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Legalian: Compliance neu automatisiert

Legalian: Compliance neu automatisiert

Legalian

Credit: Foto: Legalian GmbH

Legalian – Credit: Foto: Legalian GmbH

Saskia Doll

Saskia Doll

KYC-Prüfungen gelten in vielen Unternehmen als zeitaufwendig und fehleranfällig – verschärft durch neue EU-Vorgaben. Das Münchner Startup Legalian automatisiert den gesamten Prozess auf Basis von Primärdaten. Mitgründer Maximilian Reinhard erklärt im Interview, warum kontinuierliches Monitoring die Zukunft von Compliance ist.

29. Mai 2026

4 Min. Lesezeit

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Maximilian Reinhard, Mitgründer: KYC (Anm. d. Red.: Know Your Customer ist ein gesetzlich vorgeschriebener Prozess zur Identitätsprüfung von NeukundInnen, um Geldwäsche zu verhindern) ist für viele Verpflichtete schon heute ein unzureichend gelöstes Problem und administrativ ein absoluter Albtraum. Der Status quo ist geprägt von extrem aufwendigen, manuellen Prozessen und einem ständigen Datenschiefstand. Die neue EU-AML-Verordnung (AMLR) potenziert dieses Problem nun massiv, da sie deutlich datengetriebener agiert und weitaus höhere Anforderungen an die Detailtiefe und Aktualität der Informationen stellt. Genau hier setzen wir an: Legalian verwandelt dieses wachsende Daten- und Prozessdilemma durch radikale Automatisierung und die Abbildung des gesamten Workflows auf Basis von Primärdaten in eine effiziente, rechtssichere Lösung.

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Maximilian Reinhard: Wir sind der erste Anbieter mit einer Architektur, die auf Primärdaten aufbaut und die Informationen direkt aus Primärquellen wie dem Handelsregister extrahiert. Während der Markt oft auf veraltete Daten von Zwischenhändlern setzt, bündeln wir den direkten Zugriff und die intelligente Analyse in einer einzigen Plattform. Das ermöglicht eine automatische UBO-Extraktion und die Visualisierung komplexer Strukturen in Echtzeit als fertige KYC-Checks – fehlerfrei und ohne manuelle Übertragungsfehler. Zusätzlich transformieren wir KYC von einer punktuellen Momentaufnahme hin zum „Perpetual Monitoring“. Wir bieten die technologische Lösung, um Portfolios kontinuierlich auf Änderungen zu überwachen.

Gründungsidee aus Frustration in der Praxis entstanden

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Maximilian Reinhard: Der Auslöser war unsere persönliche Erfahrung und Frustration aus der Praxis. Unser Gründerteam kommt aus den Bereichen Private Equity, Consulting und Fintech – wir haben diese Probleme also an verschiedenen Berufsstationen am eigenen Leib erfahren. Dabei saßen wir auf beiden Seiten des Tisches: Mal mussten wir selbst prüfen, mal wurden wir geprüft. Da wir am Markt keine technologisch überzeugende Software sahen, die diesen Prozess wirklich sinnvoll digitalisiert, haben wir uns entschlossen, diese Lücke selbst zu füllen.

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Maximilian Reinhard: Nein. Wir haben uns das klare Ziel gesetzt, das Daten- und Prozessproblem für KYC-Checks europaweit zu lösen. Dass wir dieses Vorhaben komplett gebootstrapped vorantreiben, gibt uns die nötige Unabhängigkeit und Agilität. Heute zu sehen, wie unser zehnköpfiges Team diese Vision Tag für Tag umsetzt, ist die beste Bestätigung, die man sich wünschen kann.

Manuelle Last senken und Sicherheit erhöhen

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Maximilian Reinhard: Erfolg bedeutet für uns, dass wir europaweit als geschätzter Partner für KYC-Prozesse etabliert sind. Unsere wichtigste KPI ist die Zufriedenheit der Kunden: Wenn diese mithilfe unserer Plattform eine hohe Anzahl an Checks in kürzester Zeit effektiv und vollumfänglich erledigen können, haben wir unser Ziel erreicht. Wir messen uns daran, wie stark wir die manuelle Last senken und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen.

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Maximilian Reinhard: Ja, definitiv. Das Ökosystem rund um die TUM und die UnternehmerTUM bietet einen wahnsinnig guten Support. Gerade für Legal- und Regtech ist München ideal, da wir hier sowohl die nötigen Talente als auch anspruchsvolle B2B-Kunden finden, die genau die technologische Exzellenz suchen, die Legalian bietet.

Munich Startup: Perfektion oder Geschwindigkeit?

Maximilian Reinhard: In der Compliance gibt es kein „Entweder-oder“. Perfektion ist zwingend, um rechtssicher zu sein, während Geschwindigkeit unerlässlich ist, um die heutigen Datenmengen zu bewältigen. Nur die Balance aus beidem ermöglicht es unseren Kunden, sich auf die Bewertung der wirklich wichtigen Risiken zu konzentrieren, anstatt wertvolle Zeit mit administrativen Aufgaben zu verschwenden.

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