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Klarna-Tochter verklagt Fintecsystems

Die Sofort GmbH, ein Tochterunternehmen des schwedischen Payment-Riesen Klarna, hat vor dem Landgericht München Klage gegen das Münchner Startup Fintecsystems eingereicht.

Wer öfters online einkauft, kennt wahrscheinlich den Zahlungsdienstleister Sofortüberweisung: Um seine bestellte Ware gleich zu bezahlen, gibt ein Käufer dem Paymentdienst seine Bankverbindung, Online-PIN und eine gültige TAN. Dieser tätigt die Überweisung und bestätigt dies dem Händler, der die Ware gleich verschicken kann. Hinter der Bezahlmethode steht die 2005 gegründete Sofort GmbH, die seit 2014 zur schwedischen Klarna Group gehört.

Das Münchner Startup Fintecsystems bietet in erster Linie Finanz- und Kontoinformationen an, die Banken als Entscheidungsgrundlage für Online-Kredite und Bonitätsprüfungen nutzen, sowie einen Whitelabel-ZahlungsdienstZusätzlich betreibt Fintecsystems seit Juli dieses Jahres aber auch noch Sofortpay. Der Service funktioniert sehr ähnlich wie Sofortüberweisung und steht damit auch in direkter Konkurrenz zur Klarna-Tochter. Durch die Namenswahl sieht diese sich nun in ihren Rechten verletzt, wie sie verlauten lässt:

„Mit der Benennung ihres Angebotes verletzt FinTecSystems die Kennzeichenrechte der Sofort GmbH, was zugleich auch einen Wettbewerbsverstoß darstellt. Die Sofort GmbH beruft sich dabei unter anderem auf § 5 Abs. 2 UWG und § 5 Abs. 2 iVm § 15 MarkenG.“

Zur Begründung schreibt die Klarna Group:

„Die deutschen Konsumenten kennen und vertrauen der Bezahlmethode Sofortüberweisung seit Jahren — die Nutzung eines ähnlich klingenden Namens für eine Bezahllösung durch Fintecsystems ist wie in der Klageschrift begründet irreführend und bietet Verwechslungsgefahr. Das Unternehmen macht damit Gebrauch vom guten Ruf der Sofortüberweisung. Die Nachahmung von Waren und Dienstleistungen von Mitbewerbern stellt eine Behinderung des Wettbewerbs dar.“

Zusätzlich, so Klarna, seien die Gründer von Fintecsystems zuvor jahrelang bei der Sofort GmbH tätig gewesen.

Fintecsystems: „Wir sind nach wie vor an einer konstruktiven Lösung interessiert“

In einer Stellungnahme gegenüber dem Branchen-Blog Finanz-Szene.de zeigt sich Fintecsystems insbesondere vom Zeitpunkt der Klage überrascht:

„Wir befinden uns seit einigen Wochen in konstruktiven Gesprächen mit der Klarna AB zur Thematik und bedauern daher diese Klage, die uns erst seit Ende KW 47 vorliegt. Wir sind nach wie vor an einer konstruktiven Lösung interessiert und arbeiten auch weiter intensiv daran. Bitte haben Sie Verständnis dafür, das wir aufgrund der Kürze des Eingangs der Klage aktuell unsere rechtlichen Schritte prüfen und darüber hinaus noch keine weiteren Informationen geben können.“

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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