Mit einem vielfältigen Programm, inspirierenden SpeakerInnen und echtem Festivalfeeling hat das Munich Startup Festival 2025 Startup-München erneut begeistert. Ob frische Ideen beim Pitch, tiefgehende Panels oder lockeres Networking bei Live-Musik – die Veranstaltung bot wieder Raum für Austausch, Inspiration und neue Kontakte. Zum inzwischen dritten Mal kamen GründerInnen und Gründungsinteressierte im Backstage gleichermaßen auf ihre Kosten.
Eröffnet wurde das dritte Munich Startup Festival von dem neuen Referenten für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München Dr. Christian Scharpf und Arno Eggers, Leitung Munich Startup. Der Referent wies darauf hin, dass die Zeiten für Jungunternehmen nicht gerade einfach seien. Für umso wichtiger halte er daher Veranstaltungen wie das Munich Startup Festival als Plattform für gegenseitige Unterstützung, neue Impulse und Kontakte. Auf ein besonderes Jubiläum machte Eggers aufmerksam:
„Wir feiern nicht nur drei Jahre Munich Startup Festival, sondern auch zehn Jahre Munich Startup. Vor einem Jahrzehnt ist die Plattform angetreten, um mehr Transparenz ins Münchner Startup-Ökosystem zu bringen.“
Innovationen für mehr Sicherheit
Im ersten Panel des Tages gaben ExpertInnen Einblicke in die für Startups immer relevanter werdende Defencetech-Branche. Dabei wurde klar: Es geht längst um mehr als Rüstung. Auch Cyber-Abwehr, Bevölkerungsschutz oder bessere medizinische Versorgung von SoldatInnen seien Themenfelder, die auf Neuerungen angewiesen seien. Stephanie Wissmann, Co-Founderin von Secublox, stellte heraus, dass eine zunehmende Vermischung von zivilen und militärischen Anwendungsfällen mitgedacht werden sollte. Auch Felix Kästner, Co-Founder von Based, bestätigte, dass Technologien weg vom dual-use hin zum omni-use-case entwickelt werden müssen. Für Jungunternehmen sei die Bundeswehr noch ein herausfordernder Partner, erklärte Julian Werner, Offizier der Spezialisierten Kräfte des Heeres EGB und Researcher an der Universität der Bundeswehr München, da es dafür noch keine Prozesse gebe. Dennoch müssen Startups bei den Innovationsbemühungen im Verteidigungssektor ihren Platz finden. Der Defence- & Deeptech-Investor Quirin Herz riet Startups, zunächst corporate-seitig anzufangen und den business case dann in Richtung möglicher militärischen Anwendung zu erweitern.
Welche Grundsteine müssen jetzt gesetzt werden, damit Münchens Zukunft innovativ aussieht? Dieser Frage stellten sich Dr. Fabian Mehring, Staatsminister für Digitales, Wirtschaftsreferent Christian Scharpf und Bernhard Kowatsch, Leiter des Innovation Accelerators des World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen. Moderiert wurde das Panel von Frizzi Engler-Hamm, CEO bei Munich Innovation Ecosystem. Die PanelistInnen waren sich einig: Wir befinden uns mitten in einer technologischen Zeitenwende, bei der man nicht zuschauen, sondern mitgestalten muss. Dafür braucht es auch die richtigen Rahmenbedingen für Startups und Scaleups, um diese in der Stadt zu halten. Neben vielem, was in München ihrer Meinung nach schon richtig laufe – Stichwort Corporates und Talente – gebe es aber auch noch konkrete Punkte mit klarem Verbesserungsbedarf. Hier wurden vor allem die Themen Überregulierung und Finanzierung angesprochen. Mehring plädierte dafür, München als echte Weltstadt aufzustellen, um so attraktiv für die besten Talente weltweit zu werden.
Wie Startups die Pflege der Zukunft mitgestalten können, besprachen Brigitte Bührlen, Gründerin und Vorsitzende der Wir!-Stiftung pflegender Angehöriger, Rafael Hostettler, CEO und Gründer von Devanthro, Nicolai Heinzelmann, Operational Director TUM Venture Labs Healthcare und Dieter Weber, Geschäftsführer & Lead Startup & Scaleup Unit der Barmer München. Während Hostettler beschrieb wie die humanoiden Roboter seines Unternehmens als Alltagsbegleiter für pflegebedürftige Menschen eingesetzt werden können, stellte Bührlen heraus, wie wichtig gerade im Pflegebereich ein Austausch der InnovatorInnen mit den tatsächlichen AnwenderInnen hinsichtlich ihrer tatsächlichen Bedarfe sei. Krankenkassen seien entgegen gängiger Vorurteile neuen Technologien gegenüber sehr aufgeschlossen, so Weber. Die Barmer habe erst kürzlich ein eigenes Innovationsportal ins Leben gerufen, zu dessen Nutzung er aufrief.
Appell für europäische Zusammenarbeit
Einen umfassenderen Blick auf das Münchner Ökosystem wollte das Panel „Lokale Wurzeln, nationale Trends, globale Chancen“ werfen. Wo steht München – im nationalen und internationalen Vergleich? National – da waren sich die PanelistInnen Stefan Drüssler, Managing Director and Chief Operating Officer bei UnternehmerTUM, Magdalena Oehl, Gründerin von Talentrocket und stellvertretende Vorsitzende des Startup Verbands, Axel Täubert, Head of Startups Google Cloud und Munich Startup-Leiter Arno Eggers schnell einig – hat es München bereits an die Spitze geschafft und Berlin hinter sich gelassen. Jetzt ginge es darum, den Standort auch international zu positionieren. Drüssler betonte dabei vor allem die Bedeutung Europas. Europa müsse auf Startup-Ebene zusammenarbeiten und europäischen Startups den Zugang zu allen Märkten deutlich vereinfachen.
Das Munich Startup Festival 2025 hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig und vielfältig die Münchner Startup-Szene ist. Mit neuen Impulsen, spannenden Begegnungen und dem Blick nach vorn bleibt das Event ein fester Termin im Kalender der Innovationscommunity. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ausgabe!