Hypersonica hat sich der Verteidigung Europas mittels Hyperschallraketen verschrieben und meldet zwei Meilensteine auf dem Weg dahin. Eine Serie-A-Finanzierung über 23,3 Millionen Euro sowie den erfolgreichen ersten Hyperschalltestflug. Das 2023 gegründete Unternehmen sitzt in Wessling und betreibt eine hundertprozentige Tochtergesellschaft in London. Zu Beginn förderten die TUM Venture Labs das Startup.
Plural führte die Finanzierungsrunde an. Zudem beteiligten sich die Bundesagentur für bahnbrechende Innovationen (Sprind) sowie die Bestandsinvestoren General Catalyst und 201 Ventures. Mit dem frischen Kapital beschleunigt Hypersonica seine Roadmap und plant den Beginn vollständiger Flugtests im ersten Quartal 2026. Das Unternehmen will damit die Nachfrage von NATO-Mitgliedstaaten nach hochpräzisen Angriffskapazitäten adressieren.
Die beiden Hypersonica-Gründer Philipp Kerth, CEO, und Marc Ewenz, CTO, erklären:
„Europa befindet sich an einem entscheidenden Punkt, an dem Geschwindigkeit bei Verteidigungsinnovationen nicht mehr optional, sondern unerlässlich ist. Unsere Mission ist klar: Europa mit dem technologischen Vorsprung auszustatten, den es braucht und will, um sich mit manövrierfähigen Hyperschallsystemen gegen militärische Aggressionen zu verteidigen und die demokratischen Werte zu schützen, die unsere Gesellschaften verbinden.“
Rafael Laguna de la Vera, Direktor von Sprind, sagt:
„Sprind hat eine nachgewiesene Erfolgsbilanz bei der Überbrückung der Todeszone für bahnbrechende Technologien vom Labor bis zur Produktion. Unsere Entscheidung, in Hypersonica zu investieren, spiegelt unser Vertrauen in das außergewöhnlich starke Team und die stetigen Fortschritte wider, die es bei der anspruchsvollen Physik des Hyperschallflugs erzielt – eine Fähigkeit, die zur Verteidigungsautonomie Europas beitragen und gleichzeitig die Grundlage für den künftigen autonomen Zugang zum Weltraum schaffen wird. Indem wir als staatlicher Akteur frühzeitig in strategisch relevante Innovationen investieren, demonstrieren wir die Unterstützung des öffentlichen Sektors und katalysieren den Fluss von privatem Kapital und Industriepartnerschaften.“
Schrittweise zur Einsatzfähigkeit
Bei Andøya Space in Norwegen absolvierte Hypersonica seinen ersten Hyperschalltestflug. Als erstes privat finanziertes europäisches Verteidigungsunternehmen erreichte das Team damit diesen technologischen Meilenstein. Der Prototyp beschleunigte auf über Mach 6, also mehr als 7.400 Kilometer pro Stunde, und erzielte eine Reichweite von über 300 Kilometern.
Bis 2029 will Hypersonica eine Hyperschall-Angriffsfähigkeit entwickeln. Dafür verfolgt das Team einen schrittweisen Ansatz mit aufeinanderfolgenden Testflügen. Innerhalb von neun Monaten realisierte das Startup Konzeption, Konstruktion, Beschaffung, Integration und Bodentests sowie Exportkontrolle, regulatorische Anforderungen, Flugsicherheit und Reichweitenorganisation.
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