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Women in Tech: Valerie Laubsch von Moverloop

Women in Tech: Valerie Laubsch von Moverloop

Valerie Laubsch, Moverloop

Credit: Foto: moverloop GmbH

Valerie Laubsch, Moverloop – Credit: Foto: moverloop GmbH

Saskia Doll

Saskia Doll

Lokale Energiekonzepte für Gewerbeimmobilien: Valerie Laubsch gründete 2024 gemeinsam mit Jonas Nöhl das Startup Moverloop. Das Unternehmen kombiniert Solarstrom, Batteriespeicher und Börsenstrom zu einer wirtschaftlichen Energieversorgung, von der sowohl Immobilieneigentümer als auch Unternehmen profitieren. Im Interview spricht die ehemalige Microsoft-Mitarbeiterin darüber, warum man nicht auf den perfekten Moment zum Gründen warten sollte, weshalb ein funktionierendes Geschäftsmodell wichtiger ist als schnelles Fundraising und warum die Energiebranche enormes Potenzial bietet.

23. Juni 2026

4 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was hat dich zur Gründung motiviert?

Valerie Laubsch: Unternehmertum war in meiner Familie schon immer präsent. Meine beiden Eltern sind selbstständig und auch in meinem Umfeld gab es viele Menschen, die eigene Unternehmen aufgebaut haben. Dadurch habe ich früh gesehen, wie viel Verantwortung, Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten damit verbunden sind. Wenn mich ein Thema wirklich begeistert, möchte ich nicht nur darüber nachdenken, sondern aktiv daran arbeiten. Die Gründung von Moverloop war deshalb für mich ein sehr natürlicher Schritt.

Munich Startup: Was hättest du gerne vor deiner ersten Gründung gewusst?

Valerie Laubsch: Dass man nicht auf das Gefühl warten sollte, bereit zu sein. Viele der Entscheidungen, die uns wirklich weitergebracht haben, haben sich im ersten Moment nicht natürlich angefühlt.

Bewusste Entscheidung gegen frühe Finanzierungsrunde

Munich Startup: Wie ist dein Unternehmen bislang finanziert?

Valerie Laubsch: Mein Mitgründer und ich haben uns zwar über ein Early-Stage-Investorenprogramm kennengelernt, uns aber bewusst gegen eine frühe Finanzierungsrunde entschieden. Wir wollten zuerst beweisen, dass Kunden das Problem wirklich haben und bereit sind, für die Lösung zu bezahlen. Kapital aufzunehmen ist heute einfacher als ein funktionierendes Geschäftsmodell aufzubauen.

Munich Startup: Wann und wo bekommst du die besten Ideen?

Valerie Laubsch: Meistens nachts. Oft wache ich morgens auf und habe plötzlich eine deutlich klarere Meinung zu einem Thema als am Abend davor. Ansonsten tatsächlich unter Zeitdruck.

Munich Startup: Was sind deine 3 liebsten Arbeitstools?

Valerie Laubsch: Jira – unser Betriebssystem. Dort laufen Prozesse, Projekte und ein Großteil unserer CRM-Logik zusammen. Claude – das Tool, mit dem ich täglich die meiste Zeit verbringe, wie wahrscheinlich die allermeisten. Gmail mit Gemini Integration– früher habe ich Abende damit verbracht, E-Mails zu beantworten. Heute geht das deutlich effizienter.

Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?

Valerie Laubsch: Wenn ich einen Pitch auswendig lernen muss, stimmt meistens etwas mit der Storyline nicht. Mein Ziel ist, dass jede Folie genau eine Botschaft vermittelt. Dann kann ich mich auf das Gespräch konzentrieren und nicht darauf, den nächsten Satz richtig aufzusagen.

Eintrittsbarrieren für Gründungen so niedrig wie nie

Munich Startup: Erscheint es dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?

Valerie Laubsch: Ja, absolut. Ich sage das tatsächlich oft zu Freunden. Durch die rasante technologische Entwicklung sind viele Unternehmen gerade gezwungen, ihre Prozesse und Geschäftsmodelle zu hinterfragen. Dadurch gibt es eine Offenheit für neue Lösungen, die ich in dieser Form vor einigen Jahren noch nicht gesehen habe.

Gleichzeitig sind die Möglichkeiten für Gründer enorm gestiegen. Mit den richtigen Tools und KI-Unterstützung kann heute ein kleines Team Dinge aufbauen, für die man früher deutlich mehr Kapital, Personal und Zeit benötigt hätte. Die Herausforderungen sind nicht kleiner geworden, aber die Eintrittsbarrieren sind es.

Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest du bei deiner nächsten Gründung setzen?

Valerie Laubsch: Vermutlich weiterhin Energie. Kaum eine Branche steht gleichzeitig unter so großem wirtschaftlichem, technologischem und regulatorischem Veränderungsdruck. Das sorgt für viele Herausforderungen, aber auch für viele Chancen. Falls nicht, würde ich bewusst etwas komplett anderes machen, vielleicht B2C.

Möglichkeiten zur Vernetzung zugänglicher gestalten

Munich Startup: Was könnte aus deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?

Valerie Laubsch: München hat eine sehr starke Gründerszene und viele gute Unterstützungsangebote rund um die TUM. Gleichzeitig höre ich von anderen Gründern immer wieder, dass der Zugang zu relevanten Netzwerken nicht für alle gleich einfach ist. Noch mehr offene und niedrigschwellige Möglichkeiten, sich zu vernetzen, würden den Standort weiter stärken.

Munich Startup: Welche Gründerin oder welchen Gründer würdest du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest du sie oder ihn fragen?

Valerie Laubsch: Patrick Collison. Beeindruckend, wie er mit Stripe über viele Jahre konsequent ein Infrastrukturunternehmen aufgebaut hat. Mich würde interessieren, welche Entscheidungen in den ersten Jahren von außen betrachtet kontrovers oder schwer nachvollziehbar waren, rückblickend aber den größten Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens hatten.

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