Sozialunternehmer setzen auf Innovationen

154.000 Sozialunternehmer findet eine Untersuchung der KfW in Deutschland. Jeder Vierte entwickelt eigene technologische Innovationen bis zur Marktreife. 

Die 154.000 von der KfW gezählten Sozialunternehmer führen 108.000 Unternehmen. Damit stellen Social Entrepreneure rund 9 Prozent aller Jungunternehmer des Jahres 2017. Unter den weiblichen Gründerinnen stellen Sozialunternehmer 12 Prozent, bei den Männern sind es 7 Prozent. Als Jungunternehmer gelten für die Studienautoren alle noch aktiven Existenzgründer der vergangenen 5 Jahre vor der Befragung.

„Sozialunternehmer sind auf zweierlei Art innovativ. Sie haben neben dem Gewinnziel ein soziales oder ökologisches Anliegen ganz oben in ihrem Zielsystem verankert und verzichten dafür auf mögliche Rendite“,

sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

„Darüber hinaus sind sie häufig auch im ‚klassischen‘ Sinne innovativ: Knapp ein Drittel der jungen Sozialunternehmer bieten Marktneuheiten an, die es auf ihrem Zielmarkt vorher noch nicht gab. Jeder Vierte entwickelt eigene technologische Innovationen bis zur Marktreife. Viele der sogenannten ‚Social Entrepreneurs‘ sind also durchaus Vorreiter für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.“

Zum Vergleich: Bei anderen Jungunternehmern ist nur gut jeder Achte mit Marktneuheiten aktiv und nur jeder Neunte bei der Entwicklung technologischer Innovationen engagiert.

So ticken deutsche Sozialunternehmer

Die Untersuchung entdeckt eine ganze Reihe von Unterschieden zwischen sozialen Gründungen und den übrigen Jungunternehmen: 60 Prozent der Social Entrepreneure sind Chancengründer, wollen also eine bestimmte Geschäftsidee ausnutzen. Unter allen Jungunternehmern liegt dieser Wert bei 49 Prozent. Nur 17 Prozent der Social Entrepreneure gründen, weil eine bessere Erwerbsalternative fehlt.

Junge Sozialunternehmer sind häufiger Teamplayer: Jeder Vierte gründet im Team, ein Drittel beschäftigt Mitarbeiter. Jeder fünfte andere Jungunternehmer gründet solo, nur jeder Vierte beschäftigt Mitarbeiter.

Social Entrepreneure haben häufiger Kapitalbedarf als die anderen Jungunternehmer: 75 Prozent gegenüber 60 Prozent. Zur Deckung greifen sie häufiger auf Fördermittel sowie alternative Finanzierungsquellen wie Stiftungsgelder, Investorengelder oder auch Geld aus Crowdfunding-Kampagnen zurück.

Im Vergleich mit anderen Jungunternehmen sorgen sich Sozialunternehmer deutlich stärker um ihre kaufmännischen Kompetenzen. Im Hinblick auf viele andere Belastungsfaktoren wie etwa Bürokratie oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es hingegen kaum Unterschiede. Die Studienautoren schlagen deshalb vor, Sozialunternehmer beim Erwerb kaufmännischen Know-hows gezielter zu unterstützen.

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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