Sicherer Messenger Ginlo wird eingestellt

Die GMX-Gründern Karsten Schramm, Peter Köhnkow und Eric Dolatre wollten eine sichere Alternative zu Whatsapp bieten — verschlüsselt und datenschutzkonform. Nun musste ihr Unternehmen Brabbler Insolvenz anmelden. Der Messenger-Dienst Ginlo wird zum Jahresende eingestellt.

Ginlo sollte es Privatnutzern, Unternehmen und Behörden ermöglichen, vollständig verschlüsselt und DSGVO-konform Nachrichten auszutauschen. Die Zeichen standen dabei scheinbar auf Erfolg: 15 Millionen Euro investierte die Familie Stiefel, Mitgründer von Media Markt, im Juli 2017 in Brabbler. Im März dieses Jahres übernahm das Münchner Startup den Nachrichtendienst Simsme von der Deutschen Post. Das ehemalige Staatsunternehmen stieg im Gegenzug als Gesellschafterin bei Brabbler ein.

Pilotprojekte mit der Stadt München

Auch bei der öffentlichen Verwaltung hatte Brabbler bereits den Fuß in der Tür. Die Stadt München absolvierte erste Pilotprojekte mit dem Messenger Ginlo und setzte ihn bei den Landtagswahlen 2018 sowie den Europawahlen im Mai dieses Jahres ein.

Das Münchner Kreisverwaltungsreferat plante einen großflächigen Einsatz von Ginlo und auch der gesamte Außendienst der Münchner Verkehrsüberwachung sollte bis Ende 2019 den Smartphone-Messenger nutzen.

Ginlo-Nutzer können Daten noch bis zum Jahresende sichern

Daraus wird nun nichts. Wie Brabbler auf seiner Website schreibt, gelang es nicht, die weitere Finanzierung zu sichern. Am 31.10.2019 hat das Amtsgericht München ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die Messenger Ginlo und Ginlo Business werden Ende Dezember 2019 eingestellt. Nutzer haben bis dahin noch die Gelegenheit, ihre Daten zu sichern. Verschiedene Funktionen des Dienstes sowie der Support sind schon jetzt nicht mehr verfügbar. Ein positives Fazit zieht Brabbler nach vier Jahren Bestehen dennoch:

„Die Ginlo-Community hat in den letzten Monaten viel Zuspruch von Interessenten, Nutzern und Kunden erhalten. Für ihr Vertrauen möchten wir uns von Herzen bedanken. Das zeigt uns, wie wichtig das Thema Privatsphäre und Vertraulichkeit in der heutigen digitalen Welt ist.“

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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