Munich Startup: Was hat dich zur Gründung motiviert?
Katrin Stopp von Falkenstein: Aus meiner Erfahrung als Angestellte kam für mich nur die Selbstständigkeit infrage. Bezüglich unseres Produktes habe ich die Notwendigkeit einer grundlegenden Verbesserung unseres Rechtssystems gesehen. Deshalb ist es auch ein Ökosystem geworden, weil in diesem System viele Parteien betroffen und inkludiert sind.
Munich Startup: Was hättest du gerne vor deiner ersten Gründung gewusst?
Katrin Stopp von Falkenstein: Ich hätte gerne vorher gewusst, wie InvestorInnen ticken und was man alles bei einem Funding berücksichtigen muss. Grundsätzlich hätte ich in diesem Punkt von Anfang an gerne einen Sparringspartner gehabt, der mich auf dem Startup-Markt supportet. Hierfür gibt es zahlreiche Inkubatoren und Acceleratoren.
Finanzierung, Gründungsalltag und die besten Ideen
Munich Startup: Wie ist dein Unternehmen bislang finanziert?
Katrin Stopp von Falkenstein: Law me wird bis zum heutigen Tag gebootstrapped. Das gesamte Team finanziere ich als Gründerin oder motiviere es mit Beteiligungen.
Munich Startup: Wann und wo bekommst du die besten Ideen?
Katrin Stopp von Falkenstein: Die besten Ideen bekomme ich abends im Bett. Oder sogar in der Nacht, wenn der Verstand ins Unterbewusste eintaucht und das Unsichtbare sichtbar macht.
Munich Startup: Was sind deine 3 liebsten Arbeitstools?
Katrin Stopp von Falkenstein: Da wir als Team an unterschiedlichen Standorten sitzen, sind es die klassischen Tools: Microsoft To-do kann ich wärmstens empfehlen hinsichtlich Koordination von Projekten und Themen. Eine WhatsApp-Gruppe für kleine Updates und Hinweise. Als Datenablage nutzen wir Confluence.
Pitchtipps
Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?
Katrin Stopp von Falkenstein: Bezüglich Pitchen kommt es immer darauf an, wo und vor wem man pitcht. Bei Bühnenangst und einer Unsicherheit, vor Menschen zu reden, kann ich nur empfehlen: trainieren, trainieren, trainieren. Als Gründerin muss man immer performen können. Ich spreche aus Erfahrung.
Munich Startup: Erscheint es dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?
Katrin Stopp von Falkenstein: Aktuell ist es die beste Zeit zu gründen. Zukünftig wird es vielleicht sogar noch besser. Fast jeder große Konzern kümmert sich darum, als Inkubator eine Abteilung einzurichten, um das eigene Unternehmen zu transformieren und Startups und jungen GründerInnen unter die Arme zu greifen. Bayern als Gründerland Nummer Eins hat so viele gute Förderungen, dass schon viele Studierende, die in ihrem Studienfach keine Zukunft sehen, ein Startup gründen wollen und auch finanziert werden.
Ich könnte mir kein anderes Berufsleben vorstellen. Ich bin als Unternehmerin geboren.
Gründen, um Veränderung voranzutreiben
Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest du bei deiner nächsten Gründung setzen?
Katrin Stopp von Falkenstein: Auch bei meinem nächsten Gründungsvorhaben würde ich meiner Intuition und einem wirklichen Problem folgen. Nichts motiviert einen auch in schlechten Zeiten mehr als ein Projekt, das man unbedingt umsetzen muss, damit eine Veränderung stattfindet. Ich bin eine Person, die an das, was sie vermittelt, zu 100 Prozent glauben muss.
Es gibt die eine oder andere Produkt-Idee, aber grundsätzlich würde ich nur in der IT-Branche bleiben wollen und alles andere nur beiläufig verfolgen.
Munich Startup: Was könnte aus deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?
Katrin Stopp von Falkenstein: München hat zu Recht seinen Titel als Startup-Stadt Nummer Eins in Deutschland. Mir wäre keine zweite Stadt eingefallen, wo ich lieber hätte gründen wollen.
Munich Startup: Welchen Gründer oder welche Gründerin würdest du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest du sie oder ihn fragen?
Katrin Stopp von Falkenstein: Steve Jobs. Ich würde ihn gerne hinsichtlich Konkurrenzdenkens und im Umgang damit befragen, da er in Konkurrenz mit Microsoft und mit Bootstrapping gestartet ist. Er hat seine Idee anfänglich auch gebootstrapped und dann kam Microsoft mit Investoren um die Ecke. Außerdem mag ich, auf welche Art er sich gekleidet hat. Einfach und ohne große Herausforderungen, inklusive Wiedererkennungswert. Jeder Erfinder hat seine Eigenarten und die sind nicht zu kritisieren, sondern zu respektieren. Daher sehe ich nicht seine negativen, sondern nur seine positiven Aspekte als Gründer.