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Hürden in der Zusammenarbeit zwischen Startups und Mittelstand

Arbeiten Mittelstand und Startups zusammen, profitieren nicht nur beide Seiten vom gegenseitigen Know-how, auch die Zufriedenheit mit der Kooperation ist meist hoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Allerdings bremsen noch zu viele Hürden die Unternehmen aus.

Laut der Studie verfolgen Mittelständler, die sich mit Startups vernetzen, meist eines von drei Zielen: neue Technologien erschließen, die Digitalisierung ihres Betriebs gestalten oder neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Die Startups steuern hier das Know-how bei, das den etablierten Firmen zur Umsetzung fehlt. Im Gegenzug profitieren sie von deren Erfahrungen, etwa in der Prozesssteuerung. Auch sind Folgeaufträge keine Seltenheit. Die Bewertung der Kooperationen fällt überwiegend positiv aus. So zeigen sich 69,5 Prozent der Familienunternehmen (sehr) zufrieden während lediglich 2,9 Prozent eine negative Bilanz zogen.

Im Jahr 2018 arbeitete knapp die Hälfte der mittelständischen Unternehmen in Deutschland mit Startups zusammen, so die IW-Studie. Besonders große Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern zeigen sich dafür offen, hier sind es 63,6 Prozent mit Kooperationserfahrung. Von den kleineren Familienbetrieben mit weniger als 99 Mitarbeitern ist es hingegen nur jeder Dritte (33,3 Prozent). Dabei gestaltet sich die Zusammenarbeit meist in Form von projektbezogenen Kooperationen (31,2 Prozent), aber auch Kunden-Lieferanten-beziehungen sind häufig (24,5 Prozent). Minderheitsbeteiligungen (10,1 Prozent) oder gar Übernahmen (7,2 Prozent) sind hingegen eher selten.

Kooperationshürden zwischen Startups und Mittelstand

Warum kooperieren also nicht mehr Mittelständler mit Startups, wo es doch so gut funktioniert? Als Haupthinderungsgrund nennt fast die Hälfte (48,8 Prozent) der Unternehmen mit Kooperationserfahrung unterschiedliche Unternehmenskulturen. Die Studienautoren heben hier besonders die Gegensätze zwischen den langfristig etablierten und auf Kontinuität angelegten Strukturen im Mittelstand und den flachen und flexiblen Hierarchien in Startups hervor. Aber auch die verschiedenen Wege der Finanzierung spielen eine Rolle. Weitere häufig genannte Gründe sind Schwierigkeiten bei der Definition gemeinsamer Ziele (30,7 Prozent) und Widerstände im Unternehmen (29,0 Prozent).

Bei den Mittelständlern ohne Kooperationserfahrung steht ebenfalls die unterschiedliche Unternehmenskultur auf Platz Eins der Hinderungsgründe, allerdings mit deutlich weniger Zustimmung. Hier sehen nur 31,5 Prozent ein potenzielles Problem. Auf Rang Zwei mit 21,4 Prozent liegen auch hier mögliche Schwierigkeiten bei der Zielfindung. Platz Drei belegt die Angst vor unzuverlässigen Startups mit 16,9 Prozent. Generell denken deutlich mehr Unternehmen ohne Kooperationserfahrung, dass keine Probleme auftreten (47,3 Prozent), als solche mit Erfahrung (23,4 Prozent).

Hürden überwinden

Um die genannten Probleme zu minimieren, empfehlen die für die Studie befragten Experten mehrere Lösungswege. So sollen etwa digitale Kooperationsplattformen verstärkt genutzt werden, da sie die Vernetzung erleichtern und Kooperationen fördern – ganz besonders angesichts der räumlichen Trennung zwischen auf dem Land angesiedelten Mittelständlern und urbanen Startups. Der Bericht nennt mehrere Beispiele hierfür, darunter auch Munich Startup. Darüber hinaus fordern die Experten einen Ausbau der digitalen Infrastrukturen, die selbst in den urbanen Zentren teilweise noch immer als unzureichend gelten. Und auch die allgemeinen Rahmenbedingungen für Kooperationen müssten verbessert werden, etwa durch den Abbau bürokratischer Hürden oder zusätzliche staatliche Finanzierungsmaßnahmen.

Über die Studie

Die Analyse basiert auf einer Auswertung des BDI-Familienunternehmenspanels vom Herbst 2018, für das größere Mittelständler zu ihren Kooperationen und Erfahrungen mit Startups befragt wurden. Darüber hinaus wurden mehrere Unternehmensbefragungen zum Kooperationsverhalten von Startups und Mittelstand berücksichtigt, wie etwa der Deutsche Startup Monitor oder eine Studie des Kompetenzzentrums des Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft. Zudem wurden elf leitfadengestützte Expertengespräche mit mittelständischen Unternehmern, Startup-Gründern sowie Experten aus Verbänden geführt.

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