Foto: Snooty

No risk, no Snooty: Nasenstripes für Kinder

Ein Produkt kann funktional sein. Oder es kann Herzen gewinnen. Snooty will beides. Nasenstripes für Kinder – mit Duft, Design und Ritual. Klingt spielerisch, ist aber durchdacht. Unser 7-Fragen-Interview mit Gründerin Mirjam Hadwiger.

Munich Startup: Was macht euer Startup? Welches Problem löst ihr?

Mirjam Hadwiger: Snooty ist die erste Lifestyle-Marke für kindgerechte Nasenstripes mit tollem Design, Funktion, Duft und einem Ritual in einem Produkt. Wir verbinden ergonomisch optimierte Nasenstripes, die durch ihre richtige Passform und sanftes Anheben der Nasenflügel, die Nasenatmung erleichtern können. Dazu haben wir fünf liebevolle Charaktere und nutzen kindgerechte Düfte aus 100 Prozent bio-zertifizierten ätherischen Ölen. Kinder können sie spielerisch einsetzen, sie tragen die Nasenstripes freiwillig, fühlen sich besser und Eltern atmen auf.

Wissenschaftlich gedacht wirken ein Duft plus die Nasenatmung direkt auf das limbische System und können so schnell Emotionen regulieren indem sie z.B. beruhigen, fokussieren oder den Schlaf vorbereiten. Deshalb sind unsere Snooty Duft-Editionen, die wir bewusst für Kinder entwickelt haben, kein „Schmuck“ sondern sie haben eine logische Wirkung.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Mirjam Hadwiger: Stimmt, es gibt technische Nasenstripes. Aber die Produkte wurden bisher eher stiefmütterlich behandelt also eher funktional, medizinisch und emotionslos. Was fehlt, ist eine Marke, die bis zum Ende denkt. Eine kindgerechte Passform, ein toller Duft, Storytelling, eine angenehme Haptik, Sammel-Elemente wie unsere fünf Snooty-Charaktere und ein Erlebnis beim Tragen und Auspacken. Wir haben das Rad nicht neu erfunden, wir haben es optimiert und zu einer emotionalen Kategorie weiterentwickelt. Snooty füllt genau diese Lücke, ein Produkt und ein Ritual bei der Anwendung, das Kinder und Eltern anspricht.

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Die Idee hinter Snooty

Munich Startup: Was ist eure Gründungsstory?

Mirjam Hadwiger: Kurz und echt: mein Sohn Charlie, damals gerade fünf Jahre alt, hatte eine leichte Erkältung und war absoluter Nasenspray-Verweigerer. Eines Abends schnitt ich einen Erwachsenen-Stripe klein, klebte ihn auf seine Nase und plötzlich war Ruhe. Wenn das so simpel helfen kann, dachte ich, warum gibt es nichts, das Kinder gerne tragen? Ich habe gesucht und nichts gefunden, was emotional, kindgerecht und freiwillig von Charlie getragen werden würde. Aus diesem kleinen Alltagsmoment wurde Snooty, die Idee, aus einem Hilfsmittel ein liebevolles Ritual mit lustigen Charakteren, Duft und Design zu machen.

Munich Startup: Was waren bisher eure größten Herausforderungen?

Mirjam Hadwiger: Die größte Herausforderung war nicht das Produkt sondern der Perspektivwechsel. Nach über 20 Jahren im High-Fashion-Business war ich es gewohnt, Marken strategisch zu positionieren und Talente international aufzubauen. Mit Snooty bin ich zum ersten Mal komplett in die Rolle der Produktentwicklerin und Markenarchitektin gegangen, inklusive Produktion, Zertifizierungen, Lieferketten, Duftentwicklung, Schutzrechten und Finanzierung.

Ein physisches Produkt bedeutet: Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Material, Duftkomposition, Verpackung, Logistik, Cashflow. Alles greift ineinander. Hinzu kommt: Wir bauen eine neue Kategorie auf. Das heißt, wir müssen nicht nur verkaufen, sondern auch erklären. Aber genau das liebe ich. Ich sehe Herausforderungen nicht als Hindernisse, sondern als Wachstumshebel. Und vielleicht ist das meine größte Stärke: Ich denke groß aber ich arbeite detailverliebt.

Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?

Mirjam Hadwiger: Wir sind seit Januar 2026 auf dem Markt und erst einen Monat live und trotzdem sehr zufrieden mit dem Start: bereits hunderte verkaufte Snooty-Pakete, trotz sehr begrenztem Marketing. Aber das Messe-Feedback auf der Spielwarenmesse in Nürnberg und Frühverkäufe bestätigen das große Interesse an Snooty. Wir verkaufen über den eigenen Shop und Amazon, parallel testen und empfehlen Fachleute wie LogopädInnen, DentosophInnen, KieferorthopädInnen und Kinderärzte unsere Nasenstripes. Dr. Maren Koch, sie ist Dentosophin, ist bereits ein großer Fan und unterstützt unsere Kommunikation zur Bedeutung der freien Nasenatmung.

Infobox
Mirjam Hadwiger, Gründerin von Snooty

Snooty-Gründerin Mirjam Hadwiger ist seit über 20 Jahren Model-Agentin im High-Fashion-Bereich und seit knapp 15 Jahren Gründerin und Inhaberin von MIHA Model Management. Ihre Aufgabe umfasst die Entdeckung und den Aufbau von Models für den internationalen Markt mit berühmten Kunden wie Prada, Versace, Vogue und Valentino. 2025 gründete sie Snooty.

Munich Startup: Wo möchtet ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Mirjam Hadwiger: Snooty soll so schnell wie möglich international skalieren und zwar gleichzeitig mit der Kids-Edition und der Erwachsenen-Edition. Wir haben eine echte Nische entdeckt, eine emotionale, Lifestyle-getriebene Kategorie rund um Nasenstripes, die weltweit so noch nicht besetzt ist. Genau daraus ziehen wir unseren Vorteil: eine Kombination aus Design, Duft, Ritual und echter Funktion, die sich international übertragen lässt. Kurz gesagt, schnell in DACH die Marktführerschaft ausbauen und dann zügig in weitere Märkte gehen, mit paralleler Einführung von Snooty Kids und Snooty Essence für Erwachsene. Das ist unser Beschleuniger.

Wo Lifestyle auf Moderne trifft

Munich Startup: Wie habt ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Mirjam Hadwiger: Ich liebe München. Die Energie hier inspiriert mich. Lifestyle trifft auf Moderne und klassische Werte, Kunst auf Business. München vereint all das, ein hochwertiges Netzwerk, kreative Köpfe, professionelle Dienstleister und wunderschöne Natur, um privat wieder aufzutanken. Nach 20 Jahren hier kann ich ehrlich sagen, ich könnte mir keinen besseren Ort zum Leben und Gründen vorstellen. Für mich entwickelt sich München immer mehr zum „Silicon Valley Deutschlands“ und ich bin sehr stolz, in so einer Stadt Snooty aufzubauen. Und ja, die Mischung aus Lebensqualität und Businessnetzwerk ist ein echter Standortvorteil.

Munich Startup: Risiko oder Sicherheit?

Mirjam Hadwiger: Ich bin Unternehmerin seit vielen Jahren und ich nehme kalkulierte Risiken in Kauf. No risk, no magic. So habe ich Snooty entwickelt, mit Herz, klarer Vision und dem Mut, Dinge anzupacken. Gleichzeitig arbeiten wir professionell. Ich habe mir ein starkes Team aus ExpertInnen zusammengestellt und decke so die wichtigsten Bereiche wie Marken- und Rechtsschutz, Produktion, Medizin, Amazon/Operations, PR und Social Media ab. Das ist für mich eine durchdachte Roadmap, die das Risiko reduziert. Man könnte sagen: no risk, no Snooty. Aber es ist ein bewusstes, kalkuliertes Risiko, kein Blindflug.

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