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Fünf Teams werden mit m4 Award ausgezeichnet

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat heute im Rahmen des BioEntrepreneurship Summit 2019 die fünf Gewinner des diesjährigen Vorgründungs-Wettbewerbs m4 Award bekanntgegeben. Onkologie und Antibiotika-Resistenzen sind die Gewinner-Themen des diesjährigen Wettbewerbs. Jedes Siegerteam erhält bis zu 500.000 Euro für zwei Jahre.

Von den ausgewählten Forschergruppen entwickeln drei Teams neuartige Therapien gegen unterschiedliche Krebsformen, um eine zielgerichtete, effektive und dabei gut verträgliche Behandlung zu erreichen. Zwei der Forschergruppen adressieren mit ihren Projekten den dringenden medizinischen Bedarf im Bereich Antibiotikaresistenzen. Alle Gewinnerteams forschen in München, vier an der Technischen Universität München sowie eine Gruppe an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die über 30 Bewerbungen für den m4 Award gingen aus Forschungseinrichtungen ganz Bayerns ein.

Finanzielle Unterstützung und aktive Begleitung durch BioM

Mit einem Preisgeld von bis zu 500.000 Euro für zwei Jahre unterstützt der Wettbewerb die Weiterentwicklung und Validierung der jeweiligen Projektidee, um eine Ausgründung vorzubereiten. Dabei erhalten die Wissenschaftler nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch eine aktive Begleitung durch BioM und weitere Partner sowie Branchenexperten.

Staatssekretär Roland Weigert betonte in seiner Videobotschaft:

„Die Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und ermöglicht die Entwicklung innovativer Therapien. Diese ‚Medizin der Zukunft‘ entsteht zunehmend nicht mehr nur in großen Industrieunternehmen, sondern vor allem in Life Science-Startups. Deshalb unterstützt die Bayerische Staatsregierung Gründung und Wachstum von Startups in der Biotechnologie mit einem zielgerichteten Instrumentarium.“

Weigert hofft, dass aus den prämierten Projekten mit Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung weitere hochinnovative Biotech-Unternehmen am Standort Bayern entstehen.

„Prämierte Projekte haben großes Potenzial“

Horst Domdey, Geschäftsführer von BioM, ist überzeugt vom weiteren Erfolg der ausgewählten Teams:

„Die Themen der prämierten Projekte haben großes Potenzial, innovative Therapien hervorzubringen. Bayern zeigt sich damit wiederholt als impulsgebender Standort für die Medizin der Zukunft.“

Mit dem 2011 von BioM, der Netzwerkorganisation der Biotechnologiebranche in München und Bayern, initiierten m4 Award fördert der Freistaat innovative Produkte, Technologien oder Dienstleistungen junger Unternehmen, die die Weiterentwicklung der Medizin der Zukunft entscheidend vorantreiben. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

Zu den Gewinnern:

Kommerzialisierung onkolytischer Viren (FUSIX Biotech): Onkolytische Viren (OVs) beanspruchen mittlerweile einen stetig wachsenden Marktanteil im Bereich der Krebstherapeutika. Diese Viren bieten einen eleganten und multimodalen Wirkmechanismus, der einen langlebigen systemischen Therapieerfolg ermöglicht. Trotz großer Fortschritte stehen onkolytische Viren dennoch vor einigen Hindernissen bei aggressiven soliden Tumoren sowie durch mangelndes Erreichen des Tumors bei intravenöser Applikation. Diese und weitere Probleme adressiert FUSIX Biotech durch eine neuartige proprietäre Hybrid-Virus-Technologie. Basierend auf Zell-Zell-Fusionsreaktionen wird sowohl die Infektion gesunder Zellen als auch die Freisetzung von neuen Viruspartikeln aus infizierten Zellen in das umgebende Gewebe vermindert, was zu einem besonderen Sicherheitsprofil führt. Mit der Förderung will das Team die präklinische Entwicklung seines Leitprodukt ermöglichen.

Entwicklung eines Nanoschalters für Antikörper (LOGIBODY): Antikörper-basierte Immuntherapien haben großes Potenzial für die Behandlung von Tumorerkrankungen. Allerdings kann eine Überstimulation des Immunsystems zu Nebenwirkungen führen, aufgrund derer man die Therapie abbrechen muss. Um diese Probleme zu lösen, hat das Team und ihr Mentor Prof. Dietz einen „An/Aus-Knopf“ für Antikörper-Immuntherapien entwickelt. Dabei handelt es sich um einen ultra-miniaturisierten, aus DNA produzierten Nanoschalter. Der Nanoschalter kann spezifisch Tumorzellen erkennen und körpereigene Immunzellen zur Bekämpfung dieser Zellen rekrutieren.

Entwicklung einer T-Zelltherapieplattform um chimäre Antigenrezeptor (CAR) T-Zellen und andere zelltherapeutische Verfahren vor Suppression zu schützen und regulatorische Mechanismen zur Funktionsverstärkung einzusetzen (CARMOUFLAGE): Der Einsatz von chimäre Antigenrezeptor (CAR) T-Zellen konnte in der Therapie einiger Leukämien und Lymphome etabliert werden. Im Gegensatz dazu wirken CAR-T-Zellen bei soliden Tumoren bislang jedoch nicht aufgrund der Tumor-assoziierten Immunsuppression und des unzureichenden Zugangs der T-Zellen zu Tumorzellen. Das Forscherteam um Sebastian Kobold entwickelte deshalb die Plattform CARMOUFLAGE, um den Zugang von CAR-T-Zellen zum Tumorgewebe zu ermöglichen.

Entwicklung neuartiger Antibiotika zur Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Gram-negativen Bakterien (FRAgment based antiBIOTICS – FRABIOTICS): Infektionen mit multiresistenten bakteriellen Erregern stellen in Zukunft eine der größten medizinischen Herausforderungen dar. Über eine eigene Screeningplattform konnte das Forscherteam zwei neuartige Fragmentklassen als Inhibitoren von bakteriellen Resistenzen gegen die wichtigsten Antibiotikaklasse, den β-Lactamen, identifizieren.

Präklinische Entwicklung eines resistenzfreien Antibiotikums für die Therapie tödlicher Infektionskrankheiten (aBACTER): Bakterielle Infektionskrankheiten, hervorgerufen durch multiresistente Keime wie zum Beispiel multiresistente Staphylococcus aureus (MRSA), stellen eine der größten Gefahren für unsere Gesundheit dar. Das Projektteam um Stephan Sieber hat ein neues Antibiotikum entdeckt, welches sehr effektiv gegen gram-positive, multiresistente Bakterienstämme wirkt und keinerlei Resistenzentwicklung aufweist. Der neue Wirkmechanismus unterscheidet sich hierbei grundsätzlich von dem aller bisher zugelassenen Antibiotika.

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