Worldwatchers: Per App den CO2-Fußabdruck messen

Die Begriffe Klimawandel und Klimaziele sind aktuell in aller Munde und das Münchner Startup Worldwatchers geht in Aktion. Denn das Startup will mit seiner ‚Wow‘-App den CO2-Abdruck einfach messbar machen. Für jeden Nutzer soll das CO2-Tracking in Echtzeit dadurch fest im Alltag verankert sein. Um das zu realisieren hat Worldwatchers eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Unsere Fragen beantwortet Michael Kochs, CFO des Münchner Startups.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Um mit vielen kleinen, aber stetigen Schritten dem Pariser 1,5° Celsius- Klimaziel näher zu kommen, entwickeln wir eine App. Mit unserer Wow-App können Konsumenten die klimarelevanten Konsequenzen ihres Handelns abschätzen. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. So schaffen wir zunächst Transparenz, dann Bewusstsein und damit den Weg zu nachhaltigen Lebensstilen.

Dazu hat sich Christoph Kunz (53), der Ideengeber, auf die Suche nach Weggefährten gemacht und in Andy Rennet (52) den Techniker, in Viola Hasani (28) die Marketing-Expertin und in Jonas Scheyrer (36) den Ökobilanz-Guru gefunden. Ich, Michael Kochs, kümmere mich um das Thema Finanzen. Zusammen sind wir Worldwatchers — kurz gesagt: Wow!

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

So eben nicht! Es gibt am Markt zwar eine Vielzahl an CO2-Rechnern und Apps. Die uns bekannten Lösungen liefern neben einigen allgemeinen Ratschlägen in Sachen CO2-Berechnung auf Basis von 15 bis 20 Fragen die Ermittlung eines persönlichen CO2-Verbrauchs pro Jahr. Das ergibt ein richtungssicheres Ergebnis, quasi einen „Snapshot“. Für eine differenzierte Analyse, eine brauchbare Planung oder den Nutzen im täglichen Leben sind diese Lösungen ungeeignet.

Userfreundlich für den Klimaschutz

Um langfristig zum Klimaschutz beizutragen muss die App fester Bestandteil des Lebens der Verbraucher werden. Das bedeutet für uns, dass wir nicht nur permanent Mehrwert liefern, sondern auch die Bedienfreundlichkeit optimieren.

Wir beginnen ebenfalls mit einer Bestandsaufnahme, allerdings deutlich detaillierter und spezifischer. Darauf basierend ergibt sich eine differenzierte Analyse der sechs Konsumbereiche (Wohnen, Mobilität, …). Der Nutzer erkennt dadurch, wo Einsparpotenziale liegen und setzt sich nach eigenem Ermessen neue persönliche Ziele. Die App rechnet diese wiederum in die entsprechenden Werte um, und los geht das CO2-Live-Tracking.

Wichtig dabei:  Die App wird so konzipiert sein, dass man nicht permanent selbst Werte suchen und eintragen muss. Dank zeitgemäßer Algorithmen, Voreinstellungen und Elementen künstlicher Intelligenz geht das größtenteils automatisch. Vom Komfortlevel vergleichbar mit modernen Fitness-Apps in Kombination mit Ernährungs- und Finanzplanungsapps.

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Die beiden größten Herausforderungen sind miteinander verknüpft: Erstens: Die Balance zwischen Möglichem und Machbaren halten und für möglichst viele Nutzer interessant sein. Zweitens: Das ambitionierte Ziel, eine App mit viel Funktionalität, Mehrwert und Bedienfreundlichkeit zu schaffen, die außerdem noch möglichst viele Verbraucher animiert, ist ein kostspieliges Unterfangen. Deshalb haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Worldwatchers will den CO2-Fußabdruck ermitteln

4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Wir haben schon viel positives Feedback erhalten. Da die App kostenlos sein wird, hoffen wir, dass sie von sehr vielen Verbrauchern genutzt wird. Das alleine wäre schon ein Erfolg.

Der Go-Live der WoW App ist für Anfang 2020 geplant. Mit der Nutzung können wir Worldwatchers dann finanzieren. Eine zusätzliche Ertragsschiene ist das B2B-Geschäft, bei dem wir Unternehmen beraten, ihre Produktionsprozesse ökologisch zu optimieren und den CO2-Fußabdruck der Produkte ermitteln.

5. Was bedeutet München für Euch?

Zwei von fünf Gründern kommen aus dem Frankfurter Raum, zwei weitere aus dem Stuttgarter Raum. Ich bin also eigentlich in der Minderheit. Für München spricht die gute Infrastruktur für junge Unternehmen. Das geht vom Amtsgericht bis zur IHK und noch weiter. Außerdem gibt es viele Vernetzungsmöglichkeiten, zum Beispiel mit der großen Gründerszene, aber auch mit wichtigen Unternehmen. Gerade letztere sind im Bereich Nachhaltigkeit aktiv und können so für Startups interessante Partner sein.

6. Wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Aus unserer Sicht gibt es zwei Messgrößen für unseren Erfolg. Zum einen, dass mit Hilfe unserer Wow-App möglichst viel CO2 eingespart wird. Wenn das erreicht wird, können alle froh darüber sein. Zum anderen wäre es bei allem Altruismus natürlich auch schön, wenn Investoren und Kapitalmärkte unsere Vision teilen würden.

Wir sind überzeugt davon, dass wir etwas Notwendiges tun. Wir sind überzeugt davon, dass wir es richtig tun. Und wir sind überzeugt davon, dass es der genau richtige Zeitpunkt ist. Von daher ganz klar: Unicorn.

7. Frühaufsteher oder Langschläfer?

Vier von uns sind definitiv Frühaufsteher. Nur Jonas geht in der Regel erst ins Bett, wenn die anderen aufstehen.

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