Gründerteam Noxon
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Noxon lässt die Muskeln spielen

Das Medtech-Startup Noxon hat eine mehrere Millionen Euro schwere Seed-Finanzierung abgeschlossen. Ziel: das Muscle-Computer-Interface für Rehabilitation und Neurologie zertifizieren.

Angeführt wird die millionenschwere Runde vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Bayern Kapital. Auxxo sowie ein weiterer institutioneller Investor beteiligen sich ebenfalls. Die genaue Höhe der Finanzierung nennt das Unternehmen nicht.

Das Münchner Startup will mit dem frischem Kapital die Zertifizierung als Medizinprodukt der Klasse IIa vorantreiben und erste Therapie-Module zur Marktreife bringen. Ziel ist es Muskelgesundheit transparent, personalisiert und für jeden bezahlbar zu machen.

Plattform für Muskeldiagnostik und Stimulation

Nach Angaben von Noxon verbindet die Technologie erstmals kontinuierliche Muskeldiagnostik mit neuromuskulärer elektrischer Stimulation in einem alltagstauglichen Wearable. Ziel ist eine geschlossene Feedback-Schleife aus Echtzeitmessung und personalisierter Muskel- und Nervenaktivierung über den gesamten Therapieverlauf hinweg. Nach eigenen Angaben laufen derzeit Pilotstudien, zudem ist eine weitere klinische Studie geplant.

In der Rehabilitation und bei neuromuskulären Erkrankungen erfolgen Diagnostik und Muskelaktivierung bislang meist punktuell unter klinischen Bedingungen. Dadurch fehlen kontinuierliche Daten aus dem Alltag. Noxon will Abhilfe schaffen. Nach Angaben des Unternehmens können die textilbasierten Sensor- und Stimulationselemente in bestehende Produkte wie Tapes, Pflaster oder orthopädische Hilfsmittel integriert werden.

Damit könnten nicht nur Tremor bei Parkinson-PatientInnen behandelt werden, sondern auch motorische Funktionen nach Lähmungen wiederhergestellt sowie Leistungsanalysen im Spitzensport erhoben werden.

Maria Neugschwender, CEO von Noxon, sagt: 

„Neurologische und muskuloskelettale Erkrankungen nehmen weltweit zu. Eine gesunde Muskelfunktion ist dabei fundamental, bleibt für viele jedoch ein blinder Fleck.“ 

Die Unterstützung durch die InvestorInnen ermögliche es, die Plattform weiter klinisch zu validieren und erste Produkte in den Markt zu bringen, so Neugschwender.

Pilotprojekte mit klinischen Partnern

Parallel arbeitet Noxon mit medizinischen Partnern an Pilotanwendungen. Dazu zählen das Universitätsklinikum Würzburg sowie die Neurowissenschaftsgruppe N-Squared Lab. Im Fokus stehen Anwendungen, bei denen die Signalübertragung zwischen Gehirn und Muskel beeinträchtigt ist. Dazu gehören unter anderem Lösungen zur Reduktion von Parkinson-Tremor.

Auch die InvestorInnen sehen Potenzial in der Plattform. Dr. Lena-Sophie Schütter, Investment Managerin beim HTGF, sagt: 

„Mich überzeugt an Noxon, dass wirksame Therapie so einfach wird wie das Anlegen einer Bandage.“ 

Nach Unternehmensangaben adressiert Noxon mit seiner modularen Plattform einen Markt von mehr als 1,1 Milliarden Menschen mit muskelbezogenen Erkrankungen weltweit. Mit Unterstützung von Frühphaseninvestoren aus dem bayerischen Ökosystem arbeitet das Münchner Startup nun an der nächsten Entwicklungsstufe. Gelingt die klinische Validierung, könnte Noxon seine Technologie aus München heraus in weitere Anwendungsfelder überführen.

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