Neue Finanzperspektiven auch für Münchner Startups: Mehrere Industrieunternehmen und Venture-Capital-Geber bauen aktuell ihre Aktivitäten im Startup-Bereich aus. Bosch, BMW i Ventures und Earlybird wollen in den kommenden Jahren jeweils hohe Millionenbeträge in technologieorientierte Startups investieren. Der Fokus liegt auf Künstlicher Intelligenz, Deeptech und industriellen Anwendungen.
Bis 2030 will Bosch Business Innovations rund 200 Millionen Euro in den Aufbau von 20 neuen Startups außerhalb des eigenen Kerngeschäfts investieren. Die Mittel stellt die Bosch-Gruppe bereit. Parallel dazu legt BMW i Ventures einen neuen Fonds über 300 Millionen US-Dollar auf. Earlybird wiederum schließt einen Frühphasenfonds über 360 Millionen Euro.
Fokus auf Technologie und industrielle Anwendungen
Bosch Business Innovations konzentriert sich auf drei Technologiefelder: medizinische Fernüberwachung, softwaregesteuerte Fertigung und die Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Treibhausgasen. Ziel ist es, technologiegetriebene Geschäftsmodelle zur Marktreife zu bringen. Dabei arbeitet der Venture Builder mit externen GründerInnen, die operative Verantwortung übernehmen.
Axel Deniz, Geschäftsführer von Bosch Business Innovations, sagt:
„Wir wollen systematisch aus Ideen skalierbare Unternehmen machen.“
Das Unternehmen kombiniert dafür technologische Ressourcen mit industrieller Infrastruktur.
BMW i Ventures richtet seinen neuen Fonds auf technologische Entwicklungen mit Bezug zur Mobilität und Industrie aus. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz, darunter Systeme zur Automatisierung von Prozessen sowie softwarebasierte Lösungen für industrielle Anwendungen. Investiert wird in Startups in Europa und Nordamerika von der frühen Phase bis zur Wachstumsphase.
Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, sagt:
„Mit BMW i Ventures investieren wir gezielt in Technologien, die die Zukunft unserer Branche prägen.“
Neben Künstlicher Intelligenz adressiert der Fonds auch Themen wie Kreislaufwirtschaft und neue Materialien.
Frühphasenfinanzierung in Europa
Mit Earlybird schließt ein weiterer Investor einen neuen Fonds. Der achte Frühphasenfonds umfasst 360 Millionen Euro und ist der bislang größte Fonds des Unternehmens. Earlybird investiert in Künstliche Intelligenz, Software-Infrastruktur sowie Deeptech und Hardware.
Ein Teil der Strategie ist die stärkere Integration von Künstlicher Intelligenz in die eigenen Prozesse, etwa bei der Auswahl und Unterstützung von Portfolio-Unternehmen. Zudem führt Earlybird ein Beteiligungsmodell ein, bei dem aktive Partner langfristig am Unternehmen beteiligt bleiben.
Zu den bisherigen Investments von Earlybird zählen auch die Münchner Startups Isar Aerospace und Marvel Fusion.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sich das Angebot an Wachstumskapital für technologiegetriebene Startups erweitert. Für Münchner Startups aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Industrieanwendungen und Deeptech entstehen dadurch zusätzliche Anknüpfungspunkte zu internationalen Investoren.
Noch mehr Startup-News?
Abonniere hier unseren Newsletter: Wer regelmäßig über Finanzierungen, Gründungen und Technologietrends im Münchner Startup-Ökosystem informiert bleiben möchte, kann hier den Munich Startup Newsletter abonnieren.