Die Twaice-Gründer Stephan Rohr und Michael Baumann (v.l.n.r)
Foto: Twaice

24 Millionen Euro füllen die Speicher bei Twaice

Die Europäische Investitionsbank stellt dem Batterie-Startup Twaice 24 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem langfristigen Darlehen will das Münchner Startup seine Produktentwicklung beschleunigen und international wachsen.

Twaice erhält frisches Kapital von der EIB, unterstützt durch das europäische Invest-EU-Programm. Das Münchner Startup entwickelt Analytiksoftware für Batteriespeichersysteme und Elektrofahrzeuge. Mit dem Kapital will das Unternehmen sein Wachstum weiter ausbauen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien und die zunehmende Elektrifizierung treiben den Markt für Batteriespeicher voran. Parallel steigt der Bedarf an datenbasierter Analytik, mit der Betreiber den Zustand, die Leistungsfähigkeit und die Alterung ihrer Batteriesysteme besser einschätzen können. Ziel ist es, Ausfälle frühzeitig zu erkennen und den Betrieb effizienter zu steuern.

Stephan Rohr, Co-CEO von Twaice, kommentiert:

„Betreiber vergrößerten ihre Speicherflotten und benötigten dafür Prozesse, die mitwachsen. Auf Basis tiefer Batterie-Expertise unterstützen wir Teams dabei, Performance und Profitabilität zu steigern, bei deutlich weniger manuellem Aufwand.“

Mehr Batteriespeicher, mehr Aufwand

Mit dem steigenden Anteil von Solar- und Windenergie wächst auch die Zahl der Batteriespeicheranlagen. Betreiber stehen vor der Aufgabe, immer mehr Anlagen mit gleichbleibenden personellen Ressourcen zu betreiben und dabei Sicherheit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit sicherzustellen.

Nach Angaben von Twaice zeigt eine unternehmenseigene Umfrage unter Fachkräften aus dem Bereich Batteriespeichersysteme, dass 45 Prozent der Befragten mindestens einmal im Monat unerwartete Probleme an ihren Anlagen erleben. Angaben zur Methodik oder zur Anzahl der Befragten macht das Unternehmen nicht.

Fokus auf Analytik und internationale Kunden

Twaice setzt nach eigenen Angaben auf Analytik für Echtzeitentscheidungen, vorausschauende Wartung und die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Neben dem Geschäft mit Batteriespeichersystemen arbeitet der Bereich Twaice Battery Experts mit Batterieherstellern und Herstellern von Elektrofahrzeugen zusammen. Dabei analysiert das Unternehmen sowohl Daten auf Zellebene als auch Leistungskennzahlen aus dem laufenden Betrieb.

Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank, sagt:

„Batterien sind das Herzstück von Europas Energiezukunft. Sie treiben die Elektromobilität an, stabilisieren die Netze mit erneuerbarer Energie und machen unsere Versorgungsnetze widerstandsfähiger. Mit der Unterstützung von Twaice stärken wir nicht nur die technologische Führungsrolle Europas in der modernen Batterieanalytik, sondern fördern auch Innovationen, die eine intelligentere und effizientere Nutzung umweltfreundlicher Energie in der gesamten Wirtschaft ermöglichen.“

Nach Unternehmensangaben hat sich das Geschäft von Twaice im Bereich Batteriespeichersysteme im Jahr 2025 nahezu verdreifacht. Mit der Finanzierung will das Münchner Startup die Produktentwicklung beschleunigen und seinen internationalen Kundenstamm ausbauen.

weiterlesen ↓