Die Geschäftsführer von Nimmsta Andreas Funkenhauser (links) und Florian Ruhland (rechts).
© Nimmsta

„Wir wollen sämtliche Prozesse in der Logistik verbessern“

In der Logistik ist die Digitalisierung schon lange in Form von Handscannern angekommen. Doch die dabei entstandenen Prozesse sind umständlich und bieten viel Potenzial für Verbesserungen — schließlich muss der Scanner für jeden Scan herausgeholt und wieder weggepackt werden, wenn er nicht eine Hand blockieren soll. Das Münchner Startup Nimmsta hat sich dem Problem mit einem selbst entwickelten Handrückenscanner angenommen.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Nimmsta: Wir (Florian, 37 Jahre und Andi, 34 Jahre) haben uns in der Uni kennengelernt und wollten beide schon immer unser eigenes Ding machen. Direkt nach unserem Fahrzeugtechnik-Studium hat es sich u.a. auch wegen der Marktsituation so ergeben, dass wir uns mit einem Ingenieurbüro 2009 selbstständig gemacht haben. Die Firma AFR Engineering ist Entwicklungsdienstleister in der Motorentwicklung bei BMW M und in der Produktentwicklung bei Datalogic. Das Unternehmen wächst bis heute konstant und es ergeben sich immer wieder neue Ideen und Projekte. So haben wir 2018 noch die Firma Outentic gegründet, unter dieser Marke haben wir einen innovativen Rucksack für den Outdoor-Bereich entwickelt und auf den Markt gebracht. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Produktentwicklung von Industrie-PCs bei AFR Engineering ist dann 2019 die Idee von Nimmsta entstanden.

Wir zwei sind die Geschäftsführer. Bei dem Projekt Nimmsta ist Florian der technische Kopf und ich (Andi) kümmere mich in erster Linie um Marketing und Vertrieb.

Freehand Scanning vereinfacht die Arbeitsprozesse

Munich Startup: Welches Problem löst Euer Startup?

Nimmsta: Mit Nimmsta haben wir den ersten Handrückenscanner mit Touchdisplay für Freehand Scanning entwickelt, der die Arbeitsprozesse insbesondere im Logistikbereich extrem vereinfacht. Der HS 50 ist ein kleiner, leichter, smarter Handrückenscanner, der einfach im System des Kunden eingebunden werden kann. Das bisherige Suchen des Scangeräts, Barcode erfassen und anschließend den Scanner wieder ablegen, um die Ware greifen zu können gehört mit dem HS 50 der Vergangenheit an. Scannen und Ablesen von Informationen erfolgt in der Arbeitsbewegung. Mit dem Daumen wird ganz einfach der Auslöseknopf zum Scannen aktiviert. Durch die ergonomische Fixierung auf dem Handrücken bleiben beide Hände frei, um die Ware greifen zu können.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Nimmsta: Nicht in dieser Ausführung — es gibt bereits Handrückenscanner ohne Display, aber die Produkte entsprechen nicht unseren Anforderungen und deswegen haben wir das selbst in die Hand genommen und unseren Handrückenscanner HS 50 entwickelt. Unser USP ist, dass der Handrückenscanner der Erste mit Touchdisplay ist. Ein weiteres Hauptmerkmal ist, dass in der Handstuple, auf dieser ist der Scanner mit Klett fixiert, keinerlei Elektronikkomponenten verbaut sind. Dadurch kann zum einen der Scanner und Auslöseknopf ergonomisch optimal für jeden Nutzer platziert werden und zum anderen kann die Handstulpe einfach gewaschen oder ausgetauscht werden, was uns auch hinsichtlich Nachhaltigkeit sehr wichtig ist.

Das richtige Personal finden ist Herausforderung Nummer 1

Munich Startup: Was waren bisher Eure drei größten Herausforderungen?

Nimmsta: Die größte Herausforderung ist das richtige Team zusammenzustellen, die richtigen Mitarbeiter zu finden. Die Leute sind für uns das Wichtigste. Sie müssen zum einen die Kompetenzen mitbringen und zum anderen sollten sie die richtige Einstellung haben, die mit unserer Philosophie übereinstimmt. Es dauert eben manchmal etwas, bis man die richtigen Personen gefunden hat. Hätten wir unser Nimmsta-Team früher zusammen bekommen, hätten wir unsere Idee auch schon zwei Jahre früher verwirklicht, aber das ist eben nicht immer ganz so einfach.

2. Herausforderung: die richtigen Leute finden.

3. Herausforderung: die richtigen Leute finden.

Nimmsta geht in die Verkaufsoffensive

Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?

Nimmsta: Ende 2019 konnten die ersten Demosets bzw. Testprodukte von Kunden erworben werden. Dabei sind wir auf pure Begeisterung und sehr großes Interesse unter anderem von Großkonzernen gestoßen. Die Serienproduktion haben wir Ende Februar 2020 gestartet. Die Zielgruppe ist in erster Linie die gesamte Logistikbranche. Unser Scanner bietet natürlich auch in der Montage und Fertigung eine enorme Optimierung der Workflows. Wir vertreiben unser Produkt über ausgewählte Partner und diese beliefern ihre Kunden. Die Vision ist sämtliche Prozesse in der Logistik durch Freehand Scanning und unseren HS 50 mit Touchdisplay so zu verbessern, dass auf die bisherigen Handscanner auf kurz oder lang komplett verzichtet werden kann. Der Plan ist nun, den Verkauf mit unseren Partnern hochzufahren und stetig unser Produkt und unseren Service zu verbessern.

Munich Startup: Wie schätzt Ihr den Startup-Standort München ein?

Nimmsta: Wir lieben München. Die Nähe zu den Bergen ist für uns optimal, da wir leidenschaftliche Mountainbiker sind und dort auch gern mit unseren Familien unterwegs sind. Aus unternehmerischer Sicht bietet uns München den Vorteil, dass hier viele große Konzerne ansässig sind, die potenzielle Kunden für unseren Handrückenscanner sind. Zudem können wir uns durch die angebotenen Startup-Veranstaltungen perfekt vernetzen und dabei vieles dazu lernen.

Munich Startup: Apple oder Android?

Nimmsta: Ein Teil unserer Mitarbeiter arbeitet mit Apple-Geräten, die Mehrheit jedoch mit Android. Beide haben ihre Berechtigung. In Abhängigkeit des jeweiligen Aufgabengebiets bzw. den Anforderungen an die technischen Geräte, entscheiden wir, welches Gerät geeigneter ist.

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