Mit EIF German Equity starten das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWK) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) eine neue Programmlinie, die ihre bestehende Partnerschaft um zusätzliche 1,6 Milliarden Euro erweitert. Deutschland solle damit stärker in die Lage versetzt werden, aus exzellenten Innovationen skalierbare Geschäftsmodelle und internationale Technologieführer hervorzubringen, heißt es in der Pressemitteilung. Technologieorientierte Startups erhalten eine größere Unterstützung durch Eigenkapital, von der Frühphase über die Wachstumsfinanzierung bis zur Skalierung. Der Fonds baut auf einem bewährten Modell auf, das bereits zahlreiche deutsche Technologieunternehmen entscheidend vorangebracht hat. Auch Münchner Startups wie Personio oder Flix profitierten von EIF-unterstützten Fonds, die ihnen Kapital für Wachstum und Internationalisierung bereitstellten.
Die neue Programmlinie ist branchenoffen, richtet sich aber besonders an Unternehmen aus Künstlicher Intelligenz, datengetriebenen Anwendungen, FinTech, Digitalisierung, Energie- und Produktionstechnologien sowie Life Sciences. Damit sollen Innovationen aus Forschung und Entwicklung künftig schneller in marktfähige Geschäftsmodelle überführt werden.
Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, sagt:
„Wir investieren dort, wo Zukunft entsteht: bei jungen Technologieunternehmen. (…) Wir investieren Seite an Seite mit privaten Kapitalgebern und mobilisieren so zusätzliches privates Kapital. Wir stärken die Eigenkapitalbasis, eröffnen besseren Zugang zu professionellen Fonds und geben neuen Fondsmanagerinnen und Fondsmanagern eine Chance.“
Erfolgsmodell mit europäischem Hebel
Seit Beginn der Kooperation im Jahr 2004 haben BMWK und EIF über 49 Milliarden Euro Kapital in rund 290 Fondsinvestitionen mobilisiert. Daraus entstanden mehr als 6.000 Unternehmensfinanzierungen. Zu den geförderten Startups gehören neben Personio und Flix auch DeepL, N26, GetYourGuide, Trade Republic und andere europäische Wachstumsunternehmen.
Als Dachfonds investiert EIF German Equity künftig in Venture-Capital- und Wachstumsfonds mit Fokus auf Deutschland. Zusätzlich fließt Kapital in europäische Fonds, wenn diese einen klaren Standortvorteil für den deutschen Markt schaffen. EIF-Beteiligungen gelten als Qualitätssignal für private InvestorInnen und lösen häufig ein Vielfaches der öffentlichen Mittel aus – durchschnittlich das Fünffache.
Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank (EIB), betont:
„EIF German Equity zeigt, wie europäische Partnerschaft wirkt. Gemeinsam mit Deutschland bauen wir eines der erfolgreichsten Eigenkapitalprogramme Europas weiter aus. Der Zugang zu Eigenkapital ist entscheidend für die strategische Souveränität Europas – genau hier setzt dieses Mandat an.“
Merete Clausen, Mitglied der EIF-Geschäftsleitung, ergänzt:
„Der Ausbau des Programms stärkt insbesondere Deep Tech, Life Sciences sowie Energie- und Industrietechnologien – Bereiche, die besonders auf leistungsfähige Fondsstrukturen und europäische Skalierungsmöglichkeiten angewiesen sind.“
Verbindung von nationaler Stärke und europäischer Strategie
EIF German Equity ist zugleich Teil der europäischen Innovationsstrategie TechEU, die nationale Fördermaßnahmen mit EU-weiten Wachstumsinitiativen wie der European Tech Champions Initiative (ETCI) verzahnt. Dadurch entsteht eine durchgängige Finanzierungsarchitektur, die Startups vom Seed-Investment bis zur späten Wachstumsphase begleitet.
Für GründerInnen bedeutet das: verlässlicherer Zugang zu privatem Kapital, mehr aktive FondsmanagerInnen und bessere Skalierungschancen über nationale Grenzen hinaus. Institutionelle InvestorInnen profitieren von einem starken öffentlichen Anker, der ESG- und Governance-Standards setzt und privates Kapital mobilisiert.
Auch für das Münchner Startup-Ökosystem bietet das Programm neue Impulse. Die Region zählt zu den führenden europäischen Tech-Standorten, mit Stärken in KI, Mobility, Deep Tech und Life Sciences. EIF German Equity kann hier als Katalysator wirken und dazu beitragen, dass Innovationen nicht ins Ausland abwandern, sondern in Deutschland wachsen und Europa stärken.
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