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Smart4Diagnostics will den Prozess rund um die Blutabnahme digitalisieren

Das Münchner Medtech-Startup Smart4Diagnostics (S4DX) will den Prozess rund ums Blut abnehmen digitalisieren. Dadurch will die Healthcare-Firma eine lückenlose Verfolgung der Blutproben gewährleisten. Im Juli 2018 überzeugten die Münchner den Investor ‚EIT Health‘ und schlossen erfolgreich eine Finanzierungsrunde über 2 Millionen Euro ab. 7 Fragen an Timo Böge, einen der vier Gründer.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Unser Startup beschäftigt sich mit einer digitalen Lösung, um den Prozess der Blutabnahme zu unterstützen und die Qualität der Blutprobe bis zur Laboranalyse lückenlos zu erfassen und zu sichern. Während die Laboranalyzer jahrzehntelang technisch zu leistungsstarken Präzisionsmaschinen weiterentwickelt worden sind, hat man die zu analysierende Blutprobe, und damit die Grundlage für über 70% aller medizinischen Entscheidungen lange vernachlässigt.

Smart4Diagnostics: „Wir kommen mit einem Problem aus der Praxis“

Unser Gründerteam kommt mit keiner Technologie aus der Universität heraus, sondern wir kommen mit einem Problem aus der Praxis. Wir haben in unseren vorherigen Berufen im Labor und im Krankenhaus im Umgang mit Blutproben ein Qualitätsproblem festgestellt, aber keine sinnvolle und zeitgemäße Lösung im Markt gefunden. Daher haben wir uns entschlossen eine Lösung zu entwickeln. Gemeinsam bringen wir, das sind Julia Flötotto, Hans Maria Heÿn, Malte Dancker und ich, Timo Böge, praktische Erfahrung in der Softwareentwicklung, der Labormedizin, der Zulassung und dem Krankenhaus mit.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Das ist richtig. Verschiedene Komponenten unserer Lösung gibt es tatsächlich schon seit Jahrzehnten, siehe Temperaturlogger für eine Transportüberwachung. Es hat sich aber bisher niemand Gedanken gemacht um eine vollautomatische, digitale und integrierte Lösung, die den Patienten und die Krankenschwester einbindet und den Prozess unterstützt. Bisher werden viele Schritte von der Blutabnahme bis hin zum Eintreffen der Probe im Labor manuell und nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt und dokumentiert — oder eben auch nicht, weil es seit Jahren anders gemacht wurde.

Smart4Diagnostics erfindet das Rad auch nicht neu. Aber wir unterstützen die Krankenschwester und den gesamten Prozess punktuell durch unsere digitale Lösung dort, wo wir aus unserer eigenen Erfahrung und in unseren Validierungsgesprächen die Notwendigkeit gesehen haben. Wir versuchen nicht, eine neue Technologie in ein vorhandenes Format zu pressen. Wir versuchen, das vorhandene Format mit der passenden technologischen Lösung zu füllen.

Personalrekrutierung: Eine echte Herausforderung

4. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Der Zugang zu jungen und ambitionierten Hochschulabgängern ist trotz unserer Hochschulnähe eine gewisse Herausforderung. Wir können mit dem Angebot und dem Namen der etablierten und prominenten Arbeitgeber in München nicht mithalten. Gleichzeitig passen die Ansprüche an einen Arbeitgeber der hiesigen Hochschulabgänger nach unserer Erfahrung auch nicht zwangsweise mit den Möglichkeiten in einem Startup überein. Zudem haben Automotiv, Robotik oder Künstliche Intelligenz in München eine größere Attraktivität als Healthcare. Das macht die Personalrekrutierung für Smart4Diagnostics zu einer echten Herausforderung.

5. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir befinden uns aktuell noch in der Produktentwicklungs- und Validierungsphase, in der wir unsere Prototypen für eine Markteinführung maßgeschneidert qualifizieren wollen. Wenn das Produkt und das Business Model stimmen, dann wird auch der Umsatz kommen — davon sind wir überzeugt.

Da wir im B2B-Geschäft unterwegs sind, läuft vieles unter dem Radar. Wir haben aktuell Kooperationen mit verschiedenen Schwergewichten im Labormarkt, vom Hersteller bis zum Labordienstleister, und sprechen zusätzlich mit potenziellen Kunden im europäischen Raum. Unsere erfolgreichen Finanzierungsrunden geben uns Rückenwind, erhöhen aber natürlich auch unsere Bringschuld.

6. Was bedeutet München für Euch?

München ist für unser Startup die Wahlheimat und wir pendeln täglich aus Oberbayern in die Stadt. Mit allen Vor- und Nachteilen des Pendels. Am Ende hat uns die Nähe zur TU München, dem Klinikum Rechts der Isar und dem gesamten Innovationsnetzwerk München inklusive der örtlichen Startup-Szene überzeugt.

7. 60er oder Bayern?

Vier Gründer mit insgesamt sechs Kindern: Da werden die Arbeitstage im Büro und das Wochenende mit der Familie am See verbracht. Weitere Hobbys wie Fußball bleiben da eher auf der Strecke.

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