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IDEE: Diebstahlsichere digitale Identität

Das Münchner Startup IDEE will digitale Identitäten schaffen, die dank Kryptographie und Blockchain vor jedem Hackerangriff sicher sind. Gleichzeitig soll der Prozess für den Nutzer einfach sein. An der
mehrfach patentierten Technologie arbeiten aktuell 16 Frauen und Männer an Standorten in München, London und Belgrad. Gründer Al Lakhani hat unsere 7 Fragen beantwortet.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Mein Name ist Al Lakhani, ich bin 43 Jahre alt und bin Geschäftsführer von IDEE. Geboren bin ich in Indien, allerdings habe ich viele Jahre in den USA und in der Schweiz gelebt. München ist meine Wahlheimat, deshalb hat IDEE seinen Standort seit der Gründung 2015 auch hier in München. Die Technologie, die wir heute anbieten, ist aber tatsächlich in einem kleinen Londoner Café entstanden: Eine digitale Identität, die auf Kryptographie und Blockchain basiert und mithilfe des Smartphones wiederverwendbar ist.

Anlass für die Entwicklung waren die zunehmenden Cyberangriffe und Datenschutzverletzungen, die viele Unternehmen immer wieder ins Wanken bringen. Und das Thema war ja nicht neu: Vor der Gründung von IDEE arbeitete ich fast 20 Jahre lang in der forensischen Datenanalyse und Cyberkriminalität, hauptsächlich in Europa und den USA. Wir haben schwerwiegende Fälle von Cyberkriminalität untersucht, unter anderem auch den Lehmann Brothers Fall. Und genau um solche Fälle aufzuklären, habe ich damals die Forensik-Abteilung bei Alvarez & Marsal gegründet und dann auch geleitet. Mit 65 Mitarbeitern und 35 Millionen Dollar Umsatz waren wir damals nicht nur die größte, sondern auch stärkste Aufklärungseinheit.

Dort wo es Passwörter gibt, kommt jeder Hacker dran

Das hat aber nicht die Ursache oder das eigentliche Problem verändert. Denn dort wo es Passwörter und Zugangsdaten gibt, kommt jeder Hacker früher oder später dran. Deshalb IDEE. Ich wollte eine Lösung kreieren, die Nutzeridentitäten vertrauenswürdig macht, ohne dass ein Passwort oder eine andere Form von Wissen vom Nutzer gefordert ist. Etwas, das die Nutzeridentität quasi unangreifbar machen.

Nachdem wir die Identität nicht nur diebstahlsicher entwickelt hatten, machten wir sie auch wiederverwendbar. Damit ermöglichen wir es Endnutzern, Anmelde- oder Zahldaten und vieles mehr ohne Dateneingabe für andere Produkte und Dienstleistungen zu nutzen. Und dadurch können Unternehmen ihre Kundendaten monetarisieren.

IDEE macht Identität nicht nur diebstahlsicher, sondern wiederverwendbar

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Was ich in meiner Zeit als Cybersecurity-Experte gelernt habe ist folgendes: Wenn Millionen von Benutzerkonten gehackt werden, dann ist das schwächste Glied in der Kette immer das Fehlen einer eindeutigen Identität. Nutzerdaten können leicht gestohlen oder gefälscht werden.

Vor IDEE war die einzige Alternative für Unternehmen, den Authentifizierungsprozess wirklich komplex zu gestalten. Allerdings hatte das allem voran nur einen Effekt: Frustration beim Nutzer. Also kommt es immer auf die gleiche Frage an: Wie kann man digitale Identitäten sicher und vertrauenswürdig aber gleichzeitig komfortabel gestalten?

Deshalb haben wir die digitale Identität der IDEE entwickelt, die ohne Passwörter auskommt, nicht gestohlen werden kann und mit einem Höchstmaß an Kundenorientierung konzipiert ist: Für jede Transaktion müsst Du lediglich Dein Smartphone freischalten.

Geduld zahlt sich aus

3. Was ist Eure größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung für uns sind die langwierigen und sehr umfassenden Prozesse in den großen Unternehmen. Wir als Startup sind es gewohnt, schnell, flexibel und agil zu agieren. Aber viele Großkonzerne bewegen sich verständlicherweise deutlich langsamer. Bis man also die ersten zahlenden Kunden hat, ist es ein langer und intensiver Prozess. Man dreht viele Runden, spricht mit einer Vielzahl von Entscheidungsebenen und braucht allem voran eins: Geduld.

Die zahlt sich bisher aber aus. Denn sobald all diese Schritte und Ebenen einmal durchlaufen sind, überzeugen wir auch die relevanten Stakeholder.

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Um ehrlich zu sein — es läuft großartig! Wir haben zehn Pilotprojekte mit Großunternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Finanzen und Mobilität. Und Ende des Jahres beginnt die Implementierung unserer Lösung zur Altersverifikation in Großbritannien. Dieser Use Case bietet uns ein Potenzial von 26 Millionen Nutzern.

Lederhosen als Teil der Corporate Identity

5. Was bedeutet München für Euch?
Ich bin nicht in München geboren, aber ich liebe es. Für mein Team und mich ist es der richtige Ort. Die Startup-Community ist großartig, es gibt hier viele große Unternehmen, die gerne mit innovativen Startups zusammenarbeiten.

Und außerdem ist die Atmosphäre in der Stadt einfach fantastisch. Ich liebe die ganze Biergartenkultur, inklusive Lederhosen. So sehr, dass sie Teil unserer Corporate Identity sind. Bei uns gibt’s keinen Pitch, kein Event ohne Lederhosen! Und ich trage sie in der Regel auch im Büro.

„Wir bieten die Technologie, die Diebstahl von Anmeldeinformationen verhindert.“

6. Wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

IDEE wird den Markt für Authentifizierung, Identifikation und Autorisierung revolutionieren. Jeder Mensch authentifiziert sich mehrmals täglich, egal ob beim Carsharing, an der Bürotür, beim Anmelden am Arbeitsrechner …und viele weitere digitale Dienste. Wir ersetzen das furchtbar veraltete Konzept von Benutzername und Passwort. 81% aller Hackerangriffe beziehen sich auf Passwörter. Im Jahr 2017 wurden mehr als 2,3 Milliarden Anmeldeinformationen gestohlen. Wir bieten die Technologie, die den Diebstahl von Anmeldeinformationen verhindert.

Das mag etwas großspurig klingen, aber dass wir ein innovatives Tech-Startup auf dem Vormarsch sind, zeigen die Auszeichnungen, die wir in erhalten. Eines der wichtigsten Zeichen für uns, dass das, was wir tun, Relevanz hat und gut ankommt: Im vergangenen Jahr haben wir den „Innovationspreis des Handels“ des Verbandes des Deutschen Einzelhandels gewonnen.

7. Isar oder Englischer Garten?
Ich lebe mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen in München — draußen sein steht also prinzipiell auf der Tagesordnung, alleine schon wegen der Kinder. Wir haben da eigentlich keine Präferenz, aber unser fünftes Familienmitglied gibt da ganz klar den Ton an: Unser Golden Retriever Newton liebt den Englischen Garten! Deshalb würde ich sagen, dass ich lieber mit Newton am Eisbach entlang laufe. Besonders jetzt im Sommer ist das fantastisch!

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