Munich Startup
Causa Prima startet mit 8,5 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung

Causa Prima startet mit 8,5 Millionen Euro Pre-Seed-Finanzierung

Credit: Foto: Causa Prima

Credit: Foto: Causa Prima

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Besser könnte es sich für das deutsch-spanische Startup Causa Prima aktuell gar nicht entwickeln: Über 8 Millionen Euro (10 Millionen Dollar) sammelt das Fintech-Startup nun als Pre-Seed-Finanzierung ein. Was das für das Unternehmen mit Standorten in Madrid und München bedeutet.

18. Juni 2026

4 Min. Lesezeit

Gehören Zahlungsziele wie Net-30, Net-60 oder Net-90 im B2B-Bereich bald der Vergangenheit an? An einer einfacheren und effizienteren Lösung arbeitet Causa Prima. Und der Prozess könnte noch beschleunigt werden, denn das Unternehmen erhält nun eine Pre-Seed-Finanzierung von mehr als 8 Millionen Euro (10 Millionen Dollar).

Die Finanzierungsrunde wird von Creandum angeführt, weitere Investoren sind Kfund, HelloWorld sowie Business Angels aus Unternehmen wie Qonto, Pennylane, SAP, ING, SoFi, Lidl und DeepMind. Mit dem frischen Kapital will Causa Prima seine Engineering- und Produktteams an den Standorten München und Madrid ausbauen.

Ex-Taulia-Team will die Infrastruktur für KI-gesteuerte B2B-Transaktionen schaffen

Hinter Causa Prima stehen erfahrene Unternehmer, die bereits zentrale Infrastruktur für globale Unternehmenszahlungen aufgebaut haben. Mitgründer Maex Ament gründete einst Taulia, einen Pionier für Dynamic Discounting, der später von SAP übernommen wurde. Über die Plattform wurden nach Unternehmensangaben zuletzt Zahlungsvolumina von rund 43 Milliarden Euro (50 Milliarden Dollar) pro Quartal zwischen mehr als fünf Millionen Lieferanten abgewickelt.

Gemeinsam mit Henrik Gebbing, Mitgründer des Krypto-Verwahrers Finoa, und Philip Stanislaus, der bei Oak Security mehr als 600 Enterprise-Security-Audits leitete, will Ament nun die nächste Entwicklungsstufe im B2B-Finanzwesen etablieren: ein Agent-to-Agent-Netzwerk für B2B-Finanzprozesse, auf dem KI-Agenten von Einkäufern und Lieferanten Zahlungsbedingungen, Rechnungsfreigaben und Streitfälle automatisiert verhandeln und abwickeln, also eine Infrastruktur, auf der KI-Agenten eigenständig miteinander interagieren. Bereits mehr als 3.000 aktive Anwender nutzen bereits das Netzwerk.

KI-Agenten sollen Streitfälle und Zahlungsverhandlungen automatisieren

Die zentrale These von Causa Prima: Während Unternehmen zunehmend KI-Agenten für Einkauf, Rechnungsbearbeitung und Zahlungsprozesse einsetzen, fehlt bislang die Infrastruktur für die Kommunikation zwischen den Systemen verschiedener Unternehmen.

Aktuelle Accounts-Payable- und Accounts-Receivable-Lösungen seien jeweils auf eine Seite der Transaktion ausgelegt. Sobald Unstimmigkeiten zwischen Käufer und Lieferant auftreten, etwa bei Rechnungsdifferenzen oder Zahlungsfristen, müsse weiterhin manuell eingegriffen werden.

Causa Prima verbindet beide Seiten innerhalb eines gemeinsamen Netzwerks. KI-Agenten sollen dort eigenständig Informationen austauschen, offene Fragen klären und optimale Zahlungsbedingungen aushandeln.

Entsteht heute beispielsweise bei einem Unternehmen mit mehreren tausend Lieferanten eine strittige Rechnung, folgen oft wochenlange Abstimmungen per E-Mail zwischen den Finanzabteilungen beider Unternehmen. Laut Causa Prima können KI-Agenten diese Prozesse innerhalb von Sekunden lösen.

Dynamic Discounting soll erstmals in großem Maßstab nutzbar werden

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sogenannten Frühzahlungsrabatten. Dabei gewähren Lieferanten Preisnachlässe, wenn Rechnungen früher beglichen werden.

