Die Pionierkraft-Gründer Nicolas Schwaab und Andy Eberhardt
© Pionierkraft

Pionierkraft: Energy-Sharing-Lösung mit Ökostrom

Lokaler Ökostrom ohne eigene Photovoltaik-Anlage auf dem Dache — geht das? Ja, sagt das Münchner Startup Pionierkraft. Wie genau, das wollten wir von den beiden Gründern Andy Eberhardt und Nicolas Schwaab wissen.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Andy: Ich habe seit meinem 14. Lebensjahr im elterlichen Photovoltaik-Betrieb gearbeitet. Hier erkannte ich schnell, welches Potential an ungenutzter Dachfläche wir leider nicht realisieren konnten, weil es keine Möglichkeit gab, weder technisch noch regulatorisch, erneuerbare Energien mit anderen Haushalten zu teilen. Als ich im Rahmen meines Elektrotechnikstudiums die Chance hatte, an einer Lösung zu arbeiten, erneuerbare Energien auch Menschen ohne eigene Erzeugungsanlage zugänglich zu machen, war die Idee für unsere Energy-Sharing-Lösung geboren.

Nico: Ich lernte Andy auf einer Startup-Veranstaltung der Hochschule München kennen. Wir erkannten schnell, dass wir uns fachlich und menschlich perfekt ergänzen. Mit dem notwendigen technischen und betriebswirtschaftlichen Know-how sowie einer innovativen Gründungsidee stand einer erfolgreichen Gründung nun nichts mehr im Wege.

Peer-to-Peer-Stromhandel von eigenerzeugter Energie

Andy: Das besondere an unserer Lösung ist, dass wir mit einer neuen, innovativen Lösung aus Hardware, Software und Dienstleistung erstmals einen wirtschaftlichen, rechtssicheren und betreiberfreundlichen Peer-to-Peer-Stromhandel von eigenerzeugter Energie zwischen Bürgern und/oder Gewerbebetrieben ermöglichen. Damit wird der Anteil der vor Ort verbrauchten Energie erhöht, mehr Menschen Zugang zu bezahlbarer, erneuerbarer Energie ermöglicht und bestehende sowie neu installierte Photovoltaik‑Anlagen werden effizienter und rentabler betrieben.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Andy: Ja, es gibt bereits Energy-Sharing-Lösungen auf dem Markt. Unser Vorteil gegenüber diesen ist, dass wir tatsächlich lokalen Strom teilen können, und dies nicht nur virtuell oder bilanziell. Statt Grau- oder Mischstrom wird in unserer Stromgemeinschaft echte erneuerbare Energie geteilt. Und das finanziell deutlich attraktiver als bei unseren Wettbewerbern. Damit profitieren bei unserem Geschäftsmodell nicht nur Eigenheimbesitzer mit Photovoltaik-Anlage, sondern auch weniger gut situierte Menschen ohne Eigenheim und eigener Erzeugungsanlage von bezahlbarem und echtem Ökostrom.

Munich Startup: Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Nico: Die Zeit, in der wir „gebootstrapped“ sind bzw. uns aus eigenen Mitteln finanziert haben, war eine große Herausforderung. Mit begrenzten Mitteln und ohne finanzielle Sicherheit ein Team aufzubauen, Investitionen zu tätigen und unsere Hardware weiter zu entwickeln, war für uns beide ein großes Risiko und hat uns viele Nerven gekostet. Aus heutiger Sicht war es die richtige Entscheidung diesen Weg zu gehen und für uns eine sehr lehrreiche Zeit

Munich Startup: Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Andy: Das Geschäft läuft sehr gut. Unsere Finanzierung ist auf solide Beine gestellt, wir setzen in Kürze die ersten Pilottests unter realen Bedingungen um und spüren eine immer stärkere Nachfrage von Industrie und Kunden nach unserer Lösung. Zudem haben wir gerade unser neues Büro im Münchner Technologiezentrum bezogen und bauen unser exzellentes Team, auf das wir sehr stolz sind, weiter aus.

Munich Startup: Was bedeutet München für Euch?

Nico: Andy kommt aus Nördlingen, ich aus Freiburg. Wir sind also beide „Zuagroaste“, fühlen uns aber sehr wohl in München. Zum einen ist die Lebensqualität hier sehr hoch, zum anderen sind die Voraussetzungen für die Gründung eines Startups hervorragend. Wir haben in der Vergangenheit sehr stark von der örtlichen Hochschullandschaft mit seinen Angeboten und Förderungen profitiert. Zudem ist die Region München ein hervorragender Standort für die Gründung eines innovativen Greentec-Startups, aufgrund des großen Netzwerks an Unternehmen, Organisationen und potentiellen Kunden, für die das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Unternehmen mit Impact

Munich Startup: Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Andy: Wir arbeiten kontinuierlich an uns, unserem Produkt und auch Geschäftsmodell. Daher schaffen wir gerade die besten Voraussetzungen, um weiter zu wachsen. Unser Produkt trifft zudem genau den Nerv der Zeit. Immer mehr Menschen möchten die Energiewende aktiv unterstützen, dezentrale Energielösungen nehmen weiter an Bedeutung zu und die Notwendigkeit, Menschen mit bezahlbarer und sauberer Energie zu versorgen, gehört zu einer der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Gegenwart. Ob „Unicorn“ oder nicht — wir sind überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein und ein erfolgreiches Unternehmen mit einem nachhaltigem Impact in der Energiewende zu werden.

Munich Startup: Isar oder Englischer Garten?

Nico: Ganz klar Isar. Wir wohnen beide in Flaucher-Nähe und treffen uns daher sehr gerne zum gemeinsamen Joggen an der Isar. Aber auch mit Familie und Freunden verbringen wir sehr viel Zeit an einem der schönsten Orte von München.

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