Mit der Marke Cuponation tritt die Global Savings Group in Deutschland auf. Foto: Global Savings Group

Global Savings Group: Das Schnäppchen-Imperium

Freude am Sparen: Die Deutschen stehen im Ruf, besonders ambitionierte Schnäppchen-Jäger zu sein. Die Münchner Global Savings Group zeigt, dass Rabatte weltweit funktionieren.

Wer regelmäßig online einkauft, kennt Rabattportale. Nach Händlern sortiert finden sich dort aktuelle Gutschein-Codes aufgelistet, die Nachlässe beim Einkauf gewähren. Ein Gewinn für alle Beteiligten: Der Kunde profitiert von den Sparangeboten. Onlinehändler erzielen durch die Plattformen Reichweite und Umsätze. Durch Provisionen – Stichwort: Affiliate-Marketing – werden die Rabattportale an den von ihnen generierten Umsätzen beteiligt. Da solche Gutschein-Portale echte Publikumslieblinge und Traffic-Bringer sind, integrieren auch manche großen Nachrichtenmedien wie der deutsche Focus oder die englische Daily Mail Rabattseiten in ihr Angebot.

Auf dieses relativ einfache Prinzip hat die Münchner Global Savings Group ein weltweites Rabattseiten-Imperium aufgebaut. In Europa ist das Startup damit nach eigenen Angaben Marktführer und gehört auch weltweit zu den Branchengrößen. Mit mehr als 40 Plattformen ist das Unternehmen in 24 Ländern aktiv, arbeitet mit rund 20.000 Händlern zusammen und generierte 2015 bei den verknüpften Shopping-Seiten einen Umsatz von 232 Millionen Euro.

Wenn User sich selbst beschenken

Die drei Gründer und Geschäftsführer der Global Savings Group Andreas Fruth, Adrian Renner und Gerhard Trautmann hatten das Unternehmen schon 2012 als „Social-Gifting-Plattform“ Dropgifts von Berlin aus an den Markt gebracht. Während der Gründungsphase kam Oliver Samwer auf das Team zu. Ein Mitarbeiter seiner Startup-Maschine Rocket Internet hatte den Kontakt hergestellt. Man einigte sich, das Unternehmen gemeinsam zu starten und Rocket nahm Dropgifts unter seine Fittiche.

Das Geschäftsmodell von Dropgifts war noch ein anderes: User konnten sich mit vergünstigten 5-Euro-Gutscheinen gegenseitig beschenken. Das Angebot kam jedoch nur mäßig an. Dem Startup fiel aber auf, dass viele Nutzer sich die vergünstigten Gutscheine mithilfe mehrerer Facebook-Accounts selbst geschenkt hatten. Mitgründer Andreas Fruth erzählt:

„Wir nannten das ‚Self Gifting‘. Wir dachten uns, wenn das der wirkliche Kundenbedarf ist, dann gehen wir doch da rein.“

Die Gründer: Andreas Fruth, Gerhard Trautmann und Adrian Renner (v.l.), Foto: Global Savings Group

Das Team fasste den Entschluss zum Pivot, einem radikalen Wechsel des Geschäftsmodells. Statt Social Gifting versuchten sie es diesmal mit Rabatten und Schnäppchen. Als Ergebnis entstand das Rabatt-Portal Cuponation.

Von Cuponation zur Global Savings Group

Noch im September 2012 geht Cuponation auf dem indischen Markt an den Start, dann in Polen und Brasilien. Es folgen in den kommenden zwei Jahren ein Dutzend weiterer Länder, darunter dann auch der Heimatmarkt. In der Zwischenzeit kehrt das Unternehmen der Hauptstadt den Rücken und zieht nach München um. Hauptsächlich hat dies persönliche Gründe: Das Gründerteam kommt aus München und dem Umland. Es geht also nach Hause. Andreas Fruth sieht in dem Schritt auch geschäftliche Vorteile:

„In München gibt es einen besseren Zugang zu Talenten.“

Im Juli 2016 benennt sich die Dachfirma dann um in Global Savings Group. Das Portal Cuponation bleibt bestehen als eines von vielen Angeboten der Global Savings Group. Der neue Name, so Fruth, soll abbilden, dass das Unternehmen längst mehr ist als der Anbieter Cuponation. Ob er Sorgen hat, dass der Namenswechsel dem Unternehmen schaden könnte?

„Auf Konsumentenseite macht das überhaupt keinen Unterschied. Es weiß ja schließlich auch kaum ein Google-Nutzer, dass die Holding jetzt Alphabet heißt. Mit unseren Partnern sind wir ständig in regem Austausch und tun uns im Gegenteil leichter, zu erklären, dass wir unterschiedliche Plattformen jenseits von Cuponation betreiben.“

Ein globales Rabattseiten-Imperium

Das Unternehmen setzt seit seiner Gründung auf aggressives Wachstum. In Europa ist das Startup bereits Marktführer:

„Es gibt auf europäischer Ebene keine wirkliche Konkurrenz, sondern nur einzelne Spieler in den Ländern. Die sind zum Teil auf nationaler Ebene groß und machen einen sehr guten Job. Außer uns kann allerdings kaum jemand eine solch starke europa- und sogar weltweite Präsenz vorweisen.“

Foto: Global Savings Group

Das schnelle globale Wachstum ist Kern der Unternehmensstrategie:

„Das ist unsere Unique Value Proposition: Für unsere Partner wie hotels.com, eBay, Amazon und auch europäische Firmen wie Zalando ist es sehr spannend, sich nicht für jedes Land einen neuen Anbieter suchen zu müssen.“

Neben Rocket Internet finanzierten namhafte Investoren wie Holtzbrinck Ventures, New Enterprise Associates (NEA) und Deutsche Telekom Strategic Investments (DTSI) den Wachstumskurs. Und wie ist das Verhältnis zur Samwerschen Startup-Schmiede Rocket heute?

„Am Anfang waren wir eng verzahnt. Danach trennten sich die Wege ein bisschen, weil wir als Firma unabhängig wurden und unsere Themen selber vorantrieben. Rocket ist für uns heute ein Investor wie andere auch.“

Wie es eben so ist, wenn aus dem Schnäppchen-Startup ein Rabattseiten-Imperium geworden ist.

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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