Die Beducated-Gründer Mariah Freya und Phil Steinweber
Foto: Beducated

Beducated: Netflix fürs Liebesleben

Das Münchner Sextech-Startup Beducated will das Liebesleben seiner Kunden mit Onlinekursen verbessern. Das Gründerpaar Mariah Freya und Phil Steinweber stellt sein Startup in unseren 7 Fragen vor.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Eure Dienstleistung bitte kurz vor!

Beducated: Wir sind Mariah und Phil, ein verheiratetes Ehepaar in unseren Dreißigern. Wie so viele hatten wir wegen unseres hektischen Lebensstils ein ziemlich enttäuschendes Liebesleben. Mariah wurde ein Sex Coach und nicht sehr viel später haben wir unser Unternehmen gegründet. Mit beducated.com bringen wir mehr WOW zwischen die Bettlaken und verhelfen Paaren zu einem glücklicheren Liebesleben.

Beducated ist im Grunde das Netflix für Sexualerziehung. Wir bieten Onlinetrainings zu allen möglichen Techniken und Praktiken, die das Liebesleben betreffen, an, von sinnlichen Massagen über Beckenbodentrainings bis hin zu schlüpfrigeren Dingen.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Beducated: Ja nun, man kann diese Dinge in der Offline-Welt auch lernen, das stimmt. Aber die Eintrittshürde, ein Berliner Kellerstudio zu besuchen oder zu einem Tantra-Workshop nach Bali zu fliegen, sind eher hoch. Außerdem weiß man nie, was einen bei einer physischen Begegnung erwartet und wie mit Grenzen umgegangen wird.

Deshalb bringen wir dieses Thema in die Online-Welt. Unsere Kunden können die Lehrinhalte direkt in ihre private Umgebung — ihre Schlafzimmer — streamen.

Sextech und Sexual Wellness sind im Kommen. Die stärkste Wirkung haben Bildung und Kommunikation, beides kommt aber oft zu kurz. Kein Stück vibrierenden Silikons kann solche Veränderung bringen wie Bildung.

Sextech ist noch immer stigmatisiert

Munich Startup: Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Beducated: Obwohl wir alle das Produkt von Sex sind, ist das Thema noch immer stigmatisiert. Wir sehen das zum Beispiel daran, wenn wir neue Mitarbeiter suchen (wir stellen ein!).

Auch die Abhängigkeit von bestehenden großen Plattformen ist ein Problem. Zum Beispiel bei Facebook als Werbeplattform oder im Apple Appstore gibt es eine Box für „sexual content“ in deren Geschäftsbedingungen. Damit gelten für uns als Bildungsplattform dieselben Beschränkungen wie für Pornografie. Wir hoffen, dass sich das ändert, wenn sich die Gesellschaft immer weiter öffnet.

Munich Startup: Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Beducated: Es ist tatsächlich super spannend! Bisher haben sich 12.000 zahlende Kunden in unsere Kurse eingetragen. Das zeigt uns, dass wir etwas schaffen, was die Leute wirklich wollen und wofür sie zu zahlen bereit sind.

Auf Basis dieses selbstfinanzierten Proofs of Concept haben wir kürzlich eine Seed-Runde abgeschlossen und sind glücklich, dass die Investoren auch in das Potenzial von Online-Trainings zum Thema Sexual Wellness glauben. Es ist nun an uns, zu zeigen, dass wir unser Produkt skalieren und professionalisieren können.

Beducated: “Wir haben ein wirklich heißes Produkt”

Munich Startup: Was bedeutet München für Euch?

Beducated: Wir brennen wirklich für diese Stadt. Mariah ist mit 10 Jahren nach München gezogen. Phil ist derweil im ländlichen Bayern aufgewachsen. Unsere Zwanziger haben wir als digitale Nomaden auf Reisen in anderen Ländern verbracht und uns bei der Frage, wo wir wieder sesshaft werden, bewusst für München entschieden.

Wir denken, dass München eine großartige Stadt für Unternehmer und Startups ist. Weil Raum knapp ist und die Preise hoch, zwingt München dich dazu, dich anzustrengen und schnell Ergebnisse zu erzielen. Es gibt keine Zeit, die man mit Gedanken im Kopf vertrödeln kann, man muss liefern.

