils – schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung – zunehmen, wie etwa bestimmte Formen von Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen, Adipositas oder Schäden an der Wirbelsäule.

Digital Health im Einsatz

Digital Health Startups entwickeln Lösungen, die diese Probleme angehen. Temedica beispielsweise holt mit seiner Plattform Permea Gesundheitsdaten aus ihren Silos, verknüpft sie miteinander und analysiert sie mit Hilfe von KI und Machine Learning. Damit gibt das Startup erstmals einen ganzheitlichen Blick auf PatientInnen und deren Patient Journey. Dies soll dann sowohl ÄrztInnen, Kliniken, Apotheken und anderen Einrichtungen zugute kommen als auch den PatientInnen selbst. Dank spezieller Apps erhalten sie, basierend auf den Permea-Daten, eine personalisierte, therapiebegleitende Unterstützung mit individuellen Empfehlungen. Mehr zu Temedica verraten wir im Podcast ab Minute 6:15.

Um die Volkskrankheit Osteoporose geht es bei dem Startup Bonescreen. Bei dieser Skeletterkrankung baut die Knochenmasse ab, was zu einer Verschlechterung der Knochenstruktur führt. Dadurch nimmt die Bruchanfälligkeit des Knochens zu, so dass es schon bei geringfügigen äußeren Anlässen zu Knochenbrüchen kommen kann. Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter an – zugleich sind die Folgen von Knochenbrüchen für ältere Menschen deutlich schwerwiegender. Zudem haben Frauen ein deutlich erhöhtes Osteoporose-Risiko. Ein Problem dabei: Die Diagnose erfolgt meist erst dann, wenn es zu spät, der Knochen also bereits gebrochen ist. Bonescreen hat eine Lösung entwickelt, die die Früherkennung der Krankheit deutlich erleichtern soll. Wie genau diese funktioniert, verraten wir ab Minute 11:10.

Moderne Diagnostik und die Arztpraxis der Zukunft

Auch Floy (ab Minute 15:10) widmet sich der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten. Das Startup entwickelt KI-gesteuerte Software, die RadiologInnen dabei hilft, komplexe und schwer identifizierbare Krankheiten zu erkennen. Die Zusammenarbeit von Künstlicher Intelligenz und RadiologInnen soll dafür sorgen, kritische Abnormalitäten und Krankheiten schneller zu erkennen und frühzeitig zu behandeln. Dabei ist die Lösung als Ergänzung zur Arbeit der RadiologInnen zu verstehen: Während sich diese auf den akuten Behandlungsgrund konzentrieren, blickt die KI übergreifend auf das Bild, das beispielsweise aus dem MRT kommt, um weitere Risiken zu identifizieren.

All diese Lösungen – und noch viele weitere – könnten bei dem letzten Startup, das wir in dieser Episode vorstellen, zum Einsatz kommen. Denn Avi Medical baut moderne, technologieunterstützte Arztpraxen auf. Dafür setzt das Startup auf evidenzbasierte Medizin im Zusammenspiel mit dem gezielten Einsatz moderner Technologien. Ziel ist es dabei unter anderem, die ÄrztInnen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und ihnen so mehr Zeit mit den PatientInnen zu geben. KI spielt dabei ein immer größere Rolle, wie Co-Founder Vlad Lata in einem Gastbeitrag für Welt beschreibt: So soll die künstliche Intelligenz in Zukunft als zentrales Steuerungselement fungieren, das Daten analysiert und den ÄrztInnen als Copilot zur Seite steht. Die bisherige Journey von Avi Medical nehmen wir ab Minute 18:00 unter die Lupe.

Das Investorenkollektiv SB21

Zuletzt werfen wir in dieser Episode wieder einen genaueren Blick auf eine Investor. Dieses Mal ist das Investorenkollektiv SB21 an der Reihe. Wir erklären, wer dahintersteckt und wonach die Business Angels suchen. Und einen Blick in das Portfolio der Berliner Geldgeber gewähren wir natürlich auch.

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