Obwohl solche Modelle für große Unternehmen erhebliche Einsparpotenziale bieten, scheitert die Umsetzung häufig an der Komplexität der Abstimmung mit tausenden Lieferanten. Durch automatisierte Verhandlungen zwischen KI-Agenten will Causa Prima diese Prozesse erstmals skalierbar machen.

Für Mitgründer Maex Ament knüpft das Unternehmen damit direkt an die Idee des Dynamic Discounting an, die er bereits bei Taulia maßgeblich geprägt hat:

„Das Problem im B2B-Finanzwesen lag nie innerhalb eines einzelnen Unternehmens, sondern immer zwischen zwei Unternehmen. Wenn beide Seiten mit Agenten arbeiten, werden Streitfälle und starre Zahlungsbedingungen zunehmend überflüssig.“

Creandum setzt auf Erfahrung aus SAP-, Fintech- und Security-Umfeld

Lead-Investor Creandum sieht insbesondere die operative Erfahrung des Gründerteams als entscheidenden Faktor. Simon Schmincke, Partner bei Creandum, ergänzt:

„Bald werden KI-Agenten auf beiden Seiten jeder B2B-Transaktion stehen, und die heutige Infrastruktur – die für Menschen konzipiert wurde – wird dem nicht standhalten. Dieses Team hat bereits die Infrastruktur geschaffen, die heute fast jeder Lieferant weltweit nutzt, um bezahlt zu werden. Daher weiß niemand besser, was nicht funktioniert, und ist niemand besser in der Lage, das Problem zu beheben. Mit Causa Prima und seinem Agent-zu-Agent-Netzwerk ist eine frühzeitige Bezahlung kein Traum mehr, den Finanzteams schon vor Jahren aufgegeben haben, sondern wird zum neuen Standard.“

Das Ende fester Zahlungsfristen?

Langfristig verfolgt Causa Prima eine ambitionierte Vision. Klassische Zahlungsziele wie Net-30-, Net-60- oder Net-90-Tage-Rechnungen seien historisch vor allem entstanden, weil Menschen Zeit zur Bearbeitung von Transaktionen benötigten.

Wenn KI-Agenten künftig in Echtzeit verhandeln und Entscheidungen treffen können, könnten starre Zahlungsfristen durch dynamische und situationsabhängige Vereinbarungen ersetzt werden. Damit adressiert das Startup einen Markt, der bislang weitgehend von manuellen Prozessen geprägt ist.

Mehr davon

Passende Beiträge zum Weiterlesen

Finanzchef24 baut DFKP-Kooperation aus
Deals

Finanzchef24 baut DFKP-Kooperation aus

11.09.26
2 Min.
Bella & Bona expandiert nach NRW
Deals

Bella & Bona expandiert nach NRW

10.09.26
2 Min.
KI-Unternehmen Atira erhält 13 Millionen Euro
Deals

KI-Unternehmen Atira erhält 13 Millionen Euro

09.09.26
3 Min.
450 Millionen Dollar: The Exploration Company nimmt Kurs auf die ISS
Deals

450 Millionen Dollar: The Exploration Company nimmt Kurs auf die ISS

09.09.26
4 Min.
Millionenfinanzierung für Project-S
Deals

Millionenfinanzierung für Project-S

07.09.26
4 Min.
2 Millionen Euro Finanzierung für Reformer Club
Deals

2 Millionen Euro Finanzierung für Reformer Club

31.08.26
5 Min.
Nnexoro holt zwei Business Angels an Bord
Deals

Nnexoro holt zwei Business Angels an Bord

31.08.26
2 Min.
20.000 Ladepunkte: Fryte kooperiert mit Smatrics
Deals

20.000 Ladepunkte: Fryte kooperiert mit Smatrics

28.08.26
3 Min.
Aily Labs kooperiert mit Google Cloud
Deals

Aily Labs kooperiert mit Google Cloud

26.08.26
2 Min.
Oceanloop: Bis zu 38,5 Millionen Euro für Zackenbarsch-Zucht
Deals

Oceanloop: Bis zu 38,5 Millionen Euro für Zackenbarsch-Zucht

19.08.26
2 Min.
Navvis treibt KI-Ausbau mit 74 Millionen voran
Deals

Navvis treibt KI-Ausbau mit 74 Millionen voran

11.08.26
3 Min.
Hansi Flicks Startup holt Millionen-Investment – Padelcity greift nach Europas Spitze
Deals

Hansi Flicks Startup holt Millionen-Investment – Padelcity greift nach Europas Spitze

10.08.26
4 Min.