Foto: NongEngEng / Adobe Stock | Dehaze

Health-AI-Startup Dehaze sammelt 3,2 Millionen Euro für chronische Krankheitserkennung ein

Das Münchner Healthcare-AI-Startup Dehaze hat eine Seed-Finanzierung über 3,2 Millionen Euro abgeschlossen, angeführt von YZR Capital und DN Capital. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine KI-Plattform zur Früherkennung chronischer Erkrankungen ausbauen. Ein Kostenfeld, das laut WHO weltweit zu den größten Belastungen für Gesundheitssysteme zählt.

Der besondere Ansatz von Dehaze liegt nicht in einem weiteren medizinischen Chatbot, sondern in einem Foundation Model für heterogene Patientendaten. Die Plattform soll Risiken für chronische Erkrankungen auf Bevölkerungsebene erkennen. Ebenfalls soll es kausale Erklärungen liefern, damit Versicherer und medizinische Leistungserbringer früher eingreifen können.

Seed-Runde zum Ausbau mehrerer Bereiche

An der Finanzierungsrunde in Höhe von 3,2 Millionen Euro beteiligen sich neben YZR Capital und DN Capital auch Angel Invest, Zoho und Better Ventures. Das Unternehmen plant, das Kernteam um medizinische und technische Fachkräfte zu erweitern, um den technologischen Vorsprung auszubauen. Ebenso möchte das Unternehmen das Vertriebsteam verstärken, um der wachsenden kommerziellen Nachfrage gerecht zu werden.

Die Investition bestätigt den kommerziellen Erfolg von Dehaze bei internationalen Kostenträgern und seine Position als einer der vielversprechendsten Akteure bei der Entwicklung des ersten grundlegenden KI-Modells zur Erkennung chronischer Erkrankungen.

Chronische Erkrankungen als Milliardenmarkt für Health AI

Chronische beziehungsweise nichtübertragbare Krankheiten verursachten im Jahr 2021 laut Weltgesundheitsorganisation mindestens 43 Millionen Todesfälle. Das sind rund drei Viertel der nicht-pandemiebedingten Todesfälle weltweit. Damit sind chronische Krankheiten der größte Kostenfaktor in jedem Gesundheitssystem weltweit. In Zahlen bedeutet das, dass etwa sieben von zehn Todesfällen weltweit darauf zurückzuführen sind und jährliche Ausgaben in Höhe von mehr als 6,8 Billionen Euro (8 Billionen US-Dollar) verursachen.

ÄrztInnen haben Zugang zu enormen Mengen an Gesundheitsdaten, verfügen jedoch nur über die Zeit und die Werkzeuge, um weniger als drei Prozent davon zu prüfen, bevor sie klinische Entscheidungen treffen. Infolgedessen werden mehr als 31 Prozent der chronischen Erkrankungen in einem Stadium übersehen, in dem sie noch verhindert, verlangsamt oder zu einem Bruchteil der späteren Kosten behandelt werden könnten.

Dehaze adressiert damit ein Problem, das für Versicherer besonders relevant ist. Laut Unternehmensangaben können Kostenträger durch frühere Erkennung ihre Gesundheitsausgaben um bis zu 10 Prozent senken.

„Chronische Krankheiten sind das größte und teuerste Problem im Gesundheitswesen – und bislang aus einem einfachen Grund ungelöst: Die Daten existieren, aber sie werden nicht genutzt“,

sagt Marius Klages, Co-Founder und CEO von Dehaze.

„Ärzte sehen weniger als drei Prozent der verfügbaren Informationen, wodurch rund ein Drittel der Erkrankungen unentdeckt bleibt. Genau diese Lücke schließen wir. Wir haben Dehaze in München von Grund auf als Foundation Model für die Erkennung chronischer Krankheiten entwickelt – nicht als Chatbot oder Dashboard. Unsere Kunden sind von Anfang an global, weil auch das Problem global ist. Die Geschwindigkeit, mit der Versicherer unsere Lösung adaptieren, bestätigt unsere Annahme: Diese Kategorie wird in den kommenden Jahren definiert – und wir werden sie prägen.“

Münchner Deeptech mit globalem Kostenträger-Fokus

Die Entwicklungs-, Forschungs- und Produktteams von Dehaze haben ihren Sitz in München. Sie sind tief in der deutschen und europäischen Deep-Tech-Forschung verwurzelt. Sie werden durch zahlreiche öffentliche Fördermittel des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt.

Das Unternehmen ist bereits weltweit tätig und verzeichnet eine wachsende Zahl von Kostenträgern, die die Plattform aktiv nutzen. Diese wird durch neue Module erweitert, die sich auf die Empfehlung der nächstbesten Maßnahme und vollständige Rückverfolgbarkeit konzentrieren.

Quellen

  • Pressemitteilung Dehaze, 28. April 2026
  • WHO
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