Munich Startup: Was macht Law me?
Katrin Stopp von Falkenstein, Gründerin Law me: Law me ist eine All-in-One-App zur effizienten Konfliktbewältigung im Zivilrecht. Die Plattform richtet sich an alle Parteien der Rechtssuche und deckt alle Gebiete im Zivilrecht ab. Wir sind ein juristisches Ökosystem, verpackt in einer App für Rechtsfragen. Die App ist für den Rechtsfragenden im Zivilrecht (Miet-, Erb-, Familien- oder auch Arbeits- und Gesellschaftsrecht), egal ob MieterIn oder VermieterIn, Arbeitgebende oder ArbeitnehmerInnen, Startup-GründerIn oder Selbstständige nutzbar. Alle Beteiligten der Rechtssuche und Rechtsfindung erhalten von Law me eine Win-win-Situation – ohne, dass jemand benachteiligt wird.
Wir sind eine Komplettlösung zur Konfliktbewältigung in einer App, die im Sinn hat, MediatorInnen, AnwältInnen, Rechtsschutzversicherungen und Rechtsuchenden eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Wir haben uns daher allen Bedürfnissen dieser Parteien befasst und das Law-me-Ökosystem entwickelt.
Eine Plattform für Gerechtigkeit und außergerichtliche Einigung
Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!
Katrin Stopp von Falkenstein: Es gibt bereits Lösungen, die Rechtsfragen im B2B beantworten, aber keine Komplettlösung in der Rechtsfindung oder ein juristisches Ökosystem in diesem Rahmen. Ein zweites Alleinstellungsmerkmal und USP: Wir fördern außergerichtliche Einigungen und Mediation und setzen damit einen neuen Verfahrensweg in Gang, den die Justiz schon seit Jahren beabsichtigt umzusetzen, um überflüssige Klagen vor Gericht zu vermeiden. Außerdem sehe ich als Botschafterin für Außergerichtliches dahinter den Kern zu mehr Gerechtigkeit im Miteinander.
Munich Startup: Was ist eure Gründungsstory?
Katrin Stopp von Falkenstein: 2022 bin ich auf die Idee gekommen, all das zu automatisieren. Als dann ChatGPT auf den Markt kam, war die Sache klar und es brauchte nur noch ein richtig gutes Geschäftsmodell dahinter. Wir waren somit auch die ersten, die sich 2023 mit KI-Rechtsberatung beschäftigt haben.
Munich Startup: Was war eure größte Herausforderung?
Katrin Stopp von Falkenstein: Die größte Herausforderung war, das Produkt zu bootstrappen, also ohne InvestorInnen oder Business Angels. Grundsätzlich sehe ich Bootstrapping im Softwarebereich als leichter an, als wenn ich Hardware hätte. Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass Banken viel lieber Hardware finanzieren als Software. Wenn also kein Geld zur Verfügung ist, braucht man zumindest ein Team, das über alle Fähigkeiten wie App-Development und KI-Development verfügt. Dieses Team zu finden und zu motivieren, auch ohne Geld zu arbeiten, hat mit am längsten gedauert. Da ich am Anfang alleine war und nicht aus der Universität gegründet habe, waren zu Beginn auch alle staatlichen Förderungen raus. Ich habe also alles aus eigener Tasche gezahlt.
Kooperationen und Lizenzierung
Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?
Katrin Stopp von Falkenstein: Aktuell haben wir bereits zahlreiche Kooperationen, Downloads und erste AbonnentInnen sowie InteressentInnen, die in unser Produkt investieren oder es für das Ausland lizenzieren möchten.
Munich Startup: Wie habt ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?
Katrin Stopp von Falkenstein: München als Startup-Standort ist großartig. Die Regierung setzt sich dafür ein, dass es viele Möglichkeiten gibt. Und große Konzerne richten sich in Innovationsabteilungen ein, um ihre Prozesse zu digitalisieren und Startups zu unterstützen. Mal abgesehen von den vielen tollen Startförderungen in Bayern. Ich würde es jedem empfehlen, hier zu gründen.
Munich Startup: Risiko oder Sicherheit?
Katrin Stopp von Falkenstein: Durch uns haben die UserInnen ein geringeres Risiko ohne triftigen Grund gekündigt zu werden, sei es im Mietrecht oder Arbeitsrecht. Auch die Chance, auf mehr Gerechtigkeit durch mehr Transparenz gibt den Menschen mehr Sicherheit in ihren Alltagsgeschäften.