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Encosa erhält 25 Millionen Euro für Batteriespeicher-Modell

Encosa erhält 25 Millionen Euro für Batteriespeicher-Modell

Encosa Gründer Sascha Koberstaedt (l.) und Sebastian Becker (r.)

Credit: Foto: Encosa

Encosa Gründer Sascha Koberstaedt (l.) und Sebastian Becker (r.) – Credit: Foto: Encosa

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Das Münchner Startup Encosa hat sich eine Gesamtfinanzierung von 25 Millionen Euro gesichert, um sein Angebot für gewerbliche und industrielle Batteriespeicher auszubauen. Die Finanzierungsrunde wird von Realyze Ventures angeführt, zusätzlich hat sich das Unternehmen eine skalierbare Fremdfinanzierung für den Aufbau weiterer Speicherprojekte gesichert.

3. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

Für viele Unternehmen sind Batteriespeicher längst wirtschaftlich interessant, dennoch werden zahlreiche Projekte nicht umgesetzt. Der Hauptgrund: hohe Investitionskosten, komplexe Planung und zusätzlicher Betriebsaufwand. Genau hier setzt Encosa an. Das Münchner Startup bietet Batteriespeicher als Komplettlösung an und übernimmt Planung, Finanzierung, Installation sowie Betrieb der Anlagen. KundInnen können die Systeme nutzen, ohne selbst hohe Anfangsinvestitionen tätigen zu müssen.

Nutzung statt Besitz: So funktioniert das Modell von Encosa

Steigende Strompreise, höhere Netzentgelte und verschärfte CO₂-Vorgaben erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihren Energieverbrauch effizienter zu gestalten. Batteriespeicher gelten dabei als Schlüsseltechnologie, um Lastspitzen zu reduzieren, Stromkosten zu senken und zusätzliche Erlöse am Energiemarkt zu erzielen.

In der Praxis scheitern entsprechende Projekte jedoch häufig an den Investitionskosten. Batteriespeicher erfordern nicht nur hohe Anfangsausgaben, sondern auch technisches Know-how bei Planung, Betrieb und Vermarktung.

Encosa verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: Das Unternehmen stellt seinen KundInnen Batteriespeicher als Dienstleistung zur Verfügung. Je nach Bedarf können Unternehmen zwischen Kauf-, Miet- oder Pachtmodellen wählen. Auf Wunsch bringt Encosa selbst das notwendige Kapital mit und übernimmt die Finanzierung der Anlagen. Dadurch sollen auch Unternehmen Zugang zu Batteriespeichern erhalten, die entsprechende Investitionen bislang gescheut haben.

Encosa baut eigenes Batteriespeicher-Portfolio auf

Anders als klassische Energiedienstleister begleitet Encosa nicht nur einzelne Projekte. Das Startup baut aktiv ein eigenes Portfolio an Batteriespeichern auf und partizipiert an den Erlösen der Anlagen.

Die Einnahmen entstehen dabei aus zwei Quellen: Zum einen profitieren KundInnen von einem optimierten Energieverbrauch und niedrigeren Energiekosten. Zum anderen können freie Speicherkapazitäten am Strommarkt vermarktet werden. Dieses Modell eröffnet zusätzliche Ertragspotenziale für Betreiber und Kunden.

Eigene Software soll Wirtschaftlichkeit der Speicher erhöhen

Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist die von Encosa entwickelte Technologieplattform. Sie verbindet die Optimierung des Energieverbrauchs vor Ort („Behind the Meter“) mit der Vermarktung überschüssiger Speicherkapazitäten am Strommarkt („Front of the Meter“).

Dadurch soll jede installierte Anlage möglichst effizient genutzt werden. Nach Unternehmensangaben amortisieren sich Batteriespeicher je nach Verbrauchsprofil und Marktumfeld typischerweise innerhalb von 18 Monaten bis fünf Jahren. Zu den bisherigen Kunden zählen Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Industrie und Immobilienwirtschaft.

Realyze Ventures führt die Finanzierungsrunde an

Angeführt wird die Eigenkapitalfinanzierung von Realyze Ventures. Darüber hinaus beteiligen sich Verve Ventures, Bayern Kapital, Blum Ventures und Kopa Ventures sowie bestehende InvestorInnen und mehrere Business Angels. Parallel konnte Encosa eine zusätzliche Debt-Facility mit einem Fremdkapitalgeber vereinbaren.

Für Realyze Ventures passt das Investment insbesondere aufgrund der zunehmenden Bedeutung von Batteriespeichern für Immobilien- und Energieprojekte ins Portfolio.

Kai Panitzki, General Partner bei Realyze Ventures, sagt:

„Bei modernen Immobilien sind Batteriespeicher ein entscheidender Hebel, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Rentabilität durch diversifizierte Erträge zu maximieren.“

Kapital fließt in Teamaufbau und weitere Speicherprojekte

Das neu eingeworbene Eigenkapital soll vor allem in den Ausbau des Teams, die Weiterentwicklung der Technologieplattform und die schnellere Umsetzung neuer Projekte investiert werden. Die zusätzliche Fremdfinanzierung ist für den Aufbau weiterer Batteriespeicher vorgesehen.

Das Unternehmen wurde im Juni 2024 von Sascha Koberstaedt und Sebastian Becker gegründet. Nach eigenen Angaben hat Encosa innerhalb von weniger als zwei Jahren erste Anlagen in Betrieb genommen, zahlreiche Projekte vertraglich gesichert und insgesamt 25 Millionen Euro Kapital eingeworben.

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