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Mit Buzzard raus aus Euren Filterblasen

Mit Filterblasen ist es so wie mit jeder Comfort Zone — wir fühlen uns wohl darin, jeder ist unserer Meinung und der Weg heraus ist anstrengend. Das könnte sich jetzt ändern. Zumindest, wenn die aktuell laufende Crowdfunding-Aktion von Buzzard erfolgreich ist. Wofür die beiden Gründer und Journalisten Felix Friedrich und Dario Nassal 250.000 Euro einsammeln wollen und mit welchen drei Tipps ihr bereits jetzt einen Schritt aus Eurer Filterblase wagen könnt, erfahrt Ihr hier im Interview.

Munich Startup: Felix und Dario, wir verfolgen Eure Arbeit bei Buzzard ja schon länger. Jetzt habt Ihr einen Neustart verbunden mit einer Crowdfunding-Kampagne verkündet. Was genau habt Ihr vor?

Buzzard: Von Anfang an haben wir Buzzard gestartet, weil wir eine große Vision haben. Und diese Vision verfolgen wir noch immer: Wir wollen mit Buzzard die größte Plattform für politische Perspektiven in Europa werden und zu einer Welt beitragen, in der Menschen mehr Verständnis füreinander haben. In einer Zeit, in der Hass und Hetze Alltag geworden sind, in der sich Teile der Gesellschaft zunehmend radikalisieren, wird unsere Vision immer wichtiger. 

Aber uns ist klar geworden: Wenn wir Hass und Hetze entgegentreten wollen, dann reicht Buzzard, so wie es jetzt ist, nicht aus. Wenn wir wirklich etwas bewegen wollen, müssen wir größer denken, wir müssen einen neuen Blick auf die Nachrichtenwelt schaffen, ein digitales Tool, das im Alltag einen neuen Medienkonsum möglich macht. Eine App, die Perspektiven des ganzen Meinungsspektrums beleuchtet und Andersdenkende wieder öfter miteinander ins Gespräch bringt – aber ohne, dass Menschen extra Zeit investieren müssen.

„Die App ist fertig entwickelt, wir stehen in den Startlöchern“

Deshalb haben wir ein neues Konzept entwickelt. Eine App und Online-Plattform, die kein Extra, kein Add-On ist, sondern das tägliche Newslesen zu einem besseren Erlebnis macht. Mit dem neuen Buzzard kann man die Top-Themen des Tages verfolgen und findet zu diesen Top-Themen Perspektiven, die einem das Gefühl vermitteln: Wow, so habe ich das noch nie gesehen, man bekommt jeden Tag den Überblick und kann seinen Horizont ständig erweitern.

Die App ist fertig entwickelt, wir stehen in den Startlöchern. Aber jetzt geht es um alles: Wir können das Medium nur starten und täglich in einer Redaktion mit Artikeln bestücken, wenn die Finanzierung für ein Jahr gesichert ist. Deshalb das große und alles entscheidende Crowdfunding. Wenn wir scheitern, ist das das Ende von Buzzard. Wenn wir es schaffen, gemeinsam 4500 Gründungsmitgliedern an den Start zu bringen, dann wird ein ganz neuer Blick auf die Nachrichtenwelt möglich werden.

Um Filterblasen und Algorithmen zu entkommen wollt Ihr zukünftig bei der Kuration von Inhalten auf die „Crowd“ setzten – wie genau soll das funktionieren? Und wer ist eigentlich die „Crowd“?

Die Crowd, das sind unsere Gründungsmitglieder. Wir starten mit Buzzard eine Bewegung für einen neuen transparenten und partizipativen Journalismus. Mitglieder sind ein grundlegender Bestandteil dieser Bewegung. Sie können mitbestimmen über Themensetzung und Perspektivenwahl, Auswahlkriterien und Recherchen und sich einbringen. In Zeiten, in denen oft Algorithmen auswählen, welche Inhalte wir im Newsfeed sehen, setzen wir mit Buzzard bewusst auf Empfehlungen von Menschen für Menschen.

Welche Inhalte und Quellen werden bei der Auswahl berücksichtigt?

Wir zeigen bei Buzzard Medien vom ganzen Meinungsspektrum, nationale und internationale Quellen, aber auch Magazine, Blogs und Wissenschaftspublikationen. Das ist das besondere an Buzzard: Userinnen und User bekommen einen Überblick über die ganze Bandbreite an Meinungen im Netz und können sich offen und unvoreingenommen informieren.

