Das Gründungs-Duo von Seal Robotics: Marie-Elisabeth Makohl, CEO und Daniel Leidner, CTO
Foto: Seal Robotics

Seal Robotics sammelt 1,8 Millionen Euro ein

Das Münchner Startup Seal Robotics erhält frisches Pre-Seed-Kapital, um robotische Systeme für sicherheitskritische Aufgaben im Containerumschlag schneller in den Terminalbetrieb zu bringen und Pilotprojekte international auszubauen.

Seal Robotics hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über rund 1,8 Millionen Euro (2,1 Millionen Dollar) abgeschlossen. Der Creator Fund führt die Runde an. Auxxo, January Ventures, Marvelous und Stefan Tietze beteiligen sich ebenfalls.

Das 2025 gegründete Robotik-Startup entwickelt Systeme, die klar definierte, sicherheitskritische und bislang manuell ausgeführte Prozesse in der Terminallogistik automatisieren. Dabei richtet das Team den Fokus auf Tätigkeiten, die Terminals unter hohem Zeitdruck und zunehmendem Fachkräftemangel belasten. Seal Robotics will BetreiberInnen unterstützen, Abläufe stabiler und planbarer zu gestalten und gleichzeitig Arbeitssicherheit sowie Zuverlässigkeit zu erhöhen.

Lösung für Twistlock- und Pin Handling

Mit dem Kapital baut Seal Robotics laufende Pilotprojekte in Nordeuropa und Südostasien aus. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen die Einführung seiner ersten robotischen Systeme für das Twistlock Handling und das Pin Handling vor. Beide Prozesse zählen zu den gefährlichen, heute überwiegend manuell ausgeführten Arbeiten bei der Sicherung von Containern auf Schiffen und Zügen.

Marie-Elisabeth Makohl, CEO von Seal Robotics, sagt:

„Während meiner Erfahrungen auf einem Containerschiff im Europäischen Nordmeer und dem Nordatlantik habe ich aus erster Hand erlebt, wie körperlich anspruchsvoll und zeitkritisch die Sicherung von Containern ist. Als Robotikerin von der Technischen Universität München hat mich diese Tatsache davon überzeugt, dass Robotik genau dort eingesetzt werden sollte, wo sie im täglichen Terminalbetrieb den größten Hebel hat. Mit der aktuellen Finanzierung konzentrieren wir uns darauf, diese Prozesse robuster zu machen, für die Beschäftigten vor Ort ebenso wie für den gesamten Betrieb.“

Daniel Leidner, CTO von Seal Robotics, ergänzt:

„Nach fünfzehn Jahren in der Weltraumrobotik am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt habe ich gelernt, Systeme zu entwickeln, die unter schwierigen Bedingungen zuverlässig funktionieren und sicher aus der Ferne bedient werden können. Viele dieser Prinzipien lassen sich direkt auf Terminals übertragen. Robotik und KI haben heute einen Reifegrad erreicht, der es erlaubt, klar umrissene Prozesse wie Twistlock und Pin Handling mit gleichbleibender Qualität zu automatisieren.“

Nächste geplante Schritte

In den kommenden zwölf Monaten plant Seal Robotics, Engineering und Operations auszubauen und Partnerschaften mit TerminalbetreiberInnen weltweit zu vertiefen. Ziel ist es, der wachsenden Nachfrage nach zuverlässiger, sicherer und planbarer Automatisierung im Containerumschlag zu begegnen. Dass diese Mission einen Nerv trifft, meint auch Jamie Macfarlane, CEO des Creator Fund:

„Seal Robotics ist ein erstklassiges Team, das sich eines kritischen, bislang lange vernachlässigten Problems in der globalen Logistik annimmt. Trotz der enormen Bedeutung des Containerverkehrs werden viele Prozesse in Terminals noch immer manuell ausgeführt. Marie-Elisabeth hat diese Herausforderung aus erster Hand während ihrer Reisen auf Containerschiffen erkannt. Daniel zählt zu den führenden Köpfen der Robotik in Deutschland und bringt umfassende Erfahrung aus seiner Arbeit am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit. Gemeinsam bringen sie modernste Robotik in Terminals, um Prozesse zu modernisieren, die sich über Jahrzehnte kaum verändert haben.“

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