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„Science is on our side“: Web Summit hat begonnen

„Science is on our side“: Web Summit hat begonnen

Credit: Foto: S. Tischer - Munich Startup

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Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

7. November 2017

4 Min. Lesezeit

Mit viel Prominenz wurde gestern der Web Summit 2017 eröffnet. Die Erwartungen an den Tech-Gipfel sind hoch.

Der Web Summit ruft und 60.000 Startups, Techies, Investoren und Medienvertreter folgen nach Lissabon. Zum zweiten Mal nach 2016 findet das Gipfeltreffen in der portugiesischen Hauptstadt statt. Trotz der enormen Ausmaße spürt man in der Lissaboner Innenstadt nur wenig von der Konferenz. Das Geschehen konzentriert sich auf das Messegelände, das zur Expo 1998 angelegt wurde. In Sichtweite des  Vasco-da-Gama-Turms, Portugals höchsten Gebäudes, und der ebenfalls nach dem Entdecker benannten Vasco-da-Gama-Brücke, Europas längster Brücke, belegt der Web Summit alle vier Pavillons des Messegeländes. Die Hauptbühne ist untergebracht in der angrenzenden Altice Arena —  Portugals größter Veranstaltungshalle.

https://www.instagram.com/p/BbJoguIHEcO/

Angesichts all der Superlative überrascht am Eröffnungsabend auch die lange Schlange am Einlass nicht: Zwar dürfen nur diejenigen Besucher, die sich rechtzeitig angemeldet haben, auch die Opening Night besuchen, doch bis alle rund 20.000 Plätze der UFO-förmigen Halle belegt sind, vergeht einige Zeit.  Web Summit-CEO Paddy Cosgrave eröffnet schließlich das Bühnenprogramm.

Lange Schlangen am Einlass. Foto: Munich Startup

Stephen Hawking spricht über künstliche Intelligenz

Das Entdecker-Motto zieht sich dann wie ein roter Faden durch den Abend: Feedzai-CEO  Nuno  Sebastião sieht die Konferenz in der Tradition des portugiesischen Entdeckergeists und auch Portugals Premierminister  António Costa beschwört die Traditionslinie von Vasco da Gama bis zum Web Summit.

Als große Überraschung des Abends erscheint Stephen Hawking mit einer  aufgezeichneten Grußbotschaft auf der Leinwand.  Der britische Astrophysiker spricht über die Bedeutung künstlicher Intelligenz (KI/AI) für die Zukunft der Menschheit. Einerseits sei KI eine Möglichkeit, die Probleme der Menschheit zu lindern oder zu lösen. Auf der anderen Seite könnte die Erfindung künstlicher Intelligenz der schlimmste Moment in der Geschichte der Menschheit werden. Hawking hofft jedoch auf das Beste:

„I am an optimist and I believe that we can create AI for the best of all of us.“

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EU-Kommissarin fordert demokratische Spielregeln

Als „In my view one of the most important people in the world today“ stellt Gastgeber Cosgrave die EU-Wettbewerbskommissarin  Margrethe Vestager vor. Im Gespräch mit Tech-Star-Journalistin Kara Swisher erläutert Vestager ihren Auftrag:

„We have to make sure it’s not the laws of the jungle, but the laws of democracy at work.“

Anstatt der Gesetze des Dschungels müssten demokratische Spielregeln gelten. Das gelte auch für Algorithmen: Wenn diese nicht reguliert würden, entwickelten sie zukünftig klassische Methoden der Kartellbildung und hinderten andere Unternehmen am Wachstum:

„When you grow you should not deny others‘ chance to challenge you.“

Vestager stichelte dabei immer wieder gegen amerikanische Tech-Unternehmen, die nur ihren eigenen Vorteil sähen. Sie selbst spüre deshalb am stärksten, wie sehr sie Europäerin ist, wenn sie sich in den Vereinigten Staaten aufhalte.

Technologie im Dienste der Menschheit

Das hochklassige Line-up des Eröffnungsabends komplettierte der UN-Generalsekretär  António Guterres. Der ehemalige Premierminister Portugals, selbst Ingenieur, sieht in der modernen Technologie und Wissenschaft die Chance, Lösungen für die drängendsten Probleme der Menschheit zu finden:

„Science is on our side.“

Da es Staaten aber nicht mehr gelinge, die von der vierten industriellen Revolution — also der Digitalisierung — ausgelösten Veränderungen zu gestalten, bräuchte es Veranstaltungen wie den Web Summit. Aufgabe der Konferenz sei es, Technologie und Wissenschaft in den Dienst der Menschen zu stellen, indem sie die Auswirkungen der Digitalisierung untersucht. Das Ziel sei es, die Freiheit der Innovation mit Menschenrechten zu verknüpfen.

Inwiefern  der Web Summit diesen Anforderungen gerecht werden wird, zeigt sich in den kommenden Tagen. Heute beginnt das eigentliche Programm der Konferenz.

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