Das Münchner DefenseTech-Startup Arx Robotics und der Kölner Antriebsspezialist Deutz haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Beide Unternehmen wollen künftig bei der Entwicklung und Produktion unbemannter, softwaredefinierter Verteidigungssysteme enger zusammenarbeiten. Deutz beteiligt sich im Rahmen dieser Kooperation als Lead-Investor an der aktuellen Finanzierungsrunde von Arx Robotics. Der Abschluss der Runde wird in den kommenden Wochen erwartet.
Technologiepartnerschaft für Europas Verteidigungsfähigkeit
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Integration von Deutz-Antriebssystemen in die unbemannten Landfahrzeuge von Arx Robotics. Neben batterieelektrischen Antrieben sollen künftig auch kleinere Verbrenner- und Hybridlösungen eingesetzt werden. Dafür entwickeln beide Partner eine Schnittstelle, die die KI-basierte Softwareplattform Mithra OS von Arx Robotics mit den Deutz-Systemen verbindet.
Sebastian Schulte, CEO von Deutz, kommentiert:
„Unbemannte und teilautonome Verteidigungssysteme werden immer wichtiger und zentraler Bestandteil zukünftiger Streitkräfte sein. Dafür vereinen wir die führende Software- und Robotikkompetenz von Arx Robotics mit unseren Stärken im Bereich Antriebe, dezentrale Energieversorgung und industrielle Produktion. Es sind diese Partnerschaften made in Germany, die wir brauchen, um Europas Verteidigungsfähigkeit nachhaltig zu stärken.“
Deutz bringt in die Kooperation neben seinen Antriebstechnologien auch mobile Energieinfrastrukturen aus den Geschäftsbereichen Energy und NewTech ein. Dazu gehören Stromgeneratoren, Speicherlösungen und Wechselbatterien. Arx Robotics erhält zudem Zugang zum globalen Produktions- und Servicenetzwerk von Deutz. Damit können große Aufträge schneller umgesetzt und Systeme im Feld zuverlässig gewartet werden.
Skalierung und Souveränität im Fokus
Marc Wietfeld, Co-Founder und CEO von Arx Robotics, bezeichnet die Kooperation als strategischen Meilenstein:
„Mit Deutz verknüpfen wir die Intelligenz unserer Mithra OS-Plattform und der Fahrzeugsysteme mit erstklassigen Antrieben, mobiler Energie und industrieller Fertigung. So bringen wir unbemannte Systeme schneller in die Truppe, erhöhen Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit im Einsatz und schaffen die Basis für Skalierung in Europa. Unser Auftrag bleibt unverändert: Soldaten schützen, Logistik entlasten und Fähigkeiten in der Fläche aufbauen.“
Die Partnerschaft folgt auf die jüngste Zusammenarbeit von Arx Robotics mit dem Drohnenhersteller Helsing. Gemeinsam entwickeln beide Partner einen KI-basierten Aufklärungs- und Wirkverbund für die europäische Verteidigung. Grundlage sind einsatzbewährte Systeme und Erfahrungen aus der Ukraine, wo vernetzte Technologien im Landbereich bereits eine wichtige Rolle spielen.
Für Deutz ist die Kooperation mit Arx Robotics ein weiterer Schritt in der strategischen Erweiterung seines Defense-Geschäfts. Erst im September hatte das Unternehmen den Drohnenantriebsspezialisten Sobek übernommen und damit seine Position im wachsenden Ökosystem unbemannter Verteidigungssysteme ausgebaut. Mit Partnerschaften wie dieser will Deutz zeigen, wie die Verbindung von industrieller Erfahrung und junger Technologiekompetenz neue Lösungen für Europa schaffen kann. Die neue Allianz untermauert die Wichtigkeit von Startups für die Rüstungsindustrie.