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München hängt alle ab: Nirgendwo in Europa gibt’s mehr Patente

München hängt alle ab: Nirgendwo in Europa gibt’s mehr Patente

Der Hauptsitz des EPA in München

Credit: Foto: European Patent Office

Der Hauptsitz des EPA in München – Credit: Foto: European Patent Office

Bernd Heppel

Bernd Heppel

München festigt seine Rolle als zentraler Innovationsstandort Europas weiter: Keine andere Stadt vereint so viele Patentanmeldungen, Forschungseinrichtungen und technologiegetriebene Unternehmen auf engem Raum. Das aktuelle Technology Dashboard des Europäischen Patentamts zeigt, warum gerade diese Kombination zunehmend zum Standortvorteil für Deeptech- und KI-Startups wird.

10. April 2026

3 Min. Lesezeit

Das Europäische Patentamt (EPA) verzeichnet 2025 mit über 200.000 Anmeldungen ein Rekordjahr, während Deutschland mit 24.476 Patenten weiterhin zweitstärkstes Ursprungsland weltweit bleibt. Besonders relevant für München, denn Bayern führt das Bundesländer-Ranking an und die Stadt behauptet ihre Position als Europas wichtigste Patentmetropole.

München als „Patenthauptstadt“ Europas

Der auffälligste Befund des aktuellen EPO Technology Dashboard 2025: München ist nicht nur Deutschlands führender Patentstandort, sondern auch europaweit die Stadt mit den meisten Patentanmeldungen. Damit bleibt die Region ein zentraler Knotenpunkt für industrielle Forschung, Deeptech-Innovationen und technologiegetriebene Geschäftsmodelle.

Dass Bayern mit 6.628 Patentanmeldungen (27,1 Prozent des deutschen Gesamtvolumens) europaweit auf Rang zwei liegt (davor liegt nur noch Île-de-France) unterstreicht die strukturelle Stärke des Münchner Ökosystems. Neben Großkonzernen und Forschungseinrichtungen profitieren davon auch Startups, insbesondere im Bereich Deeptech.

Diese Sonderstellung ergibt sich aus der ungewöhnlich dichten Verzahnung globaler Industriekonzerne wie Siemens, BMW und Infineon mit führenden Forschungseinrichtungen wie der Fraunhofer-Gesellschaft, der TU München und der LMU sowie einem gleichzeitig stark wachsenden Deeptech-Startup-Ökosystem. Diese Kombination sorgt dafür, dass Patente nicht nur angemeldet, sondern auch wirtschaftlich verwertet werden – häufig über Ausgründungen oder enge Kooperationen mit Startups.

Technologie-Trends: Relevanz für Münchner Startups

Der stärkste Wachstumsbereich mit direkter Startup-Relevanz ist die Computertechnik. Besonders dynamisch entwickeln sich dabei Künstliche Intelligenz (+9,5 Prozent europaweit), Quantentechnologien (+37,9 Prozent) sowie Halbleiter (+7,6 Prozent). München gilt in Europa als einer der wichtigsten Standorte für diese Technologien und vereint zahlreiche Startups aus diesen Bereichen, etwa im KI-Umfeld rund um Applied AI und die TU München, im Quantencomputing mit Unternehmen wie Planqc oder IQM Germany sowie im Halbleiter- und Deeptech-Segment mit Playern wie Fazua oder Celus.

Ein weiterer zentraler Bereich ist das Technologiefeld Elektrische Maschinen, Geräte und Energie, das um 5,3 Prozent gewachsen ist und insbesondere durch Fortschritte bei Batterietechnologien (+14,6 Prozent) an Dynamik gewinnt. Diese Entwicklung ist besonders relevant für Münchner Startups aus den Bereichen Climatetech, Energieinfrastruktur und E-Mobility, die von der steigenden Innovationsaktivität und den damit verbundenen Marktchancen profitieren.

Trotz eines Rückgangs bleibt Deutschland führend im Transportsektor (17,6 Prozent Anteil in Europa). Für München bedeutet das konkret neben einer starken Nähe zu Automotive-Innovationen und wichtigen Schnittstellen für Mobility-Startups auch weiterhin hohe Patentaktivität bei Zulieferern und OEMs (Original Equipment Manufacturer (Originalausrüstungshersteller oder Erstausrüster)).

Wer dominiert das Patentgeschehen?

Unter den Top-Anmeldern finden sich vor allem Großkonzerne. Weltweit führend stehen hier Firmen wie Samsung, Huawei und LG ganz vorne. In Deutschland dominieren große Namen wie Siemens (Platz 6) und Basf (Platz 8). Die Fraunhofer-Gesellschaft gilt als führende europäische Forschungseinrichtung. Eine Besonderheit für München ist hierbei, dass die Fraunhofer-Institute und Konzernzentralen vor Ort als Technologiegeber und Spin-off-Treiber für Startups wirken.

Einheitspatent gewinnt an Bedeutung – Chance für Startups

Das 2023 eingeführte Einheitspatent erreicht 2025 eine Nutzungsquote von 28,7 Prozent, in Deutschland liegt sie mit 37,6 Prozent sogar darüber. Für Startups bedeutet das einen deutlich vereinfachten Patentschutz in bis zu 18 EU-Staaten, geringere Kosten und weniger bürokratischen Aufwand sowie bessere Voraussetzungen für eine schnelle Skalierung technologiegetriebener Geschäftsmodelle im europäischen Markt.

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