Cruisen & Kassieren — 7 Fragen an… Wrapclub
Gründer Alexander Simonov © Wrapclub

Cruisen & Kassieren — 7 Fragen an… Wrapclub

„Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen.“ — So oder so ähnlich könnte der Soundtrack eines bei Wrapclub registrierten Fahrers klingen, der sich bei einer Spritztour durch München ein paar Taler dazu verdient. Wie genau das funktioniert, haben uns die Gründer Alexander und Marat erzählt.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Euer Startup bitte kurz vor!

Wir sind das Wrapclub-Team, das Münchner Startup im Bereich Autowerbung. Fakt ist, wir leben in einer Pendler-Nation und fahren im internationalen Vergleich sehr viel mit unseren Autos. Im Durchschnitt fährt jeder Deutsche ganze 44 km an einem Tag. Das kostet natürlich ordentlich Geld für Benzin, Versicherung, Service usw. Mit Wrapclub kann sich jeder Fahrer ganz leicht diese Beträge zurückholen, indem er mit Autowerbung Geld dazu verdient. Der Wrapclub-Fahrer sucht sich auf unserer Plattform seine Lieblingswerbung aus, mit der er auf seinem Lieblingsauto werben möchte. Dann wird die ausgesuchte Werbung auf Folie gedruckt und auf dem Auto befestigt. Unser Wrapclub-Fahrer muss nur noch auf das Gaspedal drücken, um zwischen 150 -200 EUR zu verdienen.

Wir übernehmen dabei die Akquise der Werbetreibenden. Diese sind auf die Zusammenarbeit mit uns sehr gespannt, weil wir die einzigen auf dem Markt sind, die eine in Echtzeit trackbare und messbare mobile Außenwerbekampagne anbieten können.

Wir Gründer sind Alexander Simonov (29, Master in Banking and Finance, Universität St. Gallen) und Marat Yakupov (30, Master in Management, WHU). Wir sind beide aus Russland zum Studium nach Deutschland gekommen und haben uns vor Jahren auf einer Studentenkonferenz kennengelernt. Seitdem haben wir immer mit dem Gedanken gespielt, selbstständig zu werden. 2016 hatten wir die Idee „Wrapclub“ und sind mit dieser in die Startup League des Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) an der Fachhochschule München aufgenommen worden.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Nicht in der Form! Wrapclub bietet als einzige Plattform eine seriöse Vermittlung zwischen Werbetreibenden und Fahrern an. Wir verlangen von den Fahrern keinerlei Anmeldegebühren. Unsere Wrapclub-Fahrer können bei uns nur Geld verdienen. Für Werbetreibende hebt sich Wrapclub eindeutig von der  direkten Konkurrenz (Werbung auf Taxis und Personennahverkehr) ab, denn wir können den Erfolg der Werbekampagne ganz genau verifizieren. Wir bieten als einzige Plattform eine Echtzeit-Datenanalyse an. Durch installierte GPS-Tracker in den folierten Autos sammelt Wrapclub die GPS-Koordinaten der gefahrenen Routen. Im nächsten Schritt kombinieren wir die GPS-Koordinaten mit einer Geomarketingdatenbank. So können wir für unsere Kunden eine valide Schätzung der Bruttoreichweite und des TKP (Anm. d. Red.:  =Tausend-Kontakt-Preis) machen. Nur mit diesen Kennzahlen wird heute ein Medium von großen Werbeagenturen ernst genommen.

 

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Den Werbedruck in der Zielregion für unsere Kunden zu maximieren. Wir möchten nicht, dass unsere Fahrer hunderte Kilometer auf der Autobahn abspulen. Stattdessen sollen die Autos im Innenstadtgebiet gefahren oder geparkt werden, wo sie von möglichst vielen Leuten gesehen werden. Um dieses Problem zu lösen, hatten wir folgende  Idee: Wir benachrichtigen die Wrapclub-Fahrer einer Kampagne. Diese können so ganz einfach zusätzliches Geld verdienen, indem sie für eine bestimmte Zeit in der Zielregion unterwegs sind. Alternativ kann das Auto auch in hochfrequentierten Gegenden z.B. vor dem Laden des Werbetreibenden geparkt werden. Dadurch erhalten die Werbenden die einzigartige Gelegenheit Außenwerbung an Orten zu platzieren, die sonst zu teuer wären oder an denen Werbung bislang nicht möglich war. Bei einer Kampagne mit Cryosizer, der Münchner Kältekammer-Kette, hat Wrapclub eine extra Vergütung mit den Fahrern ausgemacht. Dazu mussten die Fahrer zu belebten Zeiten in Schwabing, Neuhausen oder der Maxvorstadt unterwegs sein oder im Freien geparkt haben. So können wir extremen Werbedruck im Zielgebiet des Kunden erzeugen.

Bereits über 20.000 Fahrer registriert

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Besonders die Artikel  über uns in der Bild-Zeitung und der Autobild  haben Wrapclub in letzter Zeit enorm gepusht. Die Fahrerzahl ist auf über 20.000 in die Höhe geschossen. Außerdem konnten wir mit Avery Dennison — einem Premium Folienhersteller — eine Kooperation unterzeichnen, woraus wir enormes Wissen über die Komponenten der Autofolierung schöpfen können.

5. Was bedeutet München für Euch?

Wir lieben München! Nicht nur in persönlicher, sondern auch in geschäftlicher Hinsicht, möchten wir hier nicht mehr weg. Es hat sich gezeigt, dass die Gründerszene in München sehr stark ist. Immer wieder konnten und können Erfahrungen ausgetauscht und von gegenseitigem Wissen profitiert werden. Besonders das SCE hat uns bisher sehr in unserem Vorhaben unterstützt.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Es gibt einige alteingesessene Platzhirsche in der Außenwerbung. Auf diese wollen wir Druck machen. Der Markt für Außenwerbung hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht. Und unser Produkt kann sich deutlich von der Konkurrenz abheben. Also ganz klar UNICORN!

7. In München: Auto oder Radl?

Auto mit der Autowerbung natürlich ;).

Ein Artikel von

Munich Startup

Munich Startup ist das offizielle Startup Portal für München und die Region, das von der Landeshauptstadt München entwickelt wurde. Mitinitiatoren bzw. Kooperationspartner sind die UnternehmerTUM, das Entrepreneurship Center der LMU, das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) und die IHK für München und Oberbayern. Träger ist die Münchner Gewerbehof- und Technologiezentrum GmbH (MGH).

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