Das Gründerteam von Karlsson. © Karlsson

Für jeden Charakter die richtige Versicherung – 7 Fragen an… Karlsson!

Das Risiko-Empfinden unterscheidet sich von Mensch zu Mensch — und damit auch das Bedürfnis, sich gegen Risiken zu versichern. Hier möchte das Insurtech-Startup Karlsson ansetzen und gesetzlich Versicherten dabei helfen, die optimalen Zusatz-Versicherungen für sich zu finden. Wie genau Karlsson das machen möchte, wollten wir von den Gründern Nikolas Noetzel und Julian von Fischer wissen.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Karlsson ist eine digitale Krankenzusatzversicherung. Wir möchten mit unserer Lösung und unserem Versicherungs-Angebot jedem dabei helfen, die Zusatzkrankenversicherung zu finden, die auf seine individuelle Persönlichkeit und äußeren Umstände zugeschnitten ist.

Das Gründerduo besteht aus Nikolas Noetzel (25) und Julian von Fischer (25). Wir haben bereits seit sechs Jahren gemeinsam Projekte erfolgreich aufgezogen und zusammen BWL an der Universität St. Gallen studiert. Ursprünglich kommen wir aber aus sehr gegensätzlichen Regionen Deutschlands, Kiel respektive Regensburg, was die Zusammenarbeit sehr abwechslungsreich macht!

„Es gibt einen großen Unterschied in unserem subjektiven Risiko-Empfinden“

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Es gibt in Deutschland (genauer: auch in München) genau eine andere digitale Krankenversicherung. Aber die konzentrieren sich im Moment nur auf die Vollversicherten, also hauptsächlich auf Menschen mit einem Bruttoeinkommen von knapp 60.000 € oder mehr. Wir bieten die immensen Fortschritte von Digital Health für alle Versicherten an.

Zudem arbeiten wir ganz wesentlich an zwei Punkten, die uns differenzieren:

Erstens: Einem Aufklärungs-Aspekt, damit jeder unser kompliziertes Krankenversicherungssystem hierzulande in einfachen Schritten versteht und  weiß, was man benötigt, um eine gute Entscheidung treffen zu können.

Und zweitens machen wir einen Persönlichkeits-Test mit unseren Kunden, sodass wir ihnen ganz genau für ihren Charakter-Typen die richtige Versicherungslösung anbieten können. Es gibt einen großen Unterschied in unserem subjektiven Risiko-Empfinden, je nachdem ob wir extrovertiert oder introvertiert sind und ob wir eher denkend oder fühlend entscheiden, um nur zwei Aspekte zu nennen. Bisher werden Zusatz-Versicherungen jedoch nur als Off-the-Shelf, one-size-fits-all verkauft.

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Ganz klar: Einen Versicherungspartner zu finden ist wirklich nicht leicht. Wir haben uns entschieden, mit den bestehenden Versicherungen zusammenzuarbeiten anstatt gegen sie, aber es gibt doch klar zwei Geschwindigkeiten. Startups und Corporates haben es ja nie leicht zusammenzuarbeiten, aber im Insurtech-Sektor ist dies nochmal schwieriger – da stoßen wirklich zwei Welten aufeinander. Wir haben mit mehr als zwölf verschiedenen Versicherungen gesprochen und jetzt haben wir die ersten Angebote für Kooperationen, worüber wir uns sehr glücklich schätzen.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Karlsson ist im Zeitplan für unseren Start 2018. Aktuell sind wir in einer Soft-Launch-Phase, in der wir Zeit zum Testen und Verbessern haben. Unsere Methoden haben wir bereits validiert, jetzt geht es an die Feinheiten.

In München geht einiges im Gesundheitsbereich

5. Was bedeutet München für Euch?

München ist für uns der beste Standort für ein Versicherungs-Startup, weil hier das Wissen gebündelt vorhanden ist. Wenn wir zu Partnern fahren, nehmen wir die U-Bahn und nicht den ICE. Außerdem gab es mit dem Werk1 Insurtech Accelerator genau das richtige Programm für uns, um unsere Problem-Solution Validierung erfolgreich durchzuführen und von dem guten Mentoren-Startup-Verhältnis zu profitieren. Zusätzlich decken wir im UnternehmerTUM Xpreneurs Programm die technische Komponente sehr gut ab und können auch hier von der Erfahrung der Entrepreneure vor Ort profitieren. Sicherlich gibt es in Berlin mehr Investoren, aber die sind bisher auch bereit gewesen, zu uns nach München zu kommen. Außerdem geht hier im Gesundheitsbereich einiges. Und es ist viel weniger Lärm um Nichts vorhanden, was wir sehr schätzen. Und klar: Gute Leute ködert man am besten mit einer guten Stadt – wir sind große Sportfans und leben diese Kultur auch bei Karlsson: im Sommer wie im Winter ab in die Berge!

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Karlsson wird Prävention durch gesundes Leben so selbstverständlich machen wie Zähne putzen. Und dafür lohnt es sich zu zahlen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

7. Bayern oder ’60?

Easy – der Stern des Südens hat nur eine Farbe: Rot.

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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