Investment-Rekord: Kapital konzentriert sich auf Startups in Berlin und Bayern

Deutsche Startups haben vergangenes Jahr so viel Kapital eingesammelt, wie nie zuvor. In 704 Finanzierungsrunden sicherten sie sich Investitionen in Höhe von 6,2 Milliarden Euro, so eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung EY. Das entspricht einem Plus von 13 Prozent bei der Anzahl der Deals und einem Zuwachs von stolzen 36 Prozent beim Dealvolumen.

Mit 3,7 Milliarden Euro floss wie schon in den Vorjahren das meiste Geld nach Berlin. Auf dem zweiten Platz folgt Bayern mit 1,5 Milliarden Euro. Bayern und Berlin vereinen damit mehr als fünf Sechstel aller Startup-Investitionen auf sich. Berliner Startups konnten das Finanzierungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent steigern, bayerische Startups legten sogar um 93 Prozent zu. Einen gehörigen Anteil an den Rekordzahlen aus der Hauptstadt und Bayern haben dabei einige wenige Mega-Deals. So führt Flixmobility mit seiner Finanzierungsrunde über 500 Millionen Euro das Ranking aller deutschen Investments im vergangenen Jahr an, gefolgt von den drei Berliner Unternehmen Getyourguide (428 Millionen Euro), Frontier Car Group (geschätzte 361 Millionen Euro) und N26 (266 Millionen Euro). Knapp dahinter auf dem fünften Rang der größten Finanzierungsrunden landet das Münchner Unicorn Celonis mit 261 Millionen Euro. Peter Lennartz, Partner bei EY, sagt, Berlin werde der international bedeutendste deutsche Leuchtturm bleiben und ergänzt:

„Aber Bayern mit dem Zentrum München hat in den vergangenen Jahren aufgrund seiner hervorragenden Qualitäten im Bereich Hightech stark aufgeholt und etabliert sich als zweiter, auch international anerkannter deutscher Startup-Standort.“

Fintech: „Konsolidierung aufgrund des Überangebotes an Anbietern“

Das Rekordergebnis wurde insbesondere von drei Branchen getrieben: Mobility-Startups konnten ihre Investments auf 1,6 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr beinahe vervierfachen und führen das Branchenranking an. Dahinter folgen Fintechs und Insurtechs mit einem Finanzierungsvolumen von 1,3 Milliarden Euro — fast eine Verdopplung gegenüber 2018. Auf dem dritten Platz landen Software und Analytics mit 1,2 Milliarden Euro. Auch dieser Sektor konnte das eingeworbene Kapital beinahe verdoppeln. Großer Verlierer ist die E-Commerce-Branche. Im Jahr 2018 mit 1,7 Milliarden Euro Investments noch Spitzenreiter, landet dieser Sektor mit 730 Millionen Euro nur noch auf dem vierten Platz. Lennartz sagt:

„Wir sehen ein steigendes Interesse gerade an hochinnovativen Technologie-Geschäftsmodellen. SaaS, Analytics und KI sind groß im Kommen und profitieren aktuell von hohen Bewertungen. E-Commerce tritt zwar etwas in den Hintergrund, bleibt aber ein wichtiges und starkes Segment. Im Bereich Fintech wird sich im Jahr 2020 vermutlich eine Konsolidierung ergeben aufgrund des Überangebotes an Anbietern.“

Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen