Milliarden für staatlich gefördertes Wagniskapital

Mehr Wagniskapital für deutsche und europäische Gründer: Die  europäischen Wagniskapitalinstrumente ERP/EIF-Dachfonds und der European Angels Fund sind  stark nachgefragt und wurden um eine Milliarde Euro auf 2,7 Milliarden Euro aufgestockt, so das Bundeswirtschaftsministerium.

Das Bundesfinanzministerium legt laut aktuellem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ nun ebenfalls nach: Gemeinsam mit der KfW-Bank soll ein neuer Gründerfonds namens „Tech Growth Fund“ mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro entstehen. Insgesamt stehen wohl 20 Milliarden Euro an Kapital bereit. So könnten Gründer für jeden Euro Wagniskapital über die staatliche Förderbank KfW einen Euro Kredit zu vergünstigten Konditionen bekommen.

Zugang zu Wagniskapital ist entscheidend

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erläutert:

„Ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine dynamische Startup-Szene ist ein guter Zugang zu Wagniskapital. Hier müssen wir in Deutschland noch attraktiver werden.
Durch die Aufstockung unserer bewährten Finanzierungsangebote um eine Milliarde Euro sind wir unserem Ziel, eine neue Gründerzeit in Deutschland anzustoßen, wieder einen Schritt näher gekommen.“

Seit dem Start im Jahr 2004 hat der ERP/EIF-Dachfonds eine wichtige Rolle in der Startup-Finanzierung übernommen, indem er sich bei Wagniskapitalfonds beteiligt, die in Technologieunternehmen in der Früh- und Wachstumsphase investieren.

Ko- und Anschlussfinanzierung

Der ebenfalls durch EU-Mittel finanzierte European Angels Fund bietet Ko-Finanzierungen für Investitionen  erfahrener Business Angels. Ergänzt wird das genannte Förderangebot seit Frühjahr 2016 durch das Programm ERP/EIF-Wachstumsfazilität, das Anschlussfinanzierungen unterstützen soll.

Das Gesamtvolumen dieser drei Wagniskapital-Instrumente — also ERP/EIF-Dachfonds,  ERP/EIF-Wachstumsfazilität und European Angels Fund — beträgt künftig insgesamt 3,2 Milliarden Euro und soll die Finanzierung von Startups, HighTech-Unternehmen und Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial fördern. Da die Investments immer zusammen mit anderen privaten Mitinvestoren erfolgen, ist mit diesem Engagement ein starker Hebeleffekt verbunden.

Bilanz zu „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“

Ebenfalls als Hebel für mehr privates Wagniskapital in Deutschland soll das deutsche Förderprogramm „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ dienen. Die Bilanz für dieses seit drei Jahren bestehende Förderprogramm wird kontrovers diskutiert. Denn seit Mai 2013 wurden von den bereitgestellten 150 Millionen Euro nur knapp 23,6 Millionen Euro abgerufen. Ein Problem scheint die geringe Bekanntheit des Programms zu sein.

Das ändert sich hoffentlich: Denn sage und schreibe 97% der befragten geförderten Investoren und immerhin 64% der geförderten Startups würden eine erneute Antragstellung in Betracht ziehen.

Positiv fällt außerdem auf, dass zum einen  für jeden Euro, der an Zuschuss gezahlt wird, im Durchschnitt 1,50 Euro vom Investor zusätzlich in ein Unternehmen investiert werden. Zum anderen trauen sich tatsächlich einige Virgin Angels aufs Parkett:

„Ein Fünftel der Investoren, die von INVEST profitieren, beteiligt sich zum ersten Mal an einem Unternehmen. Diese Investoren unterstützen die Unternehmen häufig auch zusätzlich über das rein Finanzielle hinaus, indem sie zum Beispiel als Ratgeber zur Verfügung stehen.“

so Parlamentarische Staatssekretärin Brigitte Zypries. Der Anteil an Virgin Angels soll aber noch weiter gesteigert werden.

Geplant ist für den „Invest“ ab Herbst 2016, die Obergrenze der förderfähigen Investitionssumme auf 500.000 Euro zu verdoppeln und eine Kompensation für die Besteuerung der Veräußerungsgewinne einzuführen. Letzteres könnte weitere „Investoren-Frischlinge“ anlocken. Wer sich für die Beantragung interessiert, findet hier weitere Informationen.

Insgesamt bleibt  abzuwarten, wie stark die unterschiedlichen  staatlichen Anreize  genutzt werden. Welche Erfahrungen habt Ihr mit den verschiedenen Förderfonds gemacht? Wir freuen uns über Euer Feedback an redaktion@munich-startup.de.

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