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Custom Surgical sammelt Geld für die Digitalisierung der Augenheilkunde

Das Münchner Medtech-Startup Custom Surgical erhält 3,5 Millionen Euro von Ventech, Zeiss sowie weiteren InvestorInnen. Mit der Pre-Series-A-Runde treibt das Unternehmen die Digitalisierung von Arbeitsabläufen in der Augenheilkunde und seine internationale Expansion voran.

Custom Surgical schließt eine Pre-Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 3,5 Millionen Euro ab. Ventech führt die Runde an, Zeiss sowie eine Gruppe bestehender und neuer InvestorInnen sind ebenfalls an Bord. Ein zentrales Signal der Runde setzt die Beteiligung von Zeiss. Neben Kapital bringt das führende Unternehmen im Bereich Optik und Medizintechnik Expertise, globale Reichweite und Erfahrung in Augenheilkunde und Präzisionsoptik ein.

Digitale Kontinuität für Praxen und Kliniken

Noch immer prägen analoge Hardware-Tools und fragmentierte Dokumentationsprozesse den Alltag in der augenärztlichen Versorgung. Hier setzt Custom Surgical an und entwickelt hardwareunabhängige Digitalisierungslösungen, die sich in bestehende klinische Umgebungen integrieren lassen. Praxen und Krankenhäuser rüsten vorhandene Spaltlampen und Operationsmikroskope nach und erfassen hochwertige Bilddaten, ohne Kerngeräte austauschen oder etablierte Abläufe verändern zu müssen.

Im Zentrum steht die cloudbasierte Plattform Microrec Connect. Sie verwaltet augenheilkundliche Daten geräte- und herstellerübergreifend und ermöglicht die sichere Erfassung, Speicherung und Strukturierung von Bildern und Videos. Gleichzeitig unterstützt die Plattform die Patientendokumentation sowie optimierte klinische Workflows.

Custom Surgical versteht Microrec Connect nicht als klassisches Bildarchiv, sondern als vereinheitlichende digitale Ebene für die Augenheilkunde. Die Lösung verbindet Untersuchungen, Eingriffe und Nachsorge über längere Zeiträume hinweg und schafft die Grundlage für effizientere Zusammenarbeit und datengestützte Versorgung.

Schrittweise zur KI-gestützten Versorgung

Das Unternehmen verfolgt einen klaren Dreischritt: zuerst digitalisieren, dann standardisieren, anschließend KI-Anwendungen einführen. Dieser Ansatz soll die Einstiegshürden für Kliniken senken und sicherstellen, dass künftige KI-Tools auf realen klinischen Abläufen basieren. Custom Surgical bereitet bereits KI-basierte Unterstützungsfunktionen vor, etwa zur Verbesserung der Bildaufnahmequalität, zur Triage oder zur Optimierung von Überweisungswegen. ÄrztInnen behalten dabei die volle Kontrolle.

„Die weltweite Nachfrage nach Augenbehandlungen wächst so schnell, dass die derzeitigen klinischen Prozesse nicht mehr Schritt halten können. Skalierbare digitale Arbeitsabläufe sind unerlässlich, um eine schnelle und genaue Vorsorgeuntersuchung für eine wachsende und alternde Weltbevölkerung zu ermöglichen. Diese Finanzierung bestätigt unsere langfristige Vision: zuerst die Datengrundlage aufzubauen und dann den klinischen und wirtschaftlichen Wert der KI zu erschließen. Wir sind stolz darauf, bei unserer globalen Expansion mit Ventech, Zeiss und unseren Investoren zusammenzuarbeiten“,

sagt Federico Acosta, CEO von Custom Surgical.

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