Die Leute sagen uns immer, dass wir mit unserem Thema und dem B2C-Fokus in Berlin sein sollten. Das lehnen wir mit allem Respekt ab und zeigen ihnen Fotos von der Isar und den Bergen.

Munich Startup: Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Beducated: Wir sind uns bewusst, dass wie bei jedem Startup die statistischen Wahrscheinlichkeiten eher Richtung Epic Fail Night weisen. Wir glauben dennoch, dass wir ein wirklich heißes (hihi!) Produkt haben und einer der First Mover in einem neuen Markt sind. Außerdem ist das Timing super und wir haben wirklich smarte Mitarbeiter und Investoren. Und haben wir erwähnt, dass unser größter Markt die USA sind und unser Produkt wirklich leicht örtlich anzupassen ist? Mit diesen beiden Tatsachen haben wir bitteschön zumindest die Chance, ein Unicorn zu werden!

Munich Startup: Isar oder Englischer Garten?

Beducated: Isar! Wir haben früher nahe an der Isar gewohnt und werden immer diese Verbindung von Feierabend und Isar haben. Nichtsdestotrotz, wer mag denn bitte den Englischen Garten nicht? Wir sind dankbar, beides zu haben.

Simon Tischer

Seit Dezember 2015 schreibt Simon Tischer für Munich Startup. Vorzugsweise berichtet er über Studien, Hintergründe und von Veranstaltungen. Er studierte Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Ähnliche Artikel

Funcoo

Startups

 

Funcoo: Getränkekisten-Halter fürs Fahrrad

Wie transportiert man eigentlich Getränkekisten mit dem Fahrrad? Die beiden Studenten Stefan Roglmeier und Johann Feckl mussten für eine WG-Party Bierkästen zur…

Tobias Schneider (exaas), Alexander Marks (Oskar Frech), und Manfred Tropper, (Mantro) (v.l.n.r.)

News

 

Fachwissen-Plattform fürs Manufacturing: Kooperationsstartup Exaas

Mit der Plattform Exaas wollen der Münchner Company-Builder Mantro und Mittelständler Oskar Frech, ein Tech-Lieferant für Druckguss, eine Marktlücke in der Produktion…

Mentessa

Startups

 

Mentessa: Matchmaking-App fürs Büro

Das Münchner Startup Mentessa will mit seiner Matchmaking-App Mentoring-Programme in Firmen revolutionieren. So soll die App Angestellte dabei unterstützen, schnell und unkompliziert…

Camperboys

News

 

„Leidenschaft fürs Reisen auf Rädern“ – Camperboys

Das Münchner Startup Camperboys will Reisenden ein Campingbus-Gefühl ermöglichen, bei dem der Komfort im Vordergrund steht. Der digitale Reiseassistent des Jungunternehmens soll…

Blockchain fürs Gesundheitswesen

News

 

Blockchain-Anwendungen fürs Gesundheitswesen gesucht

Das Bundesgesundheitsministerium sucht praktische Anwendungen der Blockchain im Gesundheitswesen — und bietet 30.000 Euro für die besten Einsendungen. Bewerbungen sind bis 10.…

HVB Gründerinnen-Mentoring

News

 

Bis Anfang Juli fürs HVB Gründerinnen-Mentoring 2017 bewerben!

Jetzt noch schnell fürs HVB Gründerinnen-Mentoring 2017 bewerben! Die Bewerbungsfrist, um in der fünften Runde dabei zu sein, läuft noch bis 5.…

HVB Gründerinnen-Mentoring

News

 

Jetzt bewerben fürs HVB Gründerinnen-Mentoring 2017

Das HVB Gründerinnen-Mentoring geht 2017 bereits in die fünfte Runde. Im Rahmen der Initiative des ‚HVB Frauenbeirats‘ begleiten erfahrene Unternehmerinnen und Mitglieder…

HVB Gründerinnen-Mentoring 2016

News

 

Countdown fürs HVB Gründerinnen-Mentoring 2016: Jetzt bewerben!

Mit dem HVB Gründerinnen-Mentoring 2016 geht die vielbeachtete Initiative des HVB Frauenbeirats in die vierte Runde. Dabei begleiten erfahrene Unternehmerinnen und Mitglieder…