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Jolt Energy: An der Speerspitze der Elektromobilität

München ist in Sachen Elektromobilität mit 1.100 Ladepunkten Spitzenreiter unter den deutschen Städten – doch es fehlen, wie auch in vielen anderen Städten, Hochleistungsladegeräte. Das Startup Jolt Energy widmet sich diesem Problem mit seinen flexiblen, mobilen Ladestationen. Wie das geht erklären die Gründer im Interview.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Euer Produkt bitte kurz vor!

Jolt: Wir sind ein Münchner E-Mobility-Startup, das 2018 von zehn Branchenexperten unter der Leitung von Maurice Neligan mit dem Ziel gegründet wurde, mobile Schnellladegeräte in Großstädte zu bringen. Unser internationales Management-Team bringt jahrzehntelange Erfahrung in verschiedenen Branchen mit und kommt u.a. von Siemens, MAN sowie weiteren großen Gesellschaften der Energietechnik und IT-Industrie.

Jolt Energy Merlin Charger
Eines der „Merlin“ Ladegeräte von Jolt Energy. Auf der Digital-Signage-Fläche kann lokale Werbung gezeigt werden.

Das geplante Netzwerk basiert auf unserem eigens entwickelten Merlin-Hochleistungsladegerät, das wie eine riesige Powerbank für Elektroautos funktioniert: Ein Akkupack wird in einer Energiezentrale aufgeladen und kann dann praktisch überall eingesetzt werden, z.B. vor Restaurants, Einkaufszentren oder in Tankstellen, um bis zu zehn E-Autos mit maximal 150 kW Gleichstrom aufzuladen.

Mobiles Ladegerät und Netz-Energiespeicher in Einem

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Jolt: Unser USP ist, dass die Ladegeräte überall eingesetzt werden können und keinen Zugang zum Stromnetz benötigen. Es geht also keine Zeit für die Planung, die behördliche Genehmigung oder das Aufgraben des Bodens verloren. Es wird auch vermieden, das Netz zu erweitern, da unsere Energiezentren typischerweise in Industriegebieten liegen, in denen Mittelspannungsleitungen verfügbar sind. Außerdem können unsere Merlins aufgeladen werden, wenn das Netz dafür bereit ist. Im umgekehrten Fall sind sie auch in der Lage, Energie in das Netz einzuspeisen und es so zu stabilisieren (sog. Primärregelleistung). Wir denken, dass mit zunehmendem Anteil an erneuerbarer Energie die Netzstabilität stärker schwanken wird, so dass es immer wichtiger wird, Über- und Unterversorgung im Netz auszugleichen, um Stromausfälle zu vermeiden. Dies ist zugleich einer unserer insgesamt vier Einnahmequellen neben dem Stromverkauf, charging as a service und Vermietung der Screens als Werbeflächen.

Munich Startup: Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Jolt: Ehrlich gesagt, unsere größte Herausforderung ist das Geld. Wir haben gute Ideen, ein wunderbares Team und starke Unterstützung von allen Industriepartnern, aber um die ersten Merlins auf die Straße zu bringen, brauchen wir natürlich Geld. Weder Banken noch öffentliche Institutionen haben bisher geholfen, so dass wir auf private Investoren angewiesen sind.

Munich Startup: Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Jolt: Nun, diese Frage kommt ein wenig verfrüht, da es bis jetzt keinen Umsatz gibt. Wir planen, unser erstes Pilotprojekt im 4. Quartal dieses Jahres zu starten und 16 Merlins in der Nähe des Mittleren Rings auf gut erreichbaren Plätzen aufzustellen; es gibt aber noch keine festen Details. 

Jolt testet Geräte in München 

Munich Startup: Was bedeutet München für Euch?

Jolt: München ist natürlich unsere Heimatbasis, und wir werden auch hier unser Pilotprojekt durchführen. Wenn man bedenkt, dass bisher nur zwei Schnellladegeräte in München im Einsatz sind, glauben wir, dass es eine hohe Nachfrage gibt, bzw. geben wird, sobald die Zahl der E-Autos steigt. Wir stehen bereits in gutem Kontakt mit der Stadt München, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine der Speerspitzen der E-Mobilität in Deutschland zu werden, und wir sind wirklich stolz darauf, Teil dieser Geschichte zu sein.

Munich Startup: Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Jolt: Nach dem ersten Projekt planen wir die Ausweitung unseres Netzwerks auf alle deutschen Großstädte mit mehr als einer Million Einwohnern. Unser Geschäftsmodell ist perfekt skalierbar, so dass wir es entsprechend dem E-Mobilitätsmarkt weiterentwickeln können. Wir planen auch, in anderen europäischen Ländern und in den USA aktiv zu werden, wo E-Autos bereits einen höheren Marktanteil haben.

Munich Startup: Wandern oder Biergarten?

Jolt: Da wir zehn Gründer aus verschiedenen Ländern sind, kann man alle Arten von Freizeitaktivitäten finden, aber als Team genießen wir vor allem die Biergärten in und um München.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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