Foto: Ecomates

Ecomates: Energie für die Gastronomie

Ecomates bringt die Energiewende im Gastgewerbe voran. Die sogenannten Smart-Degrader des Münchner Startups sind die derzeit kleinsten vollautomatisierten Biogasanlagen, mit deren Hilfe Betriebe nicht nur Emissionen, sondern auch Geld sparen können. Wie die Idee dazu entstand, was Omas Garage damit zu tun hat und wie man das Jungunternehmen unterstützen kann, haben uns die GründerInnen verraten.

Munich Startup: Was macht Ecomates? Welches Problem löst Ihr?

Ecomates: Wir bei Ecomates entwickeln dezentrale, vollautomatisierte Mikrobiogasanlagen. Damit adressieren wir das gesellschaftliche Problem, dass in Deutschland das energetische Potenzial von organischen Reststoffen derzeit nur zu einem kleinen Teil ausgeschöpft wird. Mit unserem Smart-Degrader schaffen wir ein neues Puzzlestück in der dezentralen Energieversorgung und leisten einen Beitrag zur Klimawende.

Unser Einstiegsmarkt sind Betriebe im Gastgewerbe. Diese profitieren nicht nur von mehr Autarkie und jährlichen CO2-Einsparungen von 14 Tonnen CO2e, sondern auch finanziell. Zum einen können durch den Ersatz fossiler Energieträger die Energiekosten gesenkt werden, zum anderen entfallen die Entsorgungskosten für Speisereste vollständig.

Munich Startup: Gibt es das nicht schon längst? 

Ecomates: Es gibt große, kommerzielle Biogasanlagen sowie kleine, sogenannte Low-Tech-Biogasanlagen, die warme Außentemperaturen und erheblichen Arbeitsaufwand von ihren BenutzerInnen erfordern. Unsere Smart-Degrader zielen auf ein völlig neues Segment irgendwo dazwischen ab. Mit einer täglichen Bioabfallzufuhr von 40 Kilogramm sind wir die kleinste vollautomatisierte Lösung auf dem Markt.

Tüftelsonntag in Omas Garage

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory? 

Ecomates: Alles begann mit einer spätabendlichen Kochsession und einem großen Haufen Bioabfälle. Unser Mitgründer und Biochemie-Student David war gerade dabei besagten Haufen in seiner Biotonne zu versenken, als ihm die Frage kam, wieso eine so wertvolle Ressource verschwendet werden sollte. Warum gibt es keine Lösungen, um selbst Biogas herzustellen und zu nutzen? Er erzählte seinen Schulfreunden Eric und Valentin von seiner Idee. Schon bald war der „Tüftelsonntag“ etabliert und in Omas Garage wurde fleißig entwickelt.

Durch einen glücklichen Zufall und etwas Unterstützung durch den Instagram-Algorithmus stießen die drei auf zwei Studentinnen, die parallel an einer ähnlichen Idee arbeiteten. Da Cosima und Isa zufällig auch aus München kamen, wurde aus drei ganz schnell fünf. Während des Studiums entwickelte das Team mehrere Prototypen und produzierte das erste eigene Biogas. Mit dem Start des gründungsunterstützenden Accelerator-Programms der Hochschule München im September 2022 wurde aus dem Hobby schließlich ein Unternehmen.

Seitdem hat sich viel verändert. Ecomates konnte sich zwei staatliche Förderprogramme (Exist und Flügge) sichern und arbeitet nun nicht mehr in Omas Werkstatt oder der Garage, sondern aus dem eigenen Büro im Precelerator-Gebäude der Hochschule München. Eine Sache hat sich jedoch nicht verändert: Cosima, David, Eric und Valentin bilden weiterhin das Kernteam von Ecomates und werden im Bereich Design von Freiberuflerin Isa unterstützt.

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen? 

Ecomates: Eine größte Herausforderung gab es bisher nicht. Allerdings bringt jeder Tag neue Herausforderungen mit sich, bei denen wir als kleines Team priorisieren und abwägen müssen, welche die nächsten wichtigen Schritte sind. So kommen wir unserer Vision täglich einen Schritt näher: Einer Welt, in der Menschen im Einklang mit sich und den endlichen Ressourcen des Planeten leben.

Ecomates sucht noch motivierte MitstreiterInnen

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren? 

Ecomates: In einem Jahr soll unsere Pilotserie startbereit sein und bei den ersten sechs PilotkundInnen installiert werden. Wir haben bereits erste Pilotprojekte in Aussicht, suchen aber weiterhin motivierte MitstreiterInnen. Ob größeres Hotel mit Restaurantbetrieb, Gaststätte, Betriebskantine oder eine Einrichtung der Gemeinschaftsverpflegung – wir freuen uns über jeden neuen Kontakt.

In fünf Jahren soll der Smart-Degrader bereits seit drei Jahren in Serie produziert und vermarktet werden. Zunächst soll unser Fokus auf deutschen Betrieben gelegen haben, doch nun wollen wir beginnen den gesamten DACH-Raum und schließlich ganz Europa mit Smart-Degradern von Ecomates zu versorgen.

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt? 

Ecomates: Ohne die Hochschule München und des Strascheg Center for Entrepreneurship würden wir möglicherweise bis heute in unserer Garage tüfteln. Das gesamte Münchner Ökosystem ist eine große Quelle der Motivation und Inspiration für uns.

Munich Startup: Öffis oder Fahrrad? 

Ecomates: Da gibt es eine klare Pattsituation: Zwei Gründermates fahren Fahrrad, zwei nutzen lieber die Öffis. Wenn es mal wieder etwas Sperriges zu transportieren gibt, muss manchmal auch das Auto herhalten – das hat aber natürlich einen Biogasantrieb.

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