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Neue Fonds, neue Chancen

Neue Venture-Capital-Fonds bringen frisches Kapital in den Markt. Voyager Ventures, b2venture und der Münchner VC Vanagon Ventures investieren in unterschiedliche Phasen und Technologien – von industriellen Basistechnologien bis zu Pre-Seed Deep Tech.

Der Jahresbeginn 2026 sorgt für Bewegung im Venture-Capital-Markt. Gleich drei Investoren melden neue Fonds und stellen Kapital für technologiegetriebene Geschäftsmodelle bereit. Die Bandbreite reicht von großvolumigen internationalen Fonds bis zu spezialisierten Frühphasen-Investoren mit starkem Bezug zum europäischen und Münchner Startup-Ökosystem. Gemeinsam senden sie ein klares Signal: Kapital für Deep Tech, Industrie und Künstliche Intelligenz bleibt verfügbar.

Kapital für industrielle Grundlagen und europäische Tech-Champions

Voyager Ventures legt Ende Januar seinen zweiten Fonds mit einem Volumen von 275 Millionen US-Dollar auf. Der Fonds richtet sich an Startups, die grundlegende Technologien für die nächste Wachstumsphase der Wirtschaft entwickeln. Investitionen fließen unter anderem in Energieerzeugung und -verteilung, industrielle Fertigung, kritische Materialien sowie Software und Künstliche Intelligenz für physische Systeme. Mit Fund II verwaltet Voyager Ventures insgesamt 475 Millionen US-Dollar in Nordamerika und Europa.

Sarah Sclarsic, Mitgründerin und General Partner von Voyager Ventures, sagt:

„Wir haben Voyager im Jahr 2021 gegründet, um in Unternehmen zu investieren, die grundlegende Technologien für belastbares Wirtschaftswachstum entwickeln. Heute sehen wir, dass der Markt genau diese Technologien validiert.“

Der Fonds investiert branchenübergreifend, von Energieeffizienz über Mobilität bis hin zu Carbon Management. Erste Investments sind bereits erfolgt.

Auch b2venture meldet einen neuen Meilenstein. Der Early-Stage-Investor schließt Fonds V mit einem Hard Cap von 150 Millionen Euro und legt damit den größten Fonds seiner 25-jährigen Geschichte auf. Geplant sind rund 35 neue Investments in ganz Europa. Der Fokus liegt auf skalierbaren Technologien sowie Industrie-, Automatisierungs- und KI-Unternehmen.

Ein zentrales Element bleibt die Community aus über 350 aktiven Angel-InvestorInnen, die sich an den Investments beteiligen und ihre unternehmerische Erfahrung einbringen.

Florian Schweitzer, Partner bei b2venture, sagt:

„b2venture steht seit 25 Jahren für eine konsequente Philosophie: außergewöhnliche GründerInnen früh zu unterstützen und sie langfristig zu begleiten.“

Die Bilanz umfasst mindestens ein Unicorn pro Fonds und insgesamt 11 Börsengänge.

Vanagon Venture für Pre-Seed in B2B

Einen noch früheren Einstieg wählt Vanagon Ventures aus München. Der VC schließt seinen ersten Fonds mit einem Volumen von 20 Millionen Euro und investiert ab Pre-Seed in B2B-Startups, die Deep Tech und Künstliche Intelligenz einsetzen. Der Fonds konzentriert sich auf Software- und technologiegetriebene Geschäftsmodelle, die nicht klassisch skalieren, sondern tief in industrielle oder wissenschaftliche Prozesse eingebettet sind.

Susanne Fromm, General Partner bei Vanagon Ventures, sagt:

„KI verändert auch Venture Capital grundlegend. Die steilste Wertschöpfung wandert in die frühesten Finanzierungsphasen. Viele Investoren meiden Pre-Seed, weil sie an SaaS-Logiken festhalten, die nicht zur Skalierung von Deep Tech und AI-getriebener Disruption im B2B-Bereich passen.“

Vanagon adressiert damit gezielt eine Finanzierungslücke im Markt. Der Fonds investiert Initialtickets von bis zu 500.000 Euro und strebt ein Portfolio von rund 30 Unternehmen an. Thematisch liegt der Fokus auf Künstlicher Intelligenz, Robotik, Quantencomputing und Frontier Software. Als Ankerinvestor beteiligt sich ein internationaler Fund-of-Funds, ergänzt durch Family Offices, UnternehmerInnen und Unicorn-Gründer aus dem Münchner Umfeld.

Welcher Fonds passt zu welchem Startup?

Die drei Fonds verfolgen unterschiedliche Strategien und adressieren klar abgegrenzte Zielgruppen:

Mit den neuen Fonds eröffnen sich neue Finanzierungsmöglichkeiten für technologiegetriebene GründerInnen – auch und gerade im Umfeld des Münchner Startup-Ökosystems.

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