Repräsentative Stimmen aus allen gesellschaftlichen Lagern

Pro Thema suchen wir nach den verschiedenen Positionen und Argumenten, die in der Gesellschaft zu diesem Thema diskutiert werden. Zu jeder Position zeigen wir repräsentative Stimmen aus den jeweiligen gesellschaftlichen Lagern. Wenn wir also beispielsweise Trumps Amerika behandeln, dann zeigen wir die Stimmen von konservativen Amerikanern ebenso wie die Stimmen von Progressiven und Linken, die sich gegen den Präsidenten wehren.

Es gibt aber auch Grenzen. Hass- und Hetzkommentare, rassistische, homophobe und frauenfeindliche Äußerungen finden keinen Platz auf Buzzard.

Zu jeder Quelle geben wir Userinnen und Usern Zusammenfassungen an die Hand und zeigen, wer hinter der jeweiligen Perspektive steckt. So sind User innerhalb von sehr kurzer Zeit bestens informiert und kennen auch die Sichtweisen von Menschen, die anderen Blasen unterwegs sind.

Und bleibt es beim Namen „The Buzzard“?

Buzzard ist das englische Wort für Bussard. Der Vogel, der den Überblick hat. Und gleichzeitig einer der schnellsten Vögel der Welt. Dieser Name passt nach wie vor perfekt zu unserem Projekt, denn genau das wollen wir unseren Gründungsmitgliedern bieten: Die Vogelperspektive auf Politik und gleichzeitig präzise Information, schnell und auf den Punkt. Deshalb bleibt es beim Namen. Allerdings haben wir uns entschieden das „The“ wegzulassen. Ab sofort heißt The Buzzard, Buzzard. Ist noch schneller, noch leichter zu merken und noch mehr auf den Punkt.

3 Tipps für den Weg raus aus der eigenen Filterblase

Euer Ziel ist es, mit der aktuell laufende Crowdfunding-Kampagne 250.000 Euro einzusammeln. Was genau habt Ihr mit dem Geld geplant und was bietet Ihr Euren Unterstützern im Gegenzug an?

Die bevorstehende Kampagne ist keine klassische Crowdfunding-Kampagne, sondern eine Mitgliederfinanzierungs-Kampagne. Das bedeutet: Jeder, der das Projekt für 5 € im Monat unterstützt, wird Gründungsmitglied, bekommt vollen Zugriff auf die neue Plattform und App, kann jeden Tag alle unsere Inhalte lesen, mitdiskutieren, über Themen abstimmen und diese neue Form von Journalismus mitgestalten. Von dem Geld werden wir eine professionelle Tagesredaktion für ein Jahr finanzieren, die die App bestückt. Sowie Budget für Entwicklung, Design und Marketing zur Verfügung haben. Alle Ausgaben stellen wir für Gründungsmitglieder auf der neuen Homepage transparent dar.

Vielleicht zum Abschluss noch drei Tipps, wie wir jetzt schon – bis Eure Lösung dann am Start ist – ab und zu aus unseren Filterblasen rauskommen können?

Erster Tipp: Proaktiv lesen. Nehmt euch einmal am Tag bewusst Zeit und informiert euch proaktiv über das Weltgeschehen und lest nicht nur zwischendrin das, was euch in den Feed gespült wird.

Zweiter Tipp: Eigenen Medienmix hinterfragen. Schaut euch die Quellen an, die ihr täglich nutzt und fragt euch: Was sind das für Zeitungen, Sendungen und Magazine? Merkt ihr, dass es gewisse Positionen gibt, die oft in diesen Medien vertreten werden? Dann sucht bewusst Medien, die zu diesen Positionen andere Meinungen vertreten, und nehmt sie in euren Medienmix mit auf.

Dritter Tipp: Wenn euch ein Thema interessiert, dann schaut mindestens nach zwei verschiedenen Artikeln zu diesem Thema und vergleicht sie miteinander. Macht euch das zur Gewohnheit.

Klar, diese drei Tipps kann man nur verfolgen, wenn man genug Zeit im Alltag hat. Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit Buzzard ein Angebot schaffen, dass ein neuen Medienkonsum möglich macht, auch wenn wenig Zeit ist.


Hier geht es zur aktuellen Crowdfunding-Kampagne von Buzzard.

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

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