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Offline ist nicht genug: Das wünschen sich die Deutschen von Ladengeschäften

Die Kunden von Ladengeschäften werden anspruchsvoller und wünschen sich mehr Online-Services. In einem zentralen Handelssegment bewegt sich aber noch kaum etwas.

Der Digitalverband Bitkom hat Kunden gefragt, welche Services sie beim Einkaufen gerne hätten. Ganz oben auf dem Wunschzettel steht mit 46 Prozent die Lieferung von im Laden gekauften Waren nach Hause. 43 Prozent ist WLAN im Geschäft wichtig. Gut jeder Dritte  will auf dem Smartphone sehen, welche Produkte aktuell im Geschäft verfügbar sind. 18 Prozent würden beim Einkauf im Geschäft gerne auf Tablet-PCs in Umkleidekabinen zurückgreifen, über die man beispielsweise Kleidungsstücke aus dem Verkaufsraum anfordern kann. 17 Prozent bekommen gerne individuelle Sonderangeboten per SMS oder WhatsApp, sobald man sich in der Nähe des Ladens aufhält. Nur jeder Sechste wünscht sich keine digitalen Technologien in Ladengeschäften. Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga sagt:

„Kunden besuchen immer wieder gerne bestimmte Geschäfte, weil sie dort neben der persönlichen Beratung passende Angebote in einer angenehmen Atmosphäre auch haptisch erfahren und testen können. Weil die Kunden das Beste aus beiden Welten wollen, fordern sie aber auch im Laden digitale Services.“

Um neue Kunden zu gewinnen und bestehende zu halten sollten Händler mehrere Kanäle bedienen, stationären Handel, digitale Services und Online-Shops, so Miosga.

In der Befragung zeigt sich ein deutlicher Generationenunterschied:  Nur 16 Prozent aller Teilnehmer  würden gerne automatisch beim Verlassen eines Geschäfts per Kreditkarte  zahlen — bei den 14- bis 29-Jährigen sind es 24 Prozent. Nur 14 Prozent zeigen Interesse daran, per AR- oder VR-Brillen Produkte zuhause zu betrachten, bei den Jüngeren ist es jeder Vierte. Mehr als jeder zweite 14- bis 29-Jährige (54 Prozent) holt sich Kaufanregungen von Influencern gegenüber 39 Prozent aller Befragter.

Bei Lebensmitteln stockt der Onlinehandel

Bei E-Commerce denken die meisten noch an nicht-verderbliche Produkte. Der Onlinehandel mit Lebensmitteln kommt weiterhin nicht recht in Tritt — das zeigen die aktuellen Zahlen aus Bayern. Zwar wuchs der Umsatz mit im Internet verkauften Lebensmitteln im Freistaat um 21 Prozent, doch der Marktanteil liegt noch immer bei nur 1,2 Prozent. Matthias Zwingel, Vizepräsident des Handelsverbands Bayern, sagt:

„Das ist sehr wenig und bei vielen Unternehmen macht sich eine gewisse Ernüchterung breit.“

Gründe für die Zurückhaltung der Verbraucher sieht er in der guten stationären Lebensmittelversorgung, zusätzlichen Versandkosten sowie der Sparsamkeit der Deutschen beim täglichen Einkauf. Die Bitkom-Zahlen lassen jedoch eine höhere Aufgeschlossenheit der künftigen Kunden erwarten.